Wie eine Schule alten Rechnern Leben einhaucht

Musikprojekt am FGB

Ein Desktoprechner mit Windows-Vista-Aufkleber - geschätzt zehn Jahre alt. Genau solche Computer sucht das Friedrich Bährens-Gymnasium Schwerte für ein Musikprojekt. Wie das genau funktionieren soll, erklären Schulleiter Heiko Klanke und Schlagzeuger Daniel Schlep genauer.

SCHWERTE

, 02.07.2017, 05:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pilotprojekt Daniel Schlep wird am FBG mit Schülern an alten PC Musik aufnehmen und gestalten.
Auf dem Foto ist er mit dem Schulleiter Herrn Klanke

Pilotprojekt Daniel Schlep wird am FBG mit Schülern an alten PC Musik aufnehmen und gestalten. Auf dem Foto ist er mit dem Schulleiter Herrn Klanke

Einen alten Desktoprechner hat Schulleiter Heiko Klanke schon mal aufgeschraubt. Der Inhalt ist recht übersichtlich. Ein großer Lüfter, bunte Kabel, wenige Plantinen. Der Aufkleber Windows Vista macht deutlich, der Rechner ist gut zehn Jahre alt. Ein Alter, dass Computer in der heutigen Zeit selten erreichen. Ganz schnell werden das alte Tablett, das einst schicke Handy oder eben der Rechner zu Elektroschrott. Die Verfallszeiten für technisches Gerät werden immer kürzer.

„Das ist auch ökologisch ein Problem“, betont Klanke. An seiner Schule, dem Friedrich Bährens-Gymnasium, soll ab nächstem Schuljahr in einem Pilotprojekt Schülern gezeigt werden, wie man vermeintlich überholte Gerätschaften zu neuem Leben erweckt. Und weil das Projekt von Schlagzeuger Daniel Schlep entwickelt wurde, haben die neuen Möglichkeiten der alten Technik etwas mit Musik zu tun.

Schlep will Medienkompetenz als Macher fördern

„Ich möchte Medienkompetenz fördern“, erklärt Schlep. Und zwar nicht die als Konsument, sondern eine Kompetenz als Macher. Denn nicht jede Aufrüstung auf schnellere Rechner sei notwendig.

Deshalb propagiert er, sich auf Basis des frei zugänglichen Betriebssystems Linux, selbst seine Software zusammenzustellen. Schlep selber hat seine zum Teil hochprofessionelle Musiksoftware auf ein uraltes Notebook gespielt. Damit tritt er auf, damit kann man sogar Musikaufnahmen machen.

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Das Projekt soll Technik und Kultur verbinden

All das sollen im kommenden Schuljahr die Schüler der Mittelstufe des FBG lernen können. Das Projekt, das Technik und Kultur verbindet, ergänze gut den Wahlpflichtbereich Musik und Bühne, den es am FBG gibt. „Und schon jetzt gibt es genügend Interesse“, so Klanke.

Einige Schüler hätten sogar auf die ersten alten Rechner, die der Schule gespendet wurden, Linux aufgespielt. Doch gerade bei der Technik ist noch Luft nach oben. Die Schule würde sich freuen, wenn sie noch ein paar ausrangierte Rechner gespendet bekäme. Wobei Klanke auch weiß: „Was manche Firmen abschreiben, können wir auch so in der Schule noch gut gebrauchen.“

Alte Rechner machen sogar komplexe Musikaufnahmen möglich

Wie die AG arbeiten soll, dazu hat Schlep bereits einen Plan: Zunächst werde man sich mit den Rechnern beschäftigen, dann, wie man mit ihnen kreativ werden kann, und zum Schluss sollen auch Instrumente hinzukommen. Denn die alten Rechner können, richtig eingesetzt, den Schülern eine ganze Reihe von Möglichkeiten bieten. Von der elektronischen Verarbeitung von Klängen, über Möglichkeiten, seine Ideen zu notieren, bis zu komplexen Musikaufnahmen.

„Anmeldungen zu der Arbeitgruppe sind aber erst nach den Sommerferien möglich“, betont Schulleiter Klanke. Gefördert wird das Projekt übrigens vom Land NRW unter der Überschrift „Schule und Kultur.“

Das modular aufgebaute Betriebssystem Linux wird von Softwareentwicklern auf der ganzen Welt weiterentwickelt, die an den verschiedenen Projekten mitarbeiten. An der Entwicklung sind Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und viele Freiwillige beteiligt. Es kann kostenlos aus dem Internet runtergeladen werden. Das Android-Betriebssystem der meisten Handys, Tabletts und Smartphones funktioniert auf Linux-Basis. Als Erfinder von Linux gilt der Finne Linus Thorwald.

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