Betrügerische „Klemmbrett-Sammler“ sollen auf Lidl-Parkplatz in Bork gewesen sein

hzSpendenbetrug

Vermeintlich gehörlose Spendensammler sollen am Freitag auf dem Lidl-Parkplatz in Bork gewesen sein. Dabei könnte es sich um Trickbetrüger handeln. Die Polizei bestätigt einen Hinweis.

von Marcel Schürmann

Bork

, 20.01.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine der Polizei schon seit längerer Zeit bekannte Masche: Trickbetrüger geben sich als vermeintlich gehörlose Spendensammler aus und sprechen vorzugsweise ältere Mitbürger an.

Diese Trickbetrüger geben vor, Spenden zu sammeln, die sie sich anschließend auf einer Sammelliste, die sich auf einem Klemmbrett befindet, quittieren lassen. In einigen Fällen sollen diese Sammler ihre Opfer sogar bestehlen.

Auch in Bork sollen am vergangenen Freitagmittag (17. Januar) solche Trickbetrüger mit dem sogenannten „Klemmbrett-Trick“ auf dem Lidl-Parkplatz am Ferdinand-Spahn-Weg unterwegs gewesen sein. Ein Hinweis ging noch am selben Tag per E-Mail in unserer Redaktion ein.

Plötzlich war der Sammler nicht mehr gehörlos

„Als eine Frau gerade von einer Sammlerin angehalten worden ist, habe ich ihr aus dem Auto aus zugerufen, sie möge bitte vorsichtig sein. Das gefiel dem jungen, männlichen Sammler gar nicht. Er kam auf mich zu und beschimpfte mich - plötzlich nicht mehr gehörlos“, schreibt Wolfgang Miernik in seiner E-Mail.

Laut Miernik waren zwei junge Frauen und ein junger Mann als Sammler auf dem Parkplatz unterwegs. Eine Frau - so Miernik - soll dem vermeintlichen Sammel-Trio sogar eine Geldspende gegeben haben.

„Die Frauen haben ihre Finger auf den Mund gelegt und auf ihre Ohren gezeigt, um damit verständlich zu machen, dass sie weder hören noch sprechen können“, so Miernik. „Sie machten auch eine Art Handkuss - wohl als Dankeschön. Ich denke, dass sie wohl etwas bekommen haben.“

Miernik, der selbst auch von den vermeintlichen Spendensammlern durch das „ins Gesicht halten einer Spendenliste“ angesprochen worden sein soll, verständigte in der Folge die Polizei, die auch zum Lidl-Parkplatz ausrückte. „Die Kollegen haben aber niemanden mehr dort angetroffen“, sagt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna auf Nachfrage.

Nicht der erste Hinweis - Bürger sind inzwischen sensibilisiert

Howanietz bestätigt indes, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass die Kreispolizei solche Hinweise erhielt: „Bei uns gehen immer mal wieder Hinweise von den mittlerweile sensibilisierten Bürgern der Kommunen im Bereich unserer Kreispolizeibehörde ein.“

Gleichzeitig verweist Howanietz auf Präventionshinweise des Landeskriminalamts NRW, in dem beschrieben ist, wie man in solchen Fällen reagieren sollte: „Lassen Sie sich nicht bedrängen und schaffen Sie Aufmerksamkeit.

Appellieren Sie laut und deutlich an Passanten, umstehende Personen sowie Personal von Gaststätten oder Geschäften, Ihnen gegen aufdringliche Personen zu helfen.“

In einer früheren Version des Textes haben wir die vermeintlichen Betrüger als „taubstumm“ bezeichnet. Dieser Ausdruck ist veraltet. Wir haben ihn durch den Begriff „gehörlos“ ersetzt.

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