Auf der Suche nach den Stromtankstellen

Der große RN-Check

Es könnte so einfach sein: Mehrere 100 Millionen Stromtankstellen stehen in Deutschland bereit. Denn theoretisch kann ein Elektroauto an jeder normalen Haushaltssteckdose geladen werden. In der Praxis ist das natürlich nicht so einfach - das merkte auch Reporter Matthias Münch in seinem Selbsttest.

SELM

29.12.2015, 13:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
380 Kilometer Reichweite in einer halben Stunde: Laden eines Tesla Model S an der Schnellladestation am Kamener Kreuz.

380 Kilometer Reichweite in einer halben Stunde: Laden eines Tesla Model S an der Schnellladestation am Kamener Kreuz.

Denn: Viele Steckdosen sind gar nicht in Reichweite eines Parkplatzes. Und wer nicht zu Hause lädt, muss auch noch die Frage der Bezahlung klären. Trotzdem ist eines sicher: Das Stromnetz ist bei weitem dichter und leichter zu handhaben als jede andere Kraftstoff-Infrastruktur. Tankstellen für Benzin, Diesel, Bioethanol, Gas oder zukünftig vielleicht auch Wasserstoff brauchen Platz und sind nur mit großem Kostenaufwand zu bauen. Außerdem müssen sie ständig mit Nachschub beliefert werden, was zusätzlichen Energieeinsatz und klimaschädliche CO2-Produktion bedeutet.

Stromleitungen liegen dagegen in jeder Straße. Somit können fast überall ohne großen Aufwand Ladestationen errichtet werden. Davon gibt es in Deutschland schon eine ganze Menge und täglich werden es mehr. Sie lassen sich problemlos im Internet oder mit einer App auf dem Smartphone finden. Die meisten Elektroautos finden sie mit ihren Navigationssystemen automatisch.

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Die Suche nach den Stromtankstellen

Reporter Matthias Münch macht den Selbsttest: Ein halbes Jahr fuhr er nur mit Elektroautos herum. Im Teil 3 der Serie macht er sich auf die Suche nach Stromtankstellen in der Selmer Umgebung.
29.12.2015
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Laden eines Elektroautos an der RWE-Stromtankstelle vor dem Selmer Bürgerhaus.© Foto: Matthias Münch
Die Ladestation bei der Firma Rüschkamp in Selm.© Foto: Matthias Münch
Der stellvertretende Marktleiter Martin Merchel an der Ladestation des Selmer Hellweg-Baumarktes, die Kunden kostenlos nutzen können.© Foto: Matthias Münch
Pater Altfried lädt sein Elektroauto in seiner Garage auf Schloss Cappenberg. Hier dürfen auf Anfrage auch andere Besitzer von Elektroautos kostenlos Strom tanken.© Foto: Matthias Münch
Ein E-Smart an der Stromtankstelle der Selmer Firma Lonnemann.© Foto: Matthias Münch
© Foto: Matthias Münch
Mit einer App auf dem Smartphone wird an den RWE-Stromtankstellen bezahlt. Mit der App lassen sich diese Ladesäulen auch überall finden. Außerdem lässt sich per Fernabfrage der aktuelle Ladezustand ermitteln.© Foto: Matthias Münch
Wenn beide Lämpchen an der öffentlichen Stromtankstelle leuchten, dann wird das Auto geladen.© Foto: Matthias Münch
380 Kilometer Reichweite in einer halben Stunde: Laden eines Tesla Model S an der Schnellladestation am Kamener Kreuz.© Foto: Matthias Münch
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Stromtankstellen eigentlich überall zu finden

In größeren Städten stehen solche Stationen in wenigen Kilometern Entfernung voneinander zur Verfügung. Oft stehen sie auch noch dichter. Auch in kleineren Orten gibt es mindestens eine öffentliche Stromtankstelle. Die Energieversorger haben Ladestationen überall in ihren Geschäftsgebieten aufgestellt. Dazu gehören unter anderem RWE sowie viele Stadtwerke.

Doch auch immer mehr andere Firmen, die auf den ersten Blick nichts mit Energieversorgung zu tun haben, installieren auf ihrem Gelände Ladestationen, an denen ihre Kunden schnell und kostenlos Elektroautos laden können. Das sind in Selm das Autohaus Rüschkamp, der Hellweg-Baumarkt und das Druckhaus Lonnemann. Und dann gibt es auch noch die Schnellladestationen, wie zum Beispiel die am Kamener Kreuz. An solchen Powerstationen können 80 Prozent der Batterie in einer halben Stunde geladen werden.

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