Wie aus dem tölpelhaften Aladin ein begehrter Prinz wird

Theater am Fluss

Mit dem turbulenten Kinder- und Jugendstück „Aladin und die Wunderlampe“ entführte das Junge Ensemble vom Theater am Fluss (TaF) die kleinen und großen Besucher in die Welt des Orients.

Schwerte

, 27.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie aus dem tölpelhaften Aladin ein begehrter Prinz wird

Die Jugendgruppe vom Theater am Fluß hat das Stück „Aladins Wunderlampe“ aufgeführt. © Bernd Paulitschke

Große Spielfreude zeigten die Darsteller des Jungen Ensembles vom Theater am Fluss bei der Premiere ihres Stückes „Aladin und die Wunderlampe“ gleich von Beginn an – der Funke sprang sofort von der Bühne auf die Zuschauer über.

Und der Weg dorthin war nur kurz, denn im total ausverkauften Haus der Rohrmeisterei-Theaterhalle an der Ruhrstraße wurden spontan für die jüngeren Besucher vor der ersten Besucherreihe, direkt am ebenen Bühnenrand, zusätzliche Turnmatten bereit gelegt – absolute Logenplätze: Fast mittendrin auf dem gut besuchten orientalischen Marktplatz oder im üppigen Palast des Sultans.

Stand doch mit dem Kinder- und Jugendstück „Aladin und die Wunderlampe“ die wohl bekannteste der Geschichten aus „1000 und einer Nacht“ auf dem Spielplan – einschließlich Spannung, Aufregung und orientalischer Exotik.

Schauspieler im Alter von 6 bis 16 Jahren

Autor und Theaterwissenschaftler Stefan Schroeder, der gemeinsam mit Sina Weber auch die Regie führte, hatte das Theaterstück „Aladin und die Wunderlampe“ entsprechend angepasst – denn mit 30 Schauspielern, davon die meisten im Alter zwischen sechs und 16 Jahren, stand eine große Formation auf der Bühne.

Die Darsteller schlüpfen in die verschiedensten Rollen: sie sind Marktschreier, Bergwichtel, Wüstenmäuse, Geister oder Diener am Hof des Sultans. „Wir haben uns eng an das Original gehalten, aber zudem originelle und humorvolle Dinge eingebracht und die spezifischen Neigungen der jungen Schauspieler berücksichtigt“, erklärte Stefan Schroeder das Konzept: „Seit Februar haben wir geprobt und in Workshop-Arbeit den spielerischen Einstieg in das Stück sowie die Identifikation mit den einzelnen Figuren und Rollen erarbeitet – die Teilhabe der Kinder an der Gestaltung des Stückes, des Bühnenbildes und der Kostüme war uns wichtig“.

Zuschauer stieg ins Elefanten-Kostüm

Dass trotz des großen Aufgebotes noch der „Elefant“ fehlte, der in einem Szenenbild die Prinzessin in den Palast des Sultans führen sollte, war ein origineller Regieeinfall von Sina Weber: Nach kurzer Suche stellte sich unter großem Applaus ein Zuschauer unverhofft als Komparse zur Verfügung.

Schlag auf Schlag findet das turbulente Treiben auf der Bühne statt: Der vermeintlich tölpelhafte Taugenichts Aladin, hervorragend und überzeugend gespielt von Tom Steven, soll eigentlich die Schneiderei seines verstorbenen Vaters übernehmen. Nachdem er von seinem angeblichen Onkel angesprochen und zur Kaufmannslehre überredet wird, ergeben sich neue Zukunftspläne für den jungen Aladin.

Als er dann seinen vermeintlichen Onkel als bösen Zauberer (überzeugend dargestellt von Lorena Pforr) entlarvt, ändert sich das Bild.

Für den magischen Zauberer soll Aladin eine Wunderlampe aus einer mit allerhand Edelsteinen gefüllten Höhle herausholen – alles, damit die Macht des Zauberers noch größer wird. Aber der pfiffige Aladin entdeckt gemeinsam mit seinem ihn stets begleitenden Affen „Glückstag“ (Mia Kämmerling) die Kraft der Öllampe, gibt die rostige, alte Wunderlampe nicht heraus und kann sie geschickt zu seinen Gunsten nutzen.

Verliebt in die Prinzessin

Als er sich dann auch noch in die schöne Prinzessin (Marie Kusber) verliebt, soll seine Mutter (Anja Samaga) beim Sultan um die Hand der Prinzessin bitten. Mit viel Spielwitz stellte Leo Wiegers den ehrwürdigen Sultan dar: „Ich lasse bitten“, so seine Anweisung an die Dienerschaft „Laufschritt“ und „Bringschuld“ (Benjamin Goos und Maida Kahl) zur Ladung der Bittsteller.

Ob die Wünsche des inzwischen selbstbewussten und von sich überzeugten Aladin in Erfüllung gehen? Die Zuschauer kennen das Ergebnis, hatten viel Spaß an der unterhaltsamen und humorvollen Vorstellung. Sie bedankten sich mit viel Beifall und Bravo-Rufen bei den Protagonisten.

Auch Regisseurin Sina Weber zeigte sich zufrieden: „Eine tolle Leistung der jungen Schauspieler – beste Voraussetzungen für die nächsten Vorstellungen des Stückes“.

Weitere Vorführungen

Hier gibt es Tickets

Weitere Vorstellungen in der Halle 4 der Rohrmeisterei, Ruhrstraße 20, sind am Montag, 3. Juni und Freitag, 7. Juni um jeweils 18 Uhr sowie Samstag, 8. Juni um 16 Uhr. Karten kosten 10 Euro für Erwachsene sowie 5 Euro für Schüler, Studierende, Gleichgestellte und Schwerbehinderte. Eintrittskarten sind erhältlich im Vorverkauf in der Ruhrtal-Buchhandlung, Hüsingstraße 20. Reservierungen sind auch möglich im Internet.
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