Wer war das? „Maske auf für die Anderen" ist großflächig auf den Asphalt der Rathausstraße gesprüht. © Reinhard Schmitz
Polizei in Schwerte

Wer sprüht Parolen gegen die AfD und für Masken auf die Rathausstraße?

Über Nacht standen sie in riesigen Buchstaben quer über die Fahrbahn der Rathausstraße: Parolen hatte irgendjemand großflächig auf den Asphalt gesprüht. Die Polizei hat schon einen Verdacht.

Eine Lupe war überflüssig. Nicht einmal eine Brille brauchte man am Montagmorgen, um die Parolen zu entziffern. In so unübersehbaren Riesen-Buchstaben waren sie quer über die Fahrbahn der Rathausstraße aufgesprüht. Wer sie nicht auf dem Kopf stehend lesen wollte, der musste sich nur von der Post in Richtung Rathaus bewegen. Auf den erste Blick ließ sich dann erkennen: Ganz offensichtlich waren hier keine Coronamaßnahmen-Gegner unterwegs gewesen. Denn die allergrößte Aufschrift auf dem Asphalt forderte auf: „Masken auf für die anderen.“ Eine weitere lautete „Maske schützt“.

AfD mit dem Jahr von Hitlers Machtergreifung verglichen

Dazwischen fanden sich politische Aussagen wie „AfD ist eher so 1933“ (das Jahr der Machtergreifung durch Adolf Hitler), das kommunistische Symbol mit Hammer und Sichel sowie die Buchstabenkombination „CCCP“, manchen noch als Abkürzung der früheren Sowjetunion auf Sportlertrikots.

Die Parole „AFD ist eher so 1933
Die Parole „AFD ist eher so 1933″ hat irgendjemand in Höhe der Pizzeria Miramare auf die Fahrbahn der Rathausstraße geschrieben. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Doch wer möchte mit so einer Meinungs-Mischung aus verschiedensten Themenfeldern in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erzielen? Die Polizei weiß mehr. „Es gab auch Sachbeschädigungen durch Graffitis an mehreren Gebäuden“, berichtet Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna, auf Nachfrage. In der Rathausstraße seien Aufschriften – in der Szenesprache „Tags“ genannt – auf etliche Fassaden gesprüht worden. Betroffen waren ihren Angaben zufolge die Bäckerei Grobe, die Deutsche Bank, die Commerzbank und eine Bushaltestelle.

Polizei schnappt zwei Verdächtige: Sie hatten Sprühdosen dabei

Die Aktion muss am frühen Samstagmorgen (17.4.) passiert sein. Gegen 1.30 Uhr – so die Polizei-Sprecherin – hätten ihre Kollegen einen entsprechenden Hinweis erhalten und machten sich umgehend sich auf den Weg zum Tatort. Ganz in der Nähe hätten sie dann zwei Personen angetroffen, auf die die Täterbeschreibung passte. Bei einer Überprüfung der beiden Verdächtigen bestätigte sich, dass die Fahnder offensichtlich ihre „Pappenheimer“ geschnappt hatten. „Sie hatten auch Sprühflaschen dabei“, sagt Vera Howanietz. Die Männer seien dann geständig gewesen. Es handele sich um einen 25-Jährigen und einen 38-Jährigen, die beide aus Schwerte kämen.

„Impfen schützt
„Impfen schützt“ ist auch auf der Fahrbahn der Rathausstraße zu lesen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Straßen und Häuserwände dürfe man nicht bemalen, betont die Sprecherin. Inwieweit den Männern aber der Vorwurf der Sachbeschädigung gemacht werden kann, könne sie nicht sagen. Das hängt mit dem Mittel zusammen, mit dem die Parolen gesprüht wurden. Verwendet wurde kein Lack, sondern eine Sprühkreide, die der Regen womöglich von alleine wieder abwäscht. Die Bewertung ist nach Aussage von Vera Howanietz deshalb eine Sache der Justiz.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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