Balsters Blumenwiese in Selm: Landwirt sucht wieder nach Paten für die Aktion

Blühstreifen-Patenschaft

Selber für den Artenschutz aktiv werden - das geht jetzt mit einer Patenschaft für „Balsters Blumenwiese“, die allen möglichen Tierarten das ganze Jahr über ein sicheres Zuhause bietet.

Selm

von Mona Wellershoff

, 10.03.2020, 10:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Blühstreifen-Patenschaft von Patrick Balster ist ein voller Erfolg: 1,6 Hektar Acker haben sich im vergangenen Sommer in eine Blumenwiese verwandelt. Das soll in diesem Jahr gerne wiederholt werden.

Die Blühstreifen-Patenschaft von Patrick Balster ist ein voller Erfolg: 1,6 Hektar Acker haben sich im vergangenen Sommer in eine Blumenwiese verwandelt. Das soll in diesem Jahr gerne wiederholt werden. © Martina Niehaus

Die Sonne scheint, die Blumen blühen und das geschäftige Surren von fleißigen Bienen erfüllt die Luft. Dieses friedliche Szenario ist in den letzten Jahren zu einer Seltenheit geworden: Auch durch die moderne Landwirtschaft, die zunehmend auf Monokulturen und Pestizide setzt, haben die emsigen Tiere es immer schwerer, ihr Überleben zu sichern.

Aus Ackerfläche wird Insektenbuffet

Dem will Selmer Landwirt Patrick Balster entgegenwirken. „Das mache ich auch!“, dachte er deshalb, als er im vergangenen Jahr einen Beitrag über den sogenannten Blühstreifen im Fernseher sah. Beim Prinzip des Blühstreifens geht es darum, dass Landwirte ein paar Hektar ihrer Ackerfläche an Paten verkaufen, um dann dort ein Insektenbuffet in Form von Blumen errichten.

„Ansonsten würde ich hier Weizen anbauen, da sehe ich lieber die Tiere“, so der Landwirt - und Tiere gab es vergangenen Sommer ganz schön viele, denn der Blühstreifen ist nicht nur für Bienen ein Paradies.

Selmer Landwirt Patrick Balster setzt sich mit dem Blüstreifen auf seinem Ackerland für die Biodiversität ein.

Selmer Landwirt Patrick Balster setzt sich mit dem Blüstreifen auf seinem Ackerland für die Biodiversität ein. © Mona Wellershoff

Neben den Wild- und Honigbienen fühlten sich auch Hummeln, Schmetterlinge, Taubenschwänzchen Stieglitz, Blau -, Kohl - und Schwanzmeise Zuhause. Hinzu kamen außerdem Feldhasen, Jagdfasane, Rehwild, und auch Mikroorganismen.

Blühstreifen ist nicht nur im Sommer eine Hilfe

Und das nicht nur im Sommer. „Das Feld wurde bewusst unberührt gelassen“, erklärt Balster. Somit würden die Tiere das ganze Jahr über von dem Blühstreifen profitieren, da sie dort Deckung finden und ihre Jungen aufziehen könnten. Außerdem haben viele Insekten ihre Eier in die Stängel der Pflanzen gelegt.

Insgesamt kamen im vergangenen Sommer 160 Patenschaften zustande, das bedeutet 1,6 Hektar Blumenpracht für die Bienen. Sowohl Privatpersonen, als auch Schulklassen, Kitas und Firmen beteiligten sich. Bei den Helfern bedankt Balster sich mit dem Angebot eines Picknicks direkt neben dem Blühstreifen um einfach mal die Natur und das Treiben der Bienen zu genießen.

Dieses Jahr setzt Balster auf zwei Pflanzenmischungen

Auch diesen Sommer sollen die Pflanzen wieder blühen. „Wir nehmen die gleiche Mischung wie letztes Jahr, aber pflanzen zusätzlich zwei/drei Wochen später noch eine weitere um den Nahrungszeitraum zu verlängern.“ Für diese habe Balster sich in mit Dr. Götz Heinrich Loos, dem Vorsitzenden des NaBu Fachausschusses für Botanik NRW, professionelle Beratung geholt.

Dieser habe ihm zu einer Samenmischung aus einheimischen Pflanzen geraten. Eine Wahl, die auch sonst gut in das Konzept des Selmer Landwirts passt, der selber regionale Fleischvermarktung betreibt und sich gegen Pestizid-Einsatz und für die Stärkung der Pflanzen durch natürliche Mittel, wie Milchsäure einsetzt.

Außerdem will Balster dieses Jahr spezielle „Lerchenfelder“ einbauen. Sprich, ein paar Quadratzentimeter zwischen den Pflanzen bleiben unberührt, damit die Vögel dort landen können. Man wolle dadurch versuchen, die Population der gefährdeten Feldlerche wieder etwas zu stabilisieren.

Kontakt aufnehmen und Pate werden

Patenschaften können ab sofort wieder übernommen werden. Neu in diesem Jahr ist auch, dass man „Balsters Blumenwiese“ als Gutscheine zum Verschenken erwerben kann.

Interessierte erreichen den Landwirt unter der E-Mail Adresse rettet-die-bienen@outlook.de, auf Facebook unter „Balsters Blumenwiese“ und unter Tel. (02592) 9199300. Wie im vergangenen Jahr kann man für 50 Euro die Patenschaft für 100 Quadratmeter Ackerland erwerben.

Lesen Sie jetzt