Bahn packt die Koffer

SELM Die Bahn zieht aus, die Arbeiterwohlfahrt zieht ein. 54 Jahre, nachdem die Bahn in Beifang den Bahnhof eröffnete, wechselt das Gebäude nun den Besitzer. Bereits Ende 2006 hatte die Arbeiterwohlfahrt reges Interesse an dem Gebäude bekundet.

von Von Malte Woesmann

, 10.01.2008, 16:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bahn packt die Koffer

Die Awo kauft das Bahngebäude in Beifang.

Dort sind schon seit 2002 die Radfahrtstation, ein Radlerhotel sowie eine Hausmeisterwohnung der AWo untergebracht. Für 85 000 Euro, so der geschätzte Preis damals, sei das Gebäude zu haben. Die Stadt winkte aufgrund der schlechten Haushaltssituation ab, die AWo sprang ein.

Genehmigungsverfahren dauerte lange

Im August 2007 hatte die AWo das Gebäude bereits gekauft, mehrere Genehmigungen mussten aber danach noch eingeholt werden. „Bei der Bahn ist man nicht so schnell“, so Peter Resler, Unterbezirksgeschäftsführer der AWo. Nun ist die offizielle Übergabe für Mittwoch (16.) geplant. Vertreter der AWo, der Bahn und der Stadt Selm werden bei der symbolischen Schlüsselübergabe vor Ort sein. Vorab werden die Grenzen noch einmal genau abgesteckt, um die Eigentumsverhältnisse festzulegen.

In der Radfahrstation beschäftigt die AWo Langzeitarbeitslose. Resler betonte, dass dieses Projekt ein gelungenes Beispiel für die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt sei. Zehn Dauerarbeitsplätze wurden insgesamt an den elf Radfahrstationen der AWo im gesamten Kreis Unna geschaffen. Auch in Selm würde das Angebot sehr gut angenommen. „Das hat sich gut eingelebt. Sonst hätten wir das Gebäude ja auch nicht gekauft“, betonte Resler.

Keine Änderung beim Bahnbetrieb

Am Betrieb der Station würde sich auch nichts ändern. Resler: „Von dem Übergang wird man nichts merken.“ Ursprünglich war der Bahnhof sogar nur ein „Notbremsbahnhof“. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Selmer in den Zechen und Stahlhütten in Dortmund und Umgebung arbeiteten, war vielen der Weg nach der schweren Arbeit vom eigentlichen Bahnhof Selm nach Hause zu lang, so dass sie in Beifang immer die Notbremse zogen.

1948 hatte die Bundesbahndirektion in Münster ein Einsehen, richtete zunächst einen Haltepunkt ein und ließ dann einen Bahnhof bauen, der 1954 eröffnet wurde

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