Gesperrte Kreisstraße: Anwohner und Autofahrer kritisieren Umleitungen

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Kaum ist die Kreisstraße zwischen Selm und Bork gesperrt, mehrt sich die Kritik an den Umleitungen. Im Fokus des Ärgers steht aber nicht nur die Stadt.

Selm, Bork

, 15.10.2019, 19:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit die Kreisstraße (Bundesstraße 236) zwischen dem Zeche-Hermann-Wall und der Einmündung Gutenbergstraße wegen der Fahrbahnsanierung gesperrt ist, muss der motorisierte Verkehr Umwege nehmen. Offiziell hat die Stadt die Umleitung über die Netteberger Straße, die Werner Straße und den Zeche-Hermann-Wall ausgeschildert.

Das hat unter anderem in den sozialen Medien zu Unmut geführt. Weil für die Netteberger Straße die Schilder „Verbot für LKW“ durchgestrichen beziehungsweise umgedreht worden seien, „fahren schwere, breite und große LKW und Busse da durch“, schreibt eine Selmerin auf Facebook. „Das ist eine ganz gefährliche Situation, wenn man denen begegnet“, heißt es weiter.

LKW fahren über Bordsteine

In der Tat: Wer die Netteberger Straße befährt, erlebt nicht nur, dass es mehr oder weniger lange Staus gibt, wenn sich Traktoren und LKW begegnen. Regelmäßig fahren Lastwagen über Bordsteine, weil Begegnungsverkehr sonst nicht möglich wäre.

Gesperrte Kreisstraße: Anwohner und Autofahrer kritisieren Umleitungen

Der Verkehr hat auf der Netteberger Straße zugenommen. Sie ist offizielle Umleitungsstrecke wegen der Fahrbahnsanierung auf der Kreisstraße. © Arndt Brede

Eine andere Selmerin beschwert sich auf Facebook über den höheren Zeitaufwand wegen der Umleitung. Die Selmerin Tatjana Bleuel hat da andere Erfahrungen gemacht: „Heute morgen bin ich die Umleitung Werner Straße/Netteberger Straße gefahren mit gerade mal zwei Minuten mehr Fahrtzeit ... also sehr entspannt.“

Tipp: Zehn Minuten eher losfahren

Eine weitere Facebook-Userin rät: „Umleitungen sind immer mit Zeitaufwand verbunden.“ Im Übrigen sei weit im Voraus über die Umleitungen berichtet worden. „Warum heute so viele aggressiv und unter Zeitdruck fahren, verstehe ich nicht. Dann muss man halt mal zehn Minuten eher losfahren.“

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Es ist aber nicht nur die offizielle Umleitung, die so manchem unter den Nägeln brennt. „Für die Anwohner ist es eine Zumutung, da die Stadt es nicht schafft, den Durchgangsverkehr ordentlich zu regeln und somit wieder der Kreuzkamp auf der einen Seite und nun auch noch die Luisenstraße aus allen Nähten platzt“, schildert ein Leser gegenüber der Redaktion seine Erfahrungen. Beide Straßen seien nicht als Umgehung oder Umleitung geeignet. Pendler nutzten diese jedoch, und die Anwohner kommen aus ihren Straßen nicht mehr hinaus, schreibt der Leser. Und: „Für mich ist es nur ein Frage der Zeit, bis dass wieder Autos im Graben liegen.“

Gesperrte Kreisstraße: Anwohner und Autofahrer kritisieren Umleitungen

Aus der Haus-Berge-Straße ist das Abbiegen in die Kreisstraße derzeit nicht möglich. © Arndt Brede

Für die Anwohner der Straßenzüge um die Haus-Berge-Straße herum ist derzeit auch kein Abbiegen in die Kreisstraße (Bundesstraße 236) möglich.

Gesperrte Kreisstraße: Anwohner und Autofahrer kritisieren Umleitungen

Die Luisenstraße ist Richtung Bork und Selm Umleitungsstrecke. © Arndt Brede

Für sie gilt die Umleitungsempfehlung über die Luisenstraße Richtung Bork, also Richtung Netteberger Straße, beziehungsweise Richtung Selm, also Richtung Zeche-Hermann-Wall.

Zu eng, zu holperig, zu schnell

Doch diese Straße ist außerhalb der Ortslage Borks nicht mehr als ein Feldweg. Eng und holperig. Kommen einem Traktoren entgegen, wird es sehr eng und alle Beteiligten müssen auf die nicht befestigten Fahrbahnränder ausweichen. Das wäre eigentlich nicht das große Problem. Wenn da nicht ein wichtiger Umstand wäre: „Viele fahren hier völlig unangemessen“, erzählt eine Passantin der Redaktion. „Viel zu schnell.“

Gesperrte Kreisstraße: Anwohner und Autofahrer kritisieren Umleitungen

Die Luisenstraße, derzeit Umleitungsstrecke aus der haus-Berge-Straße, ist nicht breit. Der Begegnungsverkehr muss vorsichtig fahren. Das tun nicht alle. © Arndt Brede

Wir haben die Stadt Selm am Dienstag, 15. Oktober, um Stellungnahme zur Kritik gebeten. Hält die Stadt am Umleitungskonzept inklusive Netteberger Straße fest?Denkt die Stadt daran, dort verstärkt präsent zu sein? Erstens, um die Situation zu kontrollieren. Zweitens als Ansprechpartner für Anwohner und Verkehrsteilnehmer. Bittet die Stadt die Polizei, verstärkt dort zu kontrollieren? Denkt die Stadt auch über verstärkte Kontrollen auf Kreuzkamp und Schorfheide nach? Oder sogar darüber, vor allem LKW aus diesen Straßen herauszuhalten? All diese Fragen sind bis Redaktionsschluss nicht beantwortet worden.

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