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Teuer und gesundheitsgefährdend: Ärger über wilde Müllkippen rund um Cappenberg

hzUmweltsünder

Im Wald türmen sich Reifen. „Solche wilden Müllkippen kommen immer häufiger vor“, sagt Förster Elmar Berks. Da konnte er noch nicht ahnen, was Unbekannte etwas weiter abgeladen haben.

Cappenberg, Selm

, 15.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Haufen PKW-Reifen im Cappenberger Wald, mitten im Naturschutzgebiet. Revierleiter Elmar Berks ist stinksauer. Das sei kein Einzelfall, sagt er. Anhängerweise führen Unbekannte Müll in den Wald. „Wenn die Waldschranken geschlossen sind, dann wird der Müll davor gekippt.“

Der Förster zerbricht sich schon seit einiger Zeit den Kopf, wie er solche Umweltsünder auf frischer Tat ertappen könne: vielleicht mit noch mehr Fotofallen und noch häufigeren Kontrollen. „Aber ich glaube, dass es uns nur gemeinsam gelingen kann.“ Er appelliert an alle, die Augen offen zu halten „und vielleicht auch mal das ein oder andere Nummernschild notieren, wenn uns was ungewöhnlich vorkommt“.

Ein Haufen Eternitplatten an der Borker Straße

So ungewöhnlich wie der Haufen Bauschutt, der vor wenigen Tagen an der Borker Straße lag: mitten im Grünen neben der Zufahrt zum Hof Schulze Altcappenberg. Ein RN-Leser rief die Redaktion an, um darauf aufmerksam zu machen. Sein Verdacht – „das könnte sich um Sondermüll handeln“ – hat sich inzwischen bestätigt.

Bis 1993 hatte der Hersteller in die Betonplatten krebserregende Asbestfasern gemischt. Die Entsorgung der so genannten Eternitplatten, die oft zur Eindeckung von Stall- und Garagendächern genutzt wurden, ist daher mit Aufwand verbunden – und mit Kosten.

So funktioniert die Entsorgung richtig

200 Euro pro Tonne kostet die vorgeschriebene Entsorgung. Laut der Abfallberatung der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA) gibt es im Kreis Unna nur eine Stelle, wo asbesthaltiger Bauschutt entsorgt werden darf: in Kamen-Heeren, Mühlhauser Straße. Allerdings seien die Eternitplatten und anderes nur in speziellen Verpackungen abzugeben, die je nach Größe zwischen 12 und 18 Euro kosten. Im Selmer Wertstoffhof sind sie nicht erhältlich, dafür aber im Wertstoffzentrum Nord, Brückenkamp 10 in Lünen.

Für Selmer, die alte Reifen entsorgen möchten, gibt es ebenfalls zwei Möglichkeiten: Entweder sie gehen zu einem Reifenhändler. Bei Reifen Darley an der Kreisstraße kostet die Annahme von PKW-Reifen zwischen 1,50 und 2 Euro (ohne Felgen) oder 4,50 und 5 Euro (mit Felgen). Etwas günstiger, aber dafür entsprechend weit weg ist das Angebot der GWA. Das Kompostwerk Fröndenberg, Ostbürener Straße, nimmt Reifen an: für 2 Euro ohne Felgen und für 3 Euro mit Felgen.

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