Die SG Selm setzt sich gegen den VfL Wolbeck durch. Hier ist Sebastian Kramzik auf dem Weg zum 1:1. © Henkel
Fußball

„Pokalgesicht gezeigt“: Die SG Selm schmeißt den nächsten Favoriten raus

Die SG Selm steht im Viertelfinale des Kreispokals. Am Donnerstagabend setzt sich die Elf gegen Bezirksligist VfL Wolbeck durch und trifft in der nächsten Runde auf einen Westfalenligisten.

Der SG Selm gelingt der nächste Coup. Der Fußball-A-Ligist setzt sich am Donnerstagabend im Kreispokal durch und steht im Viertelfinale des Wettbewerbs. Gegen Bezirksligist VfL Wolbeck dreht die Mannschaft einen Rückstand und siegt mit 2:1 (0:1).

Die Voraussetzungen waren dabei erneut wieder schlechte. Trainer Mario Rast musste erneut auf eine ganze Reihe Spieler verzichten. Die, die aber auf dem Feld standen, machten ihre Sache gut – zumindest 45 Minuten lang.

SG Selm gerät durch ein Eigentor in Rückstand

Denn mit dem ersten Durchgang war Rast nicht zufrieden. „Wir kommen aus jedem Zweikampf als Verlierer raus. Wir haben nur reagiert“, monierte er. Eine Viertelstunde ging das immerhin gut. Bis hierhin ließen die Hausherren keine gegnerische Chance zu und versuchten, selbst Akzente nach vorne zu setzen, was aber häufig misslang. Dann aber die 16. Minute: Nach einer Ecke brachten die Wolbecker den Ball aus dem Gewühl aufs Selmer Tor. Tobias Lütjann fälschte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab – 0:1.

Anschließend kontrollierten die Gäste das Spiel, die SG lief die meiste Zeit der Musik hinterher und erlangte lediglich einmal vor der Halbzeit etwas längere Kontrolle.

Dann ging es in die Kabinen. Und die Ansprache, die sich Rast überlegt hatte, zeigte Wirkung. „Wir liefern so eine Rotze, das geht doch nicht. Das ist scheiße“, meinte der Trainer. „Die Leute, die hier sind, stehen in der Kälte rum und ihr spielt so etwas.“

Andreas Schmidt verteidigte die rechte Abwehrseite der SG Selm.
Andreas Schmidt verteidigte die rechte Abwehrseite der SG Selm. © Henkel © Henkel

Die SG kam mit deutlich besserer Körpersprache zurück aufs Feld und übernahm vom Anstoß weg die Kontrolle. „Bei denen ging das Selbstvertrauen weg, bei uns ist es gewachsen“, meinte Rast.

Schon zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff hätten sich die Selmer dafür fast schon belohnen können, doch Robin Coerdt verzog knapp übers Tor. Besser machte es Sebastian Kramzik. Dieser wurde schön freigespielt, schoss von der Strafraumgrenze und überwand den Wolbecker Torhüter per Flachschuss (56.).

Die Selmer Spieler wurden „immer größer“, wie Rast es formulierte. Zwar machte der VfL noch einmal etwas Druck, mehr als ein Kopfball nach einer Ecke, den Linus Bülskämper im Tor toll parierte, kam aber nicht dabei heraus.

Auch wenn Selm längst die bessere Mannschaft war, drohte das Spiel noch zu kippen. Kurz nachdem Dimitri Rutkovski mit einem Fernschuss aus der zweiten Reihe gescheitert war, gab es auf der Gegenseite einen Freistoß aus aussichtsreicher Position. Rast und die Selmer Bank pusteten an der Seitenlinie tief durch, als der Ball knapp über die Latte strich.

Kurz vor dem Ende belohnten sich die Gastgeber aber dann doch noch für ihre gute Leistung im zweiten Durchgang. Felix Schröder ließ gleich mehrere Gegner stehen, drang in den Wolbecker Strafraum ein und wurde zu Fall gebracht, kurz bevor er den Ball selbst einschieben konnte. Das übernahm Niklas Neumann, der sicher vom Punkt verwandelte (87.).

Jetzt wartet ein Westfalenligist

Die knappe Führung brachte die SG über die Zeit. Angetrieben von der Bank und den Zuschauern, die jede Verteidigungsaktion lautstark bejubelten, gelang den Selmern die Überraschung. „Die Jungs haben sich belohnt, aber Albersloh muss man auch vergessen machen“, meinte Rast mit Hinblick auf das vergangene Liga-Spiel, das sein Team mit 0:3 verloren hatte. „Heute haben wir wieder unser Pokalgesicht gezeigt“, freute sich Rast.

Das dürfen sie in diesem Wettbewerb bald erneut präsentieren. Am 4. November wartet dann aber eine noch größere Aufgabe: Dann muss die SG Selm gegen Westfalenligist TuS Hiltrup ran, der bereits den FC Nordkirchen ausgeschaltet hatte.

SG: Bülskämper – Schmidt, Lütjann, Ulrich, Maikötter (46. Konietzni), Neumann, Rutkovski (89. Tarhan), R. Coerdt, Kramzik (65. Schröder), K. Coerdt (78. Schwegler), Zolda

Tore: 0:1 Lütjann (16./ET), 1:1 Kramzik (56.), 2:1 Neumann (87./FE)

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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