Während die „Holzpfosten“ am Samstagabend spielten, verteilte die Stadt kräftig Knöllchen

hzParken in Schwerte

Seit der Kommunale Ordnungsdienst unterwegs ist, müssen sich Falschparker rund um die Sporthalle am Bohlgarten fürchten. Das Problem: Der offizielle Parkplatz ist viel zu klein.

Schwerte

, 03.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Auf diesen „Gruß“ vom neuen Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) hätten die Besucher des rauschenden Saisonfinales der „Holzpfosten Schwerte“ gern verzichten können. Während sie am Samstagabend in der Alfred-Berg-Turnhalle am Bohlgarten jubelnd mit dabei waren, als Schwertes „Mr. Futsal“ Nils Klems vor rund 400 Zuschauern ins Karriereende verabschiedet wurde, hatten die städtischen Mitarbeiter in den dunkelblauen Uniformen draußen fleißig Strafzettel fürs Falschparken geschrieben.

24 Knöllchen an einem Abend

„Es wurden 24 Knöllchen wegen Parkens auf dem Gehweg erteilt“, bestätigt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous auf Nachfrage. Um Gerüchten vorzubeugen: Die KOD-Mitarbeiter suchen natürlich nicht zuvor in der Zeitung gezielt nach bevorstehenden Großveranstaltungen, wie Rous betont. Auch gebe es keine Erfolgprämien für ertappte Parksünder.

Vielmehr sei der Bereich um die Alfred-Berg-Turnhalle ein Beschwerde-Schwerpunkt: „Es gibt immer wieder Klagen von Anwohnern, dass auf Gehwegen geparkt wird oder sie nicht aus ihren Einfahrten kommen.“ Auch würden Autos manchmal direkt im Kurvenbereich abgestellt. „Der KOD kontrolliert regelmäßig diese Schwerpunkte“, sagt Rous.

Während die „Holzpfosten“ am Samstagabend spielten, verteilte die Stadt kräftig Knöllchen

Auch an Abenden und an Wochenenden fährt der Kommunale Ordnungsdienst - hier Serkan Sarsilmaz (l.) und Sebastian Knop - mit seinem Einsatzfahrzeug Beschwerde-Schwerpunkte in der Stadt ab. © Stadt Schwerte

So auch auf seiner Kontrollfahrt am Samstagabend. Denn die Mitarbeiter - und darauf hatte die Stadt schon vor Wochen hingewiesen - sind zu wechselnden Schichtzeiten unterwegs, auch am Abend und an Wochenenden.

Verein sorgt sich um Wegbleiben der Zuschauer

„Ich kann die Anwohner ein Stück weit verstehen wegen der Belastung“, sagt Jonas Becker, Vorstandsmitglied bei den Holzpfosten. Es sei aber fragwürdig, eine Turnhalle für 300 Zuschauer zu bauen, daneben jedoch nur einen Parkplatz für zehn Autos. Von der Knöllchenaktion am Samstagabend hatte er persönlich nichts mitbekommen.

Aber es ist ihm bekannt, dass bei anderen Spielen schon mal Besucher aufgeschrieben wurden, die ihre Fahrzeuge im Bereich der Kurve abgestellt hatten. Becker weiß natürlich auch, dass man nicht auf Bürgersteigen parken soll. Insofern sei das Vorgehen des KOD durchaus im Bereich des Erlaubten. Aber: „Für uns ist es nicht erfreulich, wenn Leute kommen, dann zahlen müssen und uns in Zukunft fernbleiben.“

Gespräche sollen das Problem lösen

Jahrelang - so der Holzpfosten-Vorstand - sei das alles kein Problem gewesen, zumal die Spiele erst abends von 20 bis 22 Uhr stattfinden. Doch das habe sich geändert, seit die Stadt den KOD losgeschickt hat. Der Verein hätte sich ein etwas sensibleres Vorgehen gewünscht: „Erst informieren, bevor Knöllchen verteilt werden.“

Die Zeit bis zum Beginn der nächsten Saison im August/September soll jetzt zu Gesprächen genutzt werden. Man müsse eine Lösung für das Parkplatzproblem finden, auch wenn zu einem Spiel einmal 150 bis 200 Fans anreisen.

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