Noch müssen Radfahrer ihre Räder den Schlossberg runter oder hoch schieben. Das ändert sich bald. © Sylvia vom Hofe (Archiv)
Schlossberg Cappenberg

Am Schlossberg Cappenberg verbessert sich die Lage für zwei Zielgruppen

Auf diese Nachricht haben viele Verkehrsteilnehmer lange gewartet: Der Schlossberg Cappenberg bekommt einen Radweg. Und auch für Autofahrer soll sich was verbessern. Wann, das ist auch klar.

Der Schlossberg hoch Richtung Schloss Cappenberg und runter Richtung Lünen ist für Radfahrer eine echte Herausforderung. Benutzen sie die Fahrbahn, kommen sie auf der engen, kurvigen Straße mit dem Autoverkehr in Konflikt. Die Alternative besteht aus 62 Treppenstufen, die sie rauf oder runter gehen und ihr Fahrrad auf einer schmalen Rampe neben sich her schieben müssen. Das hat in absehbarer Zeit ein Ende. Der Kreis Unna wird einen Radweg bauen.

Treppen fallen weg

Das teilt Jürgen Busch, Leiter der Abteilung Straßenbau und -unterhaltung beim Kreis Unna, auf Anfrage mit. „Es laufen die Ausschreibungen für den Bau eines Radweges am Schlossberg.“ Und zwar eben genau da, wo jetzt noch Treppen sind. Das bedeutet: „Die Treppenanlagen entfallen.“ Der Radweg wird eine Art Rampe. Mit entsprechender Steigung, wie Busch sagt. Er werde als kombinierter Geh- und Radweg ausgeschildert.

Zwar werde dieser Radweg baulich etwas flacher als bisher die Treppenanlage angelegt, weise dann aber immer noch eine Steigung beziehungsweise ein Gefälle von 16 Prozent auf.

Das sei dann im Kreis Unna aber nicht der Radweg mit der größten prozentualen Steigung. „Die Eulenstraße in Fröndenberg weist 18 Prozent auf. Da ist auch schon mal eine Bergetappe der Deutschland-Tour gelaufen.“

Mit dem Bau des Radweges vollzieht der Kreis Unna eine Art Lückenschluss. Denn von Lünen aus führt ein Radweg die Cappenberger Straße entlang bis zum Fuß des Schlossbergs. Und ab dem Schlossvorplatz können Radfahrer auf der Nordseite der Varnhöveler Straße weiterfahren. Keine optimale Lösung, das weiß auch Jürgen Busch. War an dieser Stelle nicht mal ein Kreisverkehr geplant? „Das ist vor mehr als zehn Jahren mal im Gespräch gewesen. Aber diese Pläne sind vom Tisch, denn der Kreisverkehr passt als Element nicht zum Schloss Cappenberg.“ Es werde für diesen Bereich sicher Lösungen geben, die besser passen. Aber konkret gebe es noch keine Planungen dazu.

Fahrbahn wird saniert

Nun ist der Radweg am Schlossberg ja schon länger im Gespräch. Offenbar waren die Planungen jetzt also zielführend. Sie sollten im vergangenen Jahr mit Prüfaufträgen vorangetrieben werden. „Das ist letztes Jahr gelaufen und bis Jahresende umgesetzt worden“, erklärt Jürgen Busch. „Daher haben wir jetzt die Erkenntnis, dass wir in die Vorbereitungen gehen konnten.“ Busch hat aber noch eine gute Nachricht: „Wir werden auch die Fahrbahn des Schlossbergs mit sanieren.“ Denn die Fahrbahn sei „kaputt“. Also lasse der Kreis Unna den Radweg bauen und zeitgleich die Fahrbahn sanieren. „Das sind ja Synergieeffekte, weil wir für den Radweg ja auch mit Geräten dort arbeiten müssten, so dass wir durchaus die Straße auch sperren müssten. So können wir das Ganze dann in einem Rutsch machen.“ Die Straße sei untersucht worden. „Wir haben dort keine Teerbelastungen gefunden“, berichtet der Leiter der Abteilung Straßenbau.

Der Schlossberg ist als Teilstück eine wichtige Verbindung von Werne über Cappenberg Richtung Lünen und umgekehrt. Die Frage, wann die Verkehrsteilnehmer mit dem Baubeginn für beide Maßnahmen – Radwegbau und Fahrbahnsanierung – rechnen können, beantwortet Jürgen Busch so: „Voraussichtlich Mai/Juni.“ Wie lange ist die Bauzeit? „Drei bis vier Monate.“

Insgesamt werde die Gesamtmaßnahme eine halbe Million Euro kosten, inklusive einer zu erwartenden Förderung. Die Kosten trage der Kreis Unna.

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Redaktion Selm
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