Altenwohnhaus St. Josef: Weitere Testungen auf das Coronavirus

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Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass ein Bewohner des Altenwohnhauses St. Josef in Selm sich mit dem Coronavirus infiziert hat, gab es am Freitag weitere Testungen auf eine Infektion.

Selm

, 17.04.2020, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein turbulenter Tag war der Freitag sicherlich für das Altenwohnhaus St. Josef an der Kreisstraße in Selm. Am Donnerstag wurde bekannt, dass ein Bewohner der Einrichtung sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Noch für diesen Freitag hatte das Gesundheitsamt weitere Testungen angekündigt.

„Es werden Bewohner des betroffenen Wohnbereiches und Mitarbeiter, die dort in den letzten 14 Tagen im Einsatz waren, getestet“, teilt Thomas Middendorf, Pressesprecher beim Träger des Pflegeheims, dem Caritasverband Lünen-Selm-Werne, auf Anfrage mit. Weiterhin gebe es stichprobenartige Testungen in den anderen Bereichen des Altenwohnhauses. Die Ergebnisse werden für Anfang der kommenden Woche erwartet.

Bei dem 84-jährigen Mann, bei dem eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde, war der Test routinemäßig im Krankenhaus erfolgt. Er wurde dort nach einem Sturz behandelt und hatte keinerlei Symptome gezeigt. „Wann so ein Test gemacht wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab“, erklärt Max Rolke von der Pressestelle des Kreises Unna. Bei Risikogruppen erfolge zum Beispiel öfter ein Test oder eben auch vermehrt, wenn der Patient grippeartige Symptome habe. Das liege im Ermessen des Arztes. Für Bewohner von Pflegeheimen gebe es aber keine Vorschriften, solche Tests vor ihrer Rückkehr durchzuführen, so Rolke.

Isolationsbereich mit vier Räumen

Der Bewohner des Altenwohnhauses wird nun in Quarantäne betreut. Bereits im Vorfeld wurde im Altenwohnhaus ein Isolationsbereich für Corona-infizierte Personen mit vier Räumen geschaffen, erklärt Thomas Middendorf. Außerdem sei ein Quarantänebereich für Neuzugänge oder Rückkehrer in der Ankunftsphase mit sechs Räumen vorbereitet. Die Mitarbeiter, die dort im Isolationsbereich tätig sind, werden nicht in anderen Bereichen eingesetzt.

Für die Bewohner des Altenwohnhauses St. Josef gelten schon seit geraumer Zeit verschiedene Vorsichtsmaßnahmen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen. So dürfen sich die Bewohner nur in ihren eigenen Wohnbereichen aufhalten, erklärt Thomas Middendorf. Zudem gelten erhöhte Hygienemaßnahmen. Das bedeutet: Abstandsvorgaben sollen eingehalten werden und Mitarbeiter Schutzkleidung tragen. Die Isolations- und Quarantänebereiche seien selbstverständlich tabu, so Middendorf.

Gefährlich für Pflegeheime

Die Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist für Pflegeheime vor allen Dingen deshalb ein Problem, weil die Bewohner älter sind und oft auch Vorerkrankungen haben. Sie gehören also zur Risikogruppe. Wie gefährlich ein Ausbruch sein kann, lässt sich zum Beispiel anhand des Pflegeheims Schmallenbach-Haus in Fröndenberg sehen. Dort sind inzwischen elf Bewohner verstorben. Das macht die Hälfte aller Todesfälle in Zusammenhang mit dem Corona-Virus im Kreis Unna aus.

Und was ist, wenn noch weitere Infizierungen mit dem Coronavirus im Altenwohnhaus St. Josef festgestellt werden? Thomas Middendorf antwortet pragmatisch: „Sollte es weitere Corona-Fälle geben, werden auch diese im Isolationsbereich untergebracht“, sagt er.

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