Zigaretten-Kippen auf der Liegewiese des Selmer Freibads ärgern Besucher und Betreiber

hzRauchen im Bürgerfreibad

Rauchen am Beckenrand ist verboten, am Kiosk hängt eine Plakette, dass dort nicht geraucht werden soll. Auf der Terrasse stehen zwar Sandeimer für Kippen, genutzt werden sie allerdings kaum.

Selm

, 05.08.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sommer, Sonne, Freibadwetter. Ab ins kühle Nass und an die frische Luft - so lautet der Plan vieler. Doch „an der frischen Luft“ darf geraucht werden. Stört das die Besucher des Freibads am Badeweg?

„Der Qualm nicht, aber die Kippen“, sagt ein Vater, der mit seinen Kindern regelmäßig zum Schwimmen kommt. Weit muss der Blick des 40-Jährigen nicht schweifen, um auf einen ersten Zigarettenstummel im Gras zu deuten. Tatsächlich muss man eher eine Stelle suchen, wo man seine Decke ausbreiten könnte, ohne auf einer Kippe zu liegen. „Ob neben mir aber einer sitzt und raucht oder nicht, das interessiert mich gar nicht“, sagt der Selmer.

Eimer für Kippen werden nicht genutzt

„Die Kippen sind wirklich ein Problem“, sagt Sergej Wjasovski, Fachangestellter für Badebetriebe, der im Freibad die Aufsicht führt. „Ich habe mehrere Eimer mit Sand aufgestellt, in die die Raucher ihre Kippen stecken können, aber viele schmeißen die einfach daneben. Auf zwei im Eimer kommen zehn daneben“, erklärt er - betont aber, dass nicht alle Raucher gleich Umweltsünder sind. „Ein paar nutzen die Eimer wirklich vorbildlich, einige bringen auch eigene, mobile Aschenbecher mit. Aber das sind die wenigsten.“

Zigaretten-Kippen auf der Liegewiese des Selmer Freibads ärgern Besucher und Betreiber

Eigentlich stehen an etlichen Stellen Eimer mit Sand bereit, in die Kippen geworfen werden sollen, doch die wenigsten Raucher nutzen sie. Die meisten werfen die Kippen sogar daneben. © Stephanie Tatenhorst

Mehr als die Hälfte der Gäste sind Raucher

Dabei, so schätzt Wjasovski, gehört mehr als die Hälfte der Besucher zur Raucherfraktion. Dass zum Schutz der dort essenden Kinder auf das Schmoken am Kiosk verzichtet wird, da zeigen sich die Raucher in der Regel einsichtig. Doch beim Rauchverbot am Beckenrand sieht es schon anders aus.

„Da führt man immer wieder Diskussionen mit den Gästen“, ist Wjasovski ein wenig resigniert. Dabei werden die Raucher nur darum gebeten, ein paar Schritte Richtung Umkleiden und Duschen oder um die Ecke der Badeaufsicht zu gehen - oder gleich auf die Liegewiese.

Ausgewiesene Raucherecken hätten viele Vorteile

„Es sollte hier ausgewiesene Raucherecken geben“, schlägt Sabine Hüsemann vor. Sie habe einst selbst geraucht und hätte nichts gegen Raucher oder den Qualm. „Aber die vielen Kippen, die hier liegen, das ist nicht schön. Vor allem wenn viele kleine Kinder da sind. Die stecken doch alles in den Mund.“

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Um dem Problem Herr werden zu können, schlägt sie die Einführung von Raucherecken vor. „Es geht nicht darum, die Raucher zu diskriminieren oder vorzuführen. Aber dann hat man die Kippen nicht überall - und auch die Brandgefahr bei der Trockenheit und dem alten Baumbestand hier ist geringer“, begründet sie ihren Vorschlag. Sie selbst sei durch Raucher zwar noch nicht belästigt worden, aber „das wäre doch für alle gut“.

Offiziell gibt es keine Beschwerden der Gäste

Dass sich Badegäste über die Raucher beschweren kann Serjej Wjasovski nicht sagen. „Bis jetzt habe ich noch nichts gehört“, sagt der Mann, der selbst Raucher ist. Aber natürlich ärgert auch er sich über die Kippen auf dem Gelände. „Ich kann nicht jeden Abend über die Wiesen gehen und jede einzelne Kippe aufsammeln“, erklärt er, dass er das bei vielen auf einem Haufen aber natürlich mache. „Ich würde mir einfach wünschen, dass die Leute die Sandeimer nutzen.“

Kippen-Wegwurf kann richtig teuer werden

Wer als Raucher seine Kippe wegwirft, macht übrigens nicht nur eine unschöne Geste für nachfolgende Gäste, er begeht auch eine Umweltsünde - und deshalb kann der kleine Schnips überdies richtig teuer werden. Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz dürfen Zigarettenkippen nur über dafür zugelassene Anlagen entsorgt werden. Verstößt man dagegen, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die im Rahmen der kommunalen Zuständigkeit für die Abfallwirtschaft bereits mit Bußgeldern belegt ist - und zunehmend auch geahndet wird.

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