Die Amtszeit des Borker Schützenpaars Benedikt Hülsbusch und Kerstin Telker endet - allerdings ohne Schützenfest und damit ziemlich sang- und klanglos. Benedikt Hülsbusch blickt zurück.

Bork

, 29.08.2020, 08:19 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es wäre sein Fest gewesen: das Borker Schützenfest 2020 - wie immer am letzten Wochenende im August. Als amtierender König hätte Benedikt Hülsbusch das traditionsreiche Borker Volksfest zusammen mit seiner Königin und seinem Hofstaat mitgestalten können. Er wäre es gewesen, der den neuen König nach dem entscheidenden Schießen am Montag die Königskette um den Hals gelegt hätte, der beim Königsball die Gastvereine begrüßt hätte, die Orden verteilt hätte - der gemeinsam mit den Borkern ein letztes Mal als „ihr König“ gefeiert hätte.

Daraus wird in diesem Jahr bekanntlich nichts: Angesichts der Corona-Krise hat der Verein das Schützenfest abgesagt. Gegen ein Verschieben aufs nächste Jahr hatten sich die Bürgerschützen St. Stephanus entschieden, weil sonst der gewohnte Zwei-Jahres-Rhythmus durcheinandergekommen wäre und ein Schützenfest ins Jahr 2025 gefallen wäre. Das wollte der Vorstand aber nicht: 2025 wird der Verein 200 Jahre alt. Da soll der Verein im Mittelpunkt stehen und nicht ein einzelnes Königspaar, sagte Heinz-Willi Quante im Mai, als er als Vorsitzender der Schützen das Fest offiziell absagte.

Die Amtszeit von Benedikt Hülsbusch und seiner Königin Kerstin Telker - sie endet somit in diesen Tages statt mit einer großen Party ziemlich sang- und klanglos.

Dass sie endet und nicht einfach zwei Jahre bis zum nächsten Schützenfest verlängert wird, hatte der Vorstand ebenfalls im Mai verkündet.

„Da gehen natürlich auch Emotionen verloren“

Eine Entscheidung, die Benedikt Hülsbusch natürlich akzeptiert, wie der Noch-König im Gespräch mit der Redaktion sagt. „Es sollen alle Könige gleich behandelt werden“, findet auch er. Auch wenn das bedeutet, dass das Ende seiner Amtszeit nun etwas ruhiger ausfällt als eigentlich geplant. „Da gehen natürlich auch Emotionen verloren“, sagt der 28-Jährige.

Für die vier Kindergärten in Bork gab es Spenden vom noch amtierenden Königspaar und dem Hofstaat.

Für die vier Kindergärten in Bork gab es Spenden vom noch amtierenden Königspaar und dem Hofstaat. © Schützenverein Bork

Schade, findet er das. Für ihn. Aber auch für alle Borker, die sich aufs Schützenfest gefreut haben. Viele Gäste wären sonst nach Bork gekommen, erzählt Benedikt Hülsbusch. Sogar Vertreter von Schützenvereinen aus Krefeld und Thüringen. Es wäre „ein richtig geiles Schützenfest“ geworden, ist er sich sicher. „Das fällt jetzt alles flach.“ Das tue ein bisschen weh: „egal ob König oder nicht“.

Das Schützenfest ist auch nicht die einzige Schützen-Veranstaltung, die durch die Corona-Krise ausfallen musste. Weil dabei auch viel nicht stattgefunden hat, das eigentlich Programm und Unterhaltung für Kinder geboten hätte, haben der Hofstaat um das Königspaar zum Ende der Amtzeit für die Kindergärten in Bork gespendet. Alle vier Einrichtungen bekamen „eine Kleinigkeit“, sagt Benedikt Hülsbusch: einen dreistelligen Betrag als Spende für die Arbeit vor Ort.

Amtszeit nur noch bis Ende August

„Ja...“, sagt der Noch-König im Gespräch mit der Redaktion, „... jetzt neigt sich alles dem Ende zu.“ Auch ein bisschen nachdenklich wirkt er zu diesem Anlass. Bereuen tue er zwar nichts. „Aber es gibt schon ein paar Sachen, die ich vielleicht im Nachhinein anders gemacht hätte“, sagt er.

Schützenkönig Benedikt Hülsbusch war bei den Kindergärten in Bork vor Ort - hier bei den Kleinen Strolchen - um ihnen eine kleine Spende zu überreichen.

Schützenkönig Benedikt Hülsbusch war bei den Kindergärten in Bork vor Ort - hier bei den Kleinen Strolchen - um ihnen eine kleine Spende zu überreichen. © Schützenverein Bork

Viele würde ihn, so sagt er, als „jungen, wilden Partykönig“ sehen. Und es stimme schon: Für ihn sei die Freundschaft zu anderen Vereinen in der Region sehr wichtig gewesen. Mit seinem Hofstaat war er in Vinnum auf dem Schützenfest, in Selm natürlich, in Ondrup, in Wethmar, in Werne, in Brambauer, in Südkirchen - die Liste ist lang. Für ihn sei das wichtig gewesen, dass die Vereine sich austauschen, gemeinsam auch in die Zukunft blicken. „Größer werden Schützenvereine ja auch nicht unbedingt.“

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Als Schützenkönig ist man angreifbarer, sagt Benedikt Hülsbusch. Da gibt es auch viel Gegenwind. Aber: „Ich sage ganz ehrlich: Schlecht wäre es, wenn ich mir selbst nicht treu geblieben wäre.“ Der Personal-Trainer, der bei der Kommunalwahl für die SPD auch für den Stadtrat kandidiert, hat als Bodybuilder schon mehrere Meisterschaften gewonnen, mit seinem Team von „Einfach Bauer“ macht er über Youtube Comedy vom Land - und das ziemlich erfolgreich.

Nicht so ganz in das Bild des Partykönigs passt das, was Benedikt Hülsbusch als Highlight seiner ganzen Regentschaft beschreibt: den Seniorenadvent. „Das war mit Abstand die schönste Veranstaltung“, sagt er. Die vielen Gespräche mit den Borkern, die schon vor 50 Jahren Schützenfest gefeiert haben, die Erinnerungen an früher, die Geselligkeit an diesem Tag: „Das war Qualität“, sagt Benedikt Hülsbusch.

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