Aids: Sechs Infizierte leben in Selm

KREIS UNNA/SELM Im Kreisgebiet sind 125 Menschen mit dem Aids-Erreger HIV infiziert. Diese Bilanz zieht die AIDS-Hilfe im Kreis Unna zum Ende des Jahres. „Die Zahl der Neu-Diagnosen steigt auch bei uns“, resümiert Geschäftsführer Manuel Izdebski.

02.01.2008, 16:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aids: Sechs Infizierte leben in Selm

Die Aids-Schleife steht für Solidarität mit den Erkrankten.

So ist die Zahl der Infizierten binnen eines Jahres um 20 Personen gestiegen. Die meisten HIV-Positiven (30) leben in Lünen, der größten Stadt im Kreisgebiet.

21 Menschen mit HIV leben in Kamen, 19 in Unna. Auch andere Kommunen sind betroffen, so sind es in Schwerte neun Infizierte, sechs in Selm, fünf in Bönen und drei in Werne. In Anbetracht der steigenden Infektionszahlen fordert der Geschäftsführer der heimischen Aidshilfe die Politik dazu auf, mehr finanzielle Mittel im Kampf gegen die Krankheit zur Verfügung zu stellen.

Indirekte Mittelkürzung durch Umstrukturierung?

„Gefordert ist hier insbesondere die Landesregierung, die sich momentan mit einer Umstrukturierung der Fördermittel aus der Verantwortung stehlen will“, erklärt Izdebski. Geht es nach Gesundheitsminister Laumann, soll die Förderung des Landes NRW künftig kommunalisiert werden. Dadurch, so fürchtet die Aidshilfe, wird es zu einer indirekten Mittelkürzung kommen. Manuel Izdebski: „Den schwarzen Peter schiebt das Land dabei den Kreisen und Städten zu.“

Prävention auch unter ökonomischen Aspekten sinnvoll

Nach Ansicht des Aids-Experten müsse mehr Geld in die Prävention gesteckt werden, um den steigenden Infektionszahlen zu begegnen. „Wer sich ausgerechnet jetzt aus der Verantwortung stiehlt, der nimmt die steigenden Zahlen billigend in Kauf“, ärgert sich der Geschäftsführer der Aidshilfe im Kreis Unna. Dass die Präventionsarbeit auch unter ökonomischen Aspekten sinnvoll ist, macht Izdebski an den Kosten für eine HIV-Therapie fest. „Wenn ich mit meiner Arbeit auch nur eine einzige Infektion im Jahr verhindere, dann haben sich meine Personalkosten auf zehn Jahre amortisiert!“

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