Zahl der Covid 19-Patienten steigt stetig, aber nicht schwungartig

Aus dem Marienkrankenhaus

In Deutschland erkranken eher jüngere Menschen an Covid-19 als im europäischen Ausland. Und es gibt den ersten Corona-Toten in Schwerte. Chefarzt Dr. Ulrich Franken hat neue Informationen.

Schwerte

05.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ulrich Franken ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Marienkrankenhaus. Er gibt Tipps im Umgang mit dem Coronavirus.

Ulrich Franken ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Marienkrankenhaus. Er gibt Tipps im Umgang mit dem Coronavirus. © Detlev Schnitker

Wie sieht die Situation in den beiden Schwerter Krankenhäusern aus? Ulrich Franken, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Marienkrankenhaus in der Schützenstraße, nimmt sich ab sofort in regelmäßigen Abständen die Zeit, ein paar Tipps im Umgang mit dem Covid 19-Virus zu geben und aufzuklären.

? In beiden Schwerter Kliniken werden immer mehr Covid 19-Patienten behandelt. Wie schätzen Sie die Lage ein?

„Innerhalb der letzten Woche ist die Zahl der stationär aufgenommenen Covid 19-Patienten von 1 auf 11 gestiegen. Vier überwiegend ältere Patienten mit Vorerkrankungen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Die Zunahme erfolgt also langsam steigend und noch nicht schwungartig. Leider ist allerdings am Donnerstag der erste Patient am Standort Goethestraße an der Covid 19-Erkrankung gestorben. Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Deshalb gilt insgesamt an alle die Empfehlung: Halten sie die Kontaktsperre ein und schützen sie sich. Die Lage in Schwerte ist im Zusammenhang mit Covid 19 weiter überschaubar.“

? Zu den Zahlen infizierter Personen: Warum gibt es im europäischen Ausland mehr schwere Krankheitsverläufe, eine höhere Sterblichkeitsrate?

„Im Ländervergleich sind bei uns mehr Jüngere betroffen. Im Durchschnitt sind bei uns die Personen, die an Covid 19 erkranken, 10 bis 15 Jahre jünger. Das hat zur Folge, dass die Verläufe viel glimpflicher ausfallen. Viele können die Krankheit zuhause ausheilen. Bei den Patienten, die ins Krankenhaus müssen, reicht eine medizinische Betreuung in einem isolierten Zimmer in der Regel aus. Die Verlegung auf die Intensivstation und die Notwendigkeit der Beatmung stellt sich nicht so häufig. Aber wie gesagt: Das ist derzeit so. Keiner kann seriös vorhersehen, wie sich die Situation verändert.“

? Zu den Symptomen einer Corona-Erkrankung: Stimmt es, dass der Geschmacks- und Geruchssinn leidet?

„So ist es in der Literatur beschrieben. Diejenigen, die Husten und etwas höheres Fieber gehabt haben, beklagten die einige Tage dauernde Beeinträchtigung des Geschmacks- und Geruchssinns.“

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