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Baumfällaktion im Schutzanzug: Gefährliche Rußrindenkrankheit ist ansteckend

hzRußrindenkrankheit in Selm

Eine Motorsäge heult. Männer mit Schutzanzügen und Atemmasken sind damit beschäftigt, den von der Rußrindenkrankheit betroffenen Ahornbaum zu fällen. Dabei müssen sie sehr vorsichtig sein.

Selm

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die ersten Äste des großen Ahorns auf dem Spielplatz hinter der Ludgerikirche sind am Dienstagvormittag bereits der Motorsäge zum Opfer gefallen. Zwei Mitarbeiter der Firma „Baumdienst SKT“ (Seil-Kletter-Technik) aus Dortmund arbeiten unermüdlich: Einer sägt die Äste in handliche Stücke, der andere packt sie vorsichtig in einen großen weißen Sack. In solche Behälter werden normalerweise Asbestabfälle gepackt. Doch an dieser Baumfällaktion ist nichts normal.

Baumfällaktion im Schutzanzug: Gefährliche Rußrindenkrankheit ist ansteckend

Die Arbeiter benötigen für ihren Job Schutzkleidung. © Martina Niehaus

„Es handelt sich hier um sogenannte Asbest-Big-Bags“, erklärt Mira Leifels vom Baumdienst SKT. „Die Holzabfälle sind hochtoxisch und ansteckend für andere Bäume. Deshalb häckseln wir das Holz auch nicht, sonst würden sich die Sporen in der Luft verbreiten“, erklärt die 32-Jährige.

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Atemmasken schützen die Mitarbeiter während der Aktion

Besonders gefährlich ist, dass die Baumkrankheit auch für Menschen eine Gefahr darstellen kann (wir berichteten). Deshalb sind auch beide Mitarbeiter mit professionellen Atemmasken ausgestattet. „Zum Glück haben wir da vom letzten Jahr schon Erfahrungen mit dem Eichenprozessionsspinner, deshalb sind wir gut aufgestellt“, sagt Leifels.

Ein weiterer Pluspunkt, der den Mitarbeitern während der Fällaktion hilft, ist die hohe Luftfeuchtigkeit, verbunden mit relativ niedrigen Temperaturen. „Da können sich die Sporen nicht so schnell ausbreiten, und die Mitarbeiter halten es in den warmen Anzügen besser aus.“

Auch nach dem Fällen des Baumes sind die Vorsichtsmaßnahmen noch nicht beendet: Jede Säge, der Steiger (der Hebewagen): alles muss intensiv gereinigt werden, um eine Verbreitung der Pilzsporen zu unterbinden.

Großes Problem: Niemand will die giftigen Baumabfälle entsorgen

Das Dortmunder Unternehmen ist zwar versiert, was die Fällaktionen betrifft. Doch ein großes Fragezeichen bleibt: Wer nimmt die Baumabfälle? „Die Entsorgung ist ein riesiges Problem, und es wird in den nächsten Tagen und Wochen noch viel mehr Fälle geben“, glaubt Mira Leifels. „Die üblichen Versorgungsunternehmen sind da nicht gut ausgestattet.“

Baumfällaktion im Schutzanzug: Gefährliche Rußrindenkrankheit ist ansteckend

Die Baumfällaktion ist wegen der Rußrindenkrankheit am Spielplatz an der Ludgerikirche nötig geworden. © Martina Niehaus

Das Dortmunder Unternehmen habe bereits Kontakt mit dem Entsorgungsunternehmen Remondis aufgenommen. „Wir hoffen, dass die Unternehmen uns und anderen Baumdiensten bald Lösungen bieten“, sagt Leifels. „Der Markt ist nämlich da.“

Denn auch wenn der betroffene Ahornbaum in Selm noch ein Einzelfall sei - er wird keiner bleiben. „Es ist nur eine Frage von Tagen, höchstens Wochen“, glaubt Mira Leifels. „Dann werden immer mehr Fälle auftreten.“

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