Wie Claudia Jesser die Kollektion für ihre erste Boutique in Schwerte aussucht

hzEinkaufen in Schwerte

Woher bekommen Boutiquen eigentlich ihre Waren, und wie sucht man sie aus? Claudia Jesser eröffnet in Schwerte eine Boutique und ließ uns hinter die Kulissen blicken.

Schwerte

, 12.09.2019, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Ladenlokal hat Claudia Jesser schon gefunden. Mittlerweile ist es auch renoviert und ausgebaut. Was fehlt, sind die Waren für ihre Boutique. Was im Angebot sein sollte, hat die neue Ladeninhaberin festgelegt: Damenmode und Dekoartikel. Doch welche es sein sollen?

In der vergangenen Woche war die angehende Händlerin auf Shopping-Tour. Denn auch die meisten Besitzer von Boutiquen gehen einkaufen. Und zwar nicht in kleinen Läden oder direkt in einer Kleiderfabrik, sondern im Großhandel. Und der ist wirklich groß, zumindest im Fall von Imotex in Neuss. Ein riesiges Einkaufszentrum mit zahllosen Shops bietet hier Ware für Wiederverkäufer an. Auf fünf Etagen gibt es Mode, so weit das Auge reicht.

Allerdings nicht für jeden. Wer hier einkauft, muss eine Gewerbeanmeldung vorlegen und bekommt dann eine Kundenkarte, die er in jedem Shop vorlegen muss - ein ähnliches System wie bei der Metro. Eigentlich erinnert alles an ein großes Shoppingcenter, in dem man nach Herzenslust stöbern könnte.

Wie Claudia Jesser die Kollektion für ihre erste Boutique in Schwerte aussucht

Die meisten Waren kann man auch im Großhandel gleich mitnehmen. © Jesser

Die Zeit drängt, denn die Eröffnung naht

Doch für Claudia Jesser drängt die Zeit, denn sie will bald eröffnen. Und dazu muss genügend Ware her. „Erst habe ich gedacht, das ist alles genug, aber jetzt entwickele ich eine Torschlusspanik“, erklärt Claudia Jesser. Und die führt dazu, dass sie bereits vier Mal das große Modecenter besucht hat. Immer wieder auf der Suche nach Sachen, die in ihre Boutique passen könnten.

Am Ende kam ihre eigene Zusammenstellung dabei raus: Jeans und normale T-Shirts soll es auch geben, aber auch bunte und auffallende Mode. „Ich hab mich was getraut“, betont sie.

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Die ausgesuchten Kleidungsstücke kann man bei den Läden in dem Großhandelszentrum direkt mitnehmen. Eingepackt wurden nur die üblichen Konfektionsgrößen von 36 bis 42. Extragrößen sind nicht im Angebot bei Ava. So soll der Laden nämlich heißen. „Nach meinem ersten Enkelkind, das vor zwei Monaten geboren wurde.“

Wie Claudia Jesser die Kollektion für ihre erste Boutique in Schwerte aussucht

© Jesser

In den Niederlanden geht alles nur mit Umsatzsteuernummer

Ein wenig aufwendiger als der Kleidereinkauf ist der von Deko-Artikeln. Dafür war die angehende Ladeninhaberin am Donnerstag im niederländischen Venlo unterwegs. Auch hier wird im Großhandel eingekauft, doch der unterliegt dann den europäischen Bestimmungen. „Ich musste mich mit meiner Umsatzsteuernummer da anmelden“, erzählt sie. Im Großhandel in den Niederlanden muss sie dann zwar keine Umsatzsteuer bezahlen, aber beim Verkauf in Deutschland. Und dafür ist die Umsatzsteuernummer wichtig.

Überhaupt gilt es, einige Verwaltungsarbeit zu erledigen, bevor man ein Geschäft eröffnen kann. Das reicht von der Gewerbeanmeldung bis zum Erfassungsbogen. Für Manches hat Claudia Jesser eine Steuerberaterin, bei anderem schöpft sie aus ihrer Erfahrung bei der Stadtverwaltung. Dort ist sie seit Jahren tätig und bleibt es auch in Teilzeit. Für ihren Laden hat sie eine Genehmigung vom Arbeitgeber.

Das kleine Ladenlokal an der Mährstraße 12 hat eine bewegte Vergangenheit. Vom Tattoostudio über die Seifenkiste bis zur Pizzeria. Sogar ein Friseursalon war hier schon beheimatet. Zuletzt stand der Laden leer.

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