Warum die Sölder Straße in Schwerte für anderthalb Wochen komplett gesperrt wird

hzBrückenbaustelle an der A1

Der Neubau der Autobahnbrücke über die Sölder Straße geht in die Zielgerade. Mit aller Kraft soll die Maßnahme im Oktober vorangetrieben werden. Der Termin ist mit Bedacht gewählt.

Lichtendorf

, 10.10.2019, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arbeiten bis in die Nacht. Auch am Samstag und Sonntag steht der Bagger an der Autobahn A1 nicht still. Denn in den anderthalb Wochen, in denen die Sölder Straße total gesperrt wird, soll der Neubau der Autobahnbrücke beim Gartencenter Pötschke kräftig vorangetrieben werden. Von Freitag, 11. Oktober, um 19 Uhr bis Dienstagabend, 22. Oktober, um 22 Uhr gibt es an der Baustelle weder für Fahrzeuge noch für Fußgänger ein Durchkommen, wie der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW (Meschede) mitteilt.

Denn nur von der Fahrbahn der Sölder Straße aus kann ein mächtiges Bohrgerät eingesetzt werden, das eine Aufstellfläche von fünf mal fünf Metern beansprucht.

Neun Meter tief in den Untergrund bohren

Mit der Spezialmaschine werden die Fundamente für den Neubau der südlichen Brückenhälfte gesetzt, deren maroder Vorgänger vor vier Wochen abgerissen worden ist. Insgesamt 20 Bohrpfähle werden jeweils neun Meter tief in die Erde getrieben, um anschließend die Widerlager aufzunehmen.

Für die Maßnahme hat Bauüberwacher Carsten Freitag ganz bewusst die anderthalb Wochen während der Herbstferien ausgesucht. „Wir wollen mit aller Gewalt fertig werden, um den Schulbusverkehr so wenig wie möglich zu stören“, sagt er. Deshalb sind nicht nur die XXL-Arbeitszeiten mit den ausführenden Unternehmen vereinbart worden.

Auch das Bohrgerät wurde extra von einer anderen Baustelle abgezogen. Sein Einsatz kostet allein rund 5000 Euro pro Tag.

Suche nach versteckten Weltkriegsbomben im Erdreich

Bevor die Bohrungen starten können, muss sichergestellt werden, dass im Erdreich keine Gefahr durch versteckte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg besteht. Darum hat Carsten Freitag im Vorfeld eine Kampfmitteluntersuchung durchführen lassen, bei der ein Metall-Suchgerät in Bohrlöcher herabgelassen wurde. Offen blieb dabei eine Stelle auf der östlichen Seite des Baugrunds.

Dort konnte die Sonde nicht unterscheiden, ob sie auf Eisenerz oder doch auf Explosives anschlug. Deshalb wurde das Gebiet am Mittwoch in einer zweiten Untersuchungs-Phase noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen. Mit 300 zusätzlichen Bohrungen wurde es „durchlöchert wie ein Schweizer Käse“, so Freitag. Beim Bau der nördlichen Brückenhälfte musste man vor zwei Jahren anschließend sogar noch einen Verdachtspunkt aufbaggern - und fand ein Stück Rohr, das Arbeiter bei Baugrunduntersuchungen in den 1960er-Jahren zurückgelassen, aber nirgendwo dokumentiert hatten.

So eine Verzögerung möchte Freitag jetzt möglichst nicht wieder erleben. Denn er hat einen ehrgeizigen Plan. Spätestens im Juni nächsten Jahres soll die neue Autobahnbrücke über die Sölder Straße komplett fertiggestellt sein.

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