Bauarbeiten am Kreisel bahnen Weg für Burger King, Tankstelle und eine Attraktion

hzRüschkamp-Gelände

Baumaschinen waten durch Morast. Im Herbst 2019 sollen sich am vierten Arm des Kreisels Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall die ersten Türen öffnen - allerdings nicht zu einem Autohaus.

Selm

, 13.12.2018, 15:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Ja, uns liegt der Bauantrag für den Bau eines Burger Kings vor“, sagt der Sprecher der Stadt, Malte Woesmann, auf RN-Anfrage. Und ebenfalls „Ja“: Die Verträge über den Verkauf der 12.000 Quadratmeter großen Fläche am Kreisverkehrsplatz Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall seien unterzeichnet. Die Stadt hat das Grundstück an das Autohaus Rüschkamp verkauft, das seit den 1960er-Jahren in Selm ansässig ist. Über das Bauvorhaben, das gerade weithin sichtbar beginnt, könne laut Woesmann der neue Eigentümer Auskunft geben. Das tut Michael Wilke auch, der Geschäftsführer des Autohauses - und sorgt dabei mit einer guten Nachricht für alle E-Mobilisten für eine echte Überraschung.

Die Erdarbeiten auf dem Grundstück dienten der Erschließung, so Wilke. Erst einmal müssen die Bauarbeiter der großen Feuchtigkeit auf der Fläche Herr werden. Sie rührt nicht nur vom Regen her, sondern auch vom hohen Grundwasserstand. Dann wird die Baustraße gebaut als innere Erschließung des vom vierten Kreisel-Arm zu erreichenden Bereichs. „Und dann geht es los“, so Wilke. Er zählt drei Nutzer auf, die sich an der Kreisstraße aneinanderreihen werden: von Selm kommend in Richtung Bork.

Bauarbeiten am Kreisel bahnen Weg für Burger King, Tankstelle und eine Attraktion

Michael Wilke, Geschäftsführer des Autohauses Rüschkamp, rechnet damit, dass sich schon 2019 eine Tankstelle am vierten Arm des Kreisverkehrs Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall ansiedelt.

1. HEM-Tankstelle: Die Tankstelle ist nicht nur das erste Ziel, das Verkehrsteilnehmer werden erreichen können, wenn sie auf das neue Rüschkamp-Gelände einbiegen. Sie soll auch als erstes fertig werden. „Ich gehe von Herbst 2019 aus“, sagt Wilke vorsichtig. Auf dem bisherigen Rüschkamp-Gelände etwa 500 Meter weiter nördlich an der Kreisstraße befindet sich noch eine Aral-Tankstelle neben dem Opel-Händler, der auch Chevrolet-Neufahrzeuge verkauft. Am neuen Standort wechselt Rüschkamp zur Hamburger Tochter der libyschen Tamoil-Gruppe.

Burger King steht in den Startblöcken

2. Burger King: Michael Wilke spricht zunächst nur von „einem Fast-Food-Restaurant“. Erst auf Nachfrage bestätigt er, dass es sehr wahrscheinlich Burger King sei. Anders als an der Dortmunder Straße in Lünen, wo Rüschkamp und Burger King nur Nachbarn sind, werden die Unternehmen in Selm zusammenhängen. Das Autohaus werde als Investor aufgetreten, so der Geschäftsführer.

3. Saug-Wasch-Lade-Park: Das ist etwas komplett Neues. Saugen und Waschen können Autofahrer ihre Fahrzeuge zwar an vielen Stellen, Schnellladestationen jenseits der Autobahnen sind aber eine echte Rarität. Joan Hendrik Rüschkamp, der Inhaber des Autohauses, hat das vorangetrieben, wie Geschäftsführer Wilke sagt. Rüschkamp gilt als Pionier der E-Mobilität. Als großes Problem der Verbreitung von E-Autos gilt die lückenhafte Infrastruktur - bislang. Anders als die zumeist verwaisten beiden Ladestationen vor dem Bürgerhaus wird es sich bei denen auf dem Rüschkamp-Gelände um Schnellladestationen handeln. Während ein E-Auto bei Ersteren nahezu einen ganzen Tag lang am Kabel hängen muss, um die leere Batterie aufzuladen, genügt bei den neuen eine halbe Stunde. „Wir werden erleben, dass die E-Mobilität in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird“, so Wilke. Selm werde dafür gerüstet sein. Bislang seien solche Schnellladestationen jenseits der Autobahnen lediglich für Großstädte im Gespräch.

Das gibt es bislang nur in Großstädten

Der Saug-Wasch-Lade-Park auf einer Fläche von 5000 bis 6000 Quadratmetern an der Kreisstraße wird den Namenszug des Autohauses Rüschkamp tragen. Autos werden am Standort aber nicht zu kaufen sein - anders als zunächst geplant. Michael Wilke verweist darauf, dass kein „Überangebot an Mobilität“ geschaffen werden solle. „Wir sind schließlich in der Region mit mehreren Niederlassungen vertreten“ - und mit 200 Mitarbeitern und 3500 verkauften Fahrzeugen: in Werne Lünen, Lüdinghausen und Dortmund. Und in Selm auch - allerdings mittelfristig nicht mehr an der Kreisstraße, sondern auf der Schachtstraße.

Ab dem 1. Januar 2019 übernimmt die Autohausgruppe Rüschkamp das KIA Autohaus Tuschmann an der Schachtstraße - und alle Mitarbeiter. Damit erweitert Rüschkamp sein Markenangebot neben Opel, Peugeot, Suzuki um die Marke Kia. Ein „echter Glücksfall“ sei das für das Unternehmen, so Michael Wilke. Rüschkamp werde den Selmer Kia-Standort in den nächsten Monaten baulich erweitern, „um hier ein noch größeres Angebot für Service und Vertrieb darzustellen“. Ende 2019 werde der bisherige Standort an der Kreisstraße geräumt. Dort wird die Ten-Brinke-Gruppe, die bereits für den neuen Nahversorgungskomplex am Borker Kreisel verantwortlich war, auf dem alten Standort Rewe und Aldi ansiedeln.

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