Verzögerungen im Bauplan: So steht es um den Hindutempel am Beckenkamp

hzSri Kanakathurka Ampal e.V.

Es geht wieder voran am zukünftigen Hindu-Tempel - bald können Arbeiter aus Sri Lanka anrücken. Ein Detail hat den Zeitplan um Monate nach hinten geworfen. Wann wird alles fertig sein?

Schwerte

, 30.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit ein wenig Fantasie lässt sich schon erahnen, wie es in ein paar Monaten am hinteren Ende des Beckenkamps aussehen soll. Da, wo bald ein bunt verzierter Hindutempel und ein Gemeindehaus für die Hindugemeinde stehen, ist gerade noch voller Betrieb auf der Baustelle.

Zumindest Grundmauern, Dach und Fassade des Gemeindehauses stehen schon - erst am Mittwoch bekam der rechteckige Betonbau seine Fenster.

Der eigentliche Hindutempel, der links dahinter entstehen soll - so einen Bau hat es in Schwerte noch nicht gegeben. Elf Meter hoch und mit den typischen bunten Verzierungen soll der Turm am Eingangsportal sein, für dessen Gestaltung Arbeiter aus Sri Lanka eingeflogen werden.

Verzögerungen im Bauplan: So steht es um den Hindutempel am Beckenkamp

Das elf Meter hohe Eingangsportal des künftigen Hindu-Tempels wird prächtig verziert. Den Entwurf hat die Gemeinde eigens aus Sri Lanka bestellt. © Hindu-Gemeinde Schwerte

Bis er aber irgendwann in seiner vollen Pracht steht, kann es noch etwas dauern. Zuvor unbekannte Gasleitungen im Boden an der Stelle, wo später der Tempel stehen soll, haben den Zeitplan durchkreuzt. „Niemand wusste von den Leitungen, die mussten wir jetzt erst noch umlegen. Und das auch erst nach Ende der Heizperiode“, erklärt Architekt Detlef Peter.

Alles in allem hätte ihn das im Zeitplan um gut vier Monate nach hinten geworfen.

Erst kommt der Turm, dann das Dach

Momentan machen sich die Bauarbeiter an den Grundmauern des Tempels zu schaffen. Sobald die stehen, kommen Fachkräfte aus Sri Lanka und bauen Sockel und Säulen an festgelegte Punkte im Tempel. Auf ihnen werden auch später die Statuen der Gottheiten stehen - alle an ihrem rechtmäßigen Platz.

Auch der Turm soll in diesem Arbeitsschritt gestaltet und gebaut werden. Erst dann kann das Architekturbüro Peter, das zwei Jahre lang den Plan für den Tempel ausgetüftelt hatte, mit weiteren Arbeitsschritten wie Decke und Boden fortfahren. Als Schlusstermin wird grob der Februar anvisiert.

Verzögerungen im Bauplan: So steht es um den Hindutempel am Beckenkamp

Die Umrisse des späteren Tempels sind schon sichtbar. Bald sollen Arbeiter aus Sri Lanka kommen. © Aileen Kierstein

„Es ist alles noch sehr ungewiss, wie lange das dauert“, sagt Architektin Nadine Peter. Auch für sie und ihren Vater sind die ganzen Abläufe neu. „Wir mussten dann im Konsulat anrufen und Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen beantragen“, erinnert sich Detlef Peters. Spannend sei das alles trotzdem - oder gerade deswegen.

Gemeindehaus steht jetzt an anderer Stelle

Und dann sind da noch gewisse religiöse Aspekte, die eingehalten werden mussten: Toiletten im Tempel sind beispielsweise tabu. Nur Waschstellen für die Füße im Eingangsbereich sind erlaubt. Der Eingang zum Tempel muss nach Osten ausgerichtet sein. Außerdem musste das Gemeindehaus so weit wie möglich vom Tempel weg stehen.

„Wir haben dann noch einmal umgeplant. Eigentlich sollte das Gemeindehaus auch auf dem hinteren Teil des Geländes stehen. Die Parkplätze haben wir vorne geplant. Jetzt steht der Tempel hinten links, das Gemeindehaus vorne rechts und die Parkplätze planen wir in den Zwischenräumen“, beschreibt Nadine Peter die Verteilung auf dem Grundstück.

Einen heftigen Kontrast zu dem bunt verzierten Tempel wird das schlichte Gemeindehaus bilden. Der große Saal bietet Platz für 300 Leute und soll der Hindugemeinde für private Feiern dienen. Aber auch jeder Andere könne die Location für Partys oder andere Events mieten.

Lärmschutz soll Frieden mit Nachbarn garantieren

Vorausschauend haben Detlef und Nadine Peter schon Lärmschutzvorkehrungen getroffen: die Fenster sind extra versiegelt und eine Lüftungsablage soll auch nach 22 Uhr für frische Luft sorgen und so verhindern, dass Lärm nach außen dringt. So habe man sich freundschaftlich mit der Nachbarschaft - bestehend aus muslimischer Ditib-Moschee und weiteren Anwohnern - abgesprochen.

Finanziert wird das neue Gelände von Gemeindemitgliedern aus ganz Europa.

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