Das Frühlingserwachen Anfang März 2020 war der vorerst letzte verkaufsoffene Sonntag in Schwerte. © Bernd Paulitschke
Innenstadt

Werbegemeinschaft plant trotz Corona-Pandemie verkaufsoffene Sonntage

Vier verkaufsoffene Sonntage hatten die Schwerter Händler optimistisch geplant. Einer fällt auf jeden Fall aus, bei einem anderen hat Verdi schwere Bedenken. Allerdings nicht aus Corona-Gründen.

Im Februar gab sich die Schwerter Werbegemeinschaf noch optimistisch und plante vier verkaufsoffene Sonntage für 2021. Los gehen sollte es am 9. Mai mit einer Großveranstaltung zur Maikirmes. Doch Maikirmes, Autofrühling, Schwerte Kulinarisch, die Präsentation der Schwerter Vereine auf dem Werner-Steinem-Platz und mit ihnen der verkaufsoffene Sonntag fallen erneut der Corona-Pandemie zum Opfer.

„Wir haben diesen Sonntag bereits abgesagt“, bestätigte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Peter Rienhöfer am Dienstag auf Anfrage. Dennoch gibt man sich bei der Werbegemeinschaft weiterhin optimistisch. Der nächste verkaufsoffene Sonntag soll zum Pannekaukenfest am 12. September ausgerichtet werden. „Auch wenn das natürlich jetzt weit in der Zukunft liegt, sind wir optimistisch, dass wir den veranstalten können“, so Rienhöfer.

Ein weiterer verkaufsoffener Sonntag der Innenstadtgeschäfte ist für den 24. Oktober geplant. Dann findet in Schwerte, wenn die Pandemie das zulässt, die Herbstkirmes statt. Flankiert werden soll die Veranstaltung durch einen Handwerkermarkt und erneut Schwerte kulinarisch auf dem Marktplatz.

Verkaufsoffener Adventssonntag wird im Rat beantragt

Und bei der nächsten Ratssitzung, die am 5. Mai stattfindet, soll ein weiterer verkaufsoffener Sonntag beantragt werden. Und zwar für den 1. Advent, zum Weihnachtsmarkt Bürger für Bürger. Ob der stattfinden darf, liegt aber nicht alleine an der Corona-Situation. Denn die verkaufsoffenen Sonntage sind nur dann erlaubt, wenn sie im öffentlichen Interesse liegen. Ein öffentliches Interesse liegt nach dem Ladenöffnungsgesetz NRW insbesondere vor, wenn die Öffnung im Zusammenhang mit örtlichen Festen, Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen erfolgt. Die Stadt muss für jeden dieser Sonntage eine ordnungsbehördliche Verordnung erlassen.

Die Gewerkschaft Verdi klagt in NRW regelmäßig gegen diese Verordnungen und bekommt auch relativ oft vor Gerichten recht. Genau deshalb hatten man den Sonntag zum Weihnachtsmarkt im Februar, als die anderen drei Sonntage im Rat beschlossen wurden, von der Liste genommen. Man wollte noch einmal das Gespräch mit der Gewerkschaft suchen.

Reicht Weihnachtsmarkt der Bürger als Anlass?

Die blieb allerdings bei ihren Bedenken. In der Vorlage für den Rat steht dazu: „Die Gewerkschaft Verdi äußerte erhebliche Zweifel, ob die Veranstaltung den öffentlichen Charakter des Tages in dem von der Ladenöffnung umfassten Bereich maßgeblich prägt und so die vorgesehene Maßnahme von der Regel der Sonntagsruhe zu rechtfertigen vermag.“

„Der lokale Handel braucht die Sonntage“

Aus der Sicht der vor allem kleinen Einzelhändler in Schwerte ist das ärgerlich. „Der lokale Handel braucht die verkaufsoffenen Sonntage, um überhaupt wieder Menschen in die Innenstädte zurückzubringen“, so Rienhöfer. Der bislang letzte verkaufsoffene Sonntag in Schwerte fand übrigens Anfang März 2020 statt, also vor über einem Jahr.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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