Wie viele Zeugen? Wann gibt es ein Urteil? So ist der Mordprozess gegen Michael S. geplant

hz72-Jährige aus Ergste ermordet?

Wie sieht der Prozess aus gegen den Mann, der eine 72-Jährige in Ergste ermordet haben soll? Wann könnte es ein Urteil gegen Michael S. geben? Wie viele Zeugen sagen aus? Es gibt Antworten.

Ergste

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Was ist passiert am 9. Januar 2019 im Haus an der Gillstraße in Schwerte-Ergste? Die Anworten soll ein Prozess gegen Michael S. (50) bringen, den das Landgericht Hagen nun fest terminiert hat.

Nicht nur der Beginn steht nun fest, erklärte Bernhard Kuchler, der Sprecher des Landgerichts in Hagen, am Donnerstag. Auch die Anzahl der Zeugen, der Gutachter, der Prozesstage sei festgelegt.

? Wann ist Prozessauftakt? Und was passiert dann?

Am Donnerstag, 4. Juli, um 9 Uhr im großen Saal des Landgerichts Hagen. Tag eins des Prozesses wird gleich ein langer: Nach den Formalien wie der Verlesung der Anklage werden sechs Zeugen vernommen, erläutert Kuchler. Außerdem werden zwei oder drei Sachverständige gehört: voraussichtlich einer, der etwas über den medizinischen Zustand des Angeklagten Michael S. sagen könne; zudem ein Experte für Brände und deren Ursachen. Und der psychologische Gutachter sei ohnehin an allen Prozesstagen dabei. Falls es Nachfragen gebe, so Kuchler.

Jetzt lesen

? Wie viele Prozesstage sind überhaupt angesetzt?

Sieben: Nach dem 4. Juli sind das noch 19., 25. und 31. Juli sowie 13., 14. und 29. August. Eröffnet werden alle Prozesstage um 9 Uhr.

? Wie viele Zeugen sagen aus?

24 Zeugen sind geladen, weiß der Landgerichtssprecher nach einem Blick in seine Unterlagen. Sie seien so ausgewählt worden, dass das Verhalten des Angeklagten und die Hintergründe der Tat aufgehellt würden, unterstreicht Kuchler. „Da sind auch Menschen dabei, die mit ihm seit der Haftentlassung zu tun hatten.“ Michael S. hatte bis zum Herbst 2018 insgesamt 29 Jahre in Gefängnissen verbracht, war zuletzt in der JVA in Schwerte. Wenige Monate nach der Entlassung passierte der Mord.

Jetzt lesen

? Und wie viele Sachverständige sind dabei?

Insgesamt sechs. Neben dem Psychologen, der wohl auch zu Fragen einer eventuellen Sicherheitsverwahrung Stellung beziehen wird, sind das der Brandsachverständige und derjenige, der den körperlich-medizinischen Zustand beurteilen soll - also auch die Frage, ob Michael S. bei Festnahme und Tat wohl Drogen oder Alkohol im Blut hatte. Hinzu kommen drei weitere Experten.

Jetzt lesen

? Was wird Michael S. überhaupt vorgeworfen?

Insgesamt vier Dinge: Körperverletzung, Mord, Diebstahl und Brandstiftung. Alle vier Vorwürfe werden geprüft und einzeln bestraft, wenn das Gericht sie als erwiesen ansieht. Praktisch muss man aber hinzufügen: Ist jemand solch eines Mordes schuldig, erhält er lebenslänglich. Dann ist es de facto egal, ob weitere Strafen hinzukommen oder nicht.

? Und wie ist der 9. Januar laut Anklageschrift abgelaufen?

Michael S. soll auf die 72-jährige Hausbesitzerin eingeschlagen haben, er soll auf sie eingestochen haben und sie anschließend erwürgt haben. Danach soll der 50-Jährige die Leiche angezündet haben, soll auch einen Stuhl in Brand gesteckt und ein eingeschaltetes Bügeleisen ins Bett gelegt haben. „Das läuft unter besonders schwerer Brandstiftung“, erläutert Landgerichtssprecher Kuchler - und das hänge nicht mit den Auswirkungen zusammen, sondern mit der Intention. Die sei gewesen, eine andere Straftat zu verdecken.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt