Wie viele Corona-Tests gab es eigentlich bisher in Schwerte?

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Wie viele Menschen in Schwerte sind mit Corona infiziert? Diese Zahl veröffentlicht der Kreis seit Monaten täglich. Schwieriger wird es, wenn man fragt: Wie viele Tests gab es?

Schwerte

, 24.06.2020, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Anfang war die Zuständigkeit klar: Schon als sich die erste Corona-Welle andeutete, fuhren die Kreise und kreisfreien Städt mit ihren Gesundheitsämtern die Kapazitäten hoch. „Da haben wir getestet“, erläutert Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna.

Rund 3000 Tests seien das kreisweit zunächst gewesen. Wie viele in welchen Städten – das könne er allerdings nicht sagen.

Ende März wechselte die Zuständigkeit zur Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Sie schloss beispielsweise die Notfalldienstpraxis am Marienkrankenhaus, in die Kranke außerhalb der Hausarztpraxis-Öffnungszeiten gehen können. In den Räumen öffnete die dritte Corona-Teststelle im Kreis Unna. Federführend war die KVWL.

150 Tests in fünf Wochen an der Stelle am Krankenhaus

Ende Mai, als es immer weniger Corona-Verdachtsfälle gab, dafür aber mehr Tests verfügbar waren, ging alles zurück: Schwertes zentrale Teststelle schloss, die Räume wurden wieder zur Notfallpraxis. Und für die Corona-Abstriche waren ab dann die Hausärzte zuständig.

Die Situation sei ja dann eine andere gewesen, so eine KVWL-Sprecherin: „Die Praxen hatten vorher kein Schutzmaterial.“ Das habe sich aber geändert. „Daher konnte man dann die Behandlung der Patienten auch in den Arztpraxen durchführen.“

Und wie viele Tests führte die KVWL nun in Schwerte durch? 150 seien es innerhalb der letzten fünf Wochen der Teststelle gewesen, also durchschnittlich 30 pro Woche.

Marienkrankenhaus: 15 bis 20 Tests pro Tag

Hinzu kamen seinerzeit schon die aus dem Marienkrankenhaus. 15 bis 20 pro Tag seien es, eigentlich fast durchgehend, im März wie heute, erklärt dessen Sprecher Detlev Schnitker. Bedeutet: dort allein insgesamt um die 2000 Tests.

Denn im Marienkrankenhaus gibt es Tests nicht bei Verdachtsfällen, dafür gleich in drei anderen Fällen, so Schnitker weiter: erstens bei Verlegungen von Patienten, damit eine Covid-19-Freiheit nachgewiesen wird. Zweitens bei bereits Infizierten, wenn nachgeprüft werden soll, ob die Erkrankung noch besteht oder überstanden ist. Und drittens bei Menschen aus Risikogruppen, die in die Klinik kommen – beispielsweise zu Untersuchungen oder Operationen in ganz anderen medizinischen Bereichen.

Neben Älteren und Vorerkrankten zählen auch medizinisches Fachpersonal und Mitarbeiter von Seniorenheimen dazu.

Notfall wird bis zum negativen Test isoliert wie ein Covid-Kranker

Auch wer als Notfall reinkommt werde getestet, so Schnitker, und müsse bis zum negativen Ergebnis wie ein Covid-19-Erkrankter behandelt werden, also isoliert im Zimmer, das Ärzte und Pflegekräfte nur in Schutzkleidung betreten. Oberste Priorität habe im Krankenhaus nun einmal, dass das Virus sich nicht ausbreite.

Deshalb müsse es auch bei den Tests schnell gehen. „Wir haben uns Labore herausgesucht, die zügig arbeiten“, sagt Schnitker. Idealerweise sei das Ergebnis über Nacht da.

Und in Schwerter Hausarztpraxen? Seit Schließung der KVWL-Stelle teste man deutlich mehr, heißt es von dort. Vorher seien es ein oder zwei Tests pro Woche gewesen. In der aktuellen Woche sei man beispielsweise bei sieben.

Viele Hausärzte wollen sich aber lieber nicht dazu äußern. Nach Ende der Corona-Pandemie könne man eine Bilanz ziehen. Jetzt sei es zu früh, heißt es beispielsweise.

In der Hausärztlichen Notdienstpraxis am Pfarrer-Stelzner-Haus hinter dem Marienkrankenhaus war eine Coronavirus-Teststelle.

In der Hausärztlichen Notdienstpraxis am Pfarrer-Stelzner-Haus hinter dem Marienkrankenhaus war eine Coronavirus-Teststelle. © Reinhard Schmitz

Kassenärztliche Vereinigung: Tönnies geht erst einmal vor

Spätestens wenn abgerechnet wird, landet alles aber bei den Krankenkassen. Müsste nicht also die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Dortmund wissen, wie viele Corona-Tests es unterm Strich in Schwerte gab und wie viele nun üblicherweise pro Woche hinzukommen?

Mag sein, sagt eine Sprecherin, sie müsse sich allerdings erst einmal schlau machen, ob es diese Zahl für Schwerte so gebe. Das dauere allerdings, denn zum Zuständigkeitsbereich der KVWL gehört auch der Kreis Gütersloh. Und zu diesem Thema gingen derart viele Medienanfragen ein, dass ein rasches Heraussuchen der Schwerter Zahlen nicht klappe.

Oder kurz: Tönnies geht vor.

Falls es also eine Antwort auf die Frage gibt, wie viele Corona-Tests es in Schwerte gab – frühestens dann, vielleicht auch gar nicht.

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