Lange schon hat sich nichts mehr getan an der für Bauarbeiten gesperrten Burg Botzlar. © Marie Rademacher
Sanierung

Burg Botzlar in Selm: Bauarbeiten stehen still, aber es gibt neue Planer

Eigentlich sollte die Burg Botzlar schon längst saniert, umgebaut und wieder geöffnet sein. Doch der ursprüngliche Zeitplan ist längst obsolet. Jetzt wurde ein neues Planungsbüro beauftragt.

Warum tut sich eigentlich an der Burg Botzlar gerade so gar nichts? Ein Leser der Ruhr Nachrichten, der in der Nähe der Burg wohnt, hat sich mit dieser Frage an die Redaktion gewandt. „Wir sind Anwohner mit direktem Blick auf die Burg und fragen uns, warum man seit vielen Monaten nichts mehr über die Pläne zum Umbau hört. Auch ist ein Start der Bauarbeiten, welche schon lange begonnen haben sollten, nicht in Sicht“, schreibt er in einer Mail an die Redaktion.

Tatsächlich ist der ursprüngliche Zeitplan für den Umbau der Burg zu einem modernen Bürgerzentrum längst überholt: Seit Juli 2018 ist die Burg, in der bis dahin zum Beispiel auch immer die Ratssitzungen der Stadt Selm stattgefunden hatten, für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach zwei Jahren sollten Um- und Anbau abgeschlossen sein – also circa im Mai/Juni 2020. Das Problem: Die Stadt und die Bürgerstiftung – Letztere kauft die Burg von der Stadt Selm – waren mit den Planungen nicht mehr zufrieden. Und trennte sich von dem Planungsbüro Angelis aus Köln, das die Pläne erstellt hatte. Das war im Sommer des vergangenen Jahres.

Stadt: „Gespräche mit unterschiedlichen Beteiligten laufen“

Seitdem hat sich – zumindest von außen betrachtet – an der Burg nichts getan: Ein Bauzaun umgibt das herrschaftlich aussehende Gebäude. Nachdem in den vergangenen zwei Jahren Denkmalschützer, Archäologen und Bauforscher vor Ort waren, um das alte Gebäude zu untersuchen, ist im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres auf der Baustelle nicht viel passiert.

In Hintergrund aber wohl schon. Das hat die Stadt Selm auf Anfrage der Redaktion erklärt. „Zurzeit laufen Gespräche mit unterschiedlichen Beteiligten, unter anderem mit Architekten, der Denkmalbehörde und mit Fachplanern. Mit Unterstützung des Architekturbüros Vervoorts & Schindler wird das Projekt weiter vorangetrieben“, so Stadtsprecher Malte Woesmann. Neue Planer sind also gefunden. Das Architekturbüro Vervoorts & Schindler ist in Bochum ansässig. Neben Wohnungs- und Gewerbeneubauten gehört das Bauen im Bestand – so wie es ja an der Burg Botzlar vorgesehen ist – in das Leistungsprofil des Büros.

Durch einen Bauzaun ist die Burg abgesperrt.
Durch einen Bauzaun ist die Burg abgesperrt. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Ziel der Bürgerstiftung ist es ja, dass die Burg zu einem Ort für alle Menschen in Selm werden soll. Unterschiedlichste Kulturprojekte und Veranstaltungen sollen dort stattfinden, das Archiv der Heimatvereins soll dort eine neue Heimat finden, es soll eine Anlaufstelle für Touristen und auch wieder einen Ratssaal geben. Vorher sind aber Sanierung und Umbau nötig – das Land NRW hat Stadt und Bürgerstiftung dazu schon eine 90-prozentige Förderung zugesagt.

Wie sieht der neue Zeitplan aus?

Nach Plänen von 2019 sollte der Burgumbau 3,7 Millionen Euro kosten – 230.000 Euro mehr als eigentlich geplant war. Mittlerweile haben sich die Pläne wieder geändert: Der große Anbau, der einen großen Teil der Burg verdeckt hätte, hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Stadt und die Bürgerstiftung die Pläne noch mal überarbeiten lassen wollten.

Wie die neuen Pläne jetzt aussehen? Dazu sagt die Stadt Selm auf Anfrage der Redaktion noch nichts. Auch zum neuen Zeitplan gibt sie noch keine Infos preis. „Zu den neuen Plänen und einem neuen Zeitplan können aktuell noch keine Aussagen getroffen werden, da noch weitere Abstimmungsprozesse anstehen“, erklärt Malte Woesmann nur. Aber: Sobald eine neue „Zeitschiene“ feststehe, wollen die Stadt und die Bürgerstiftung gemeinsam die Öffentlichkeit darüber informieren, wie es mit dem Projekt weitergeht – und wann sich endlich sichtbar wieder etwas tut an der Burg Botzlar.

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