BVB-Profi baut Kita für 75 Mädchen und Jungen am Zechenbusch in Selm

hzInvestition in Selm

Nachwuchsförderung wird im Fußball großgeschrieben - auch beim BVB. Das muss sich nicht auf den Sport beschränken, wie jetzt die Stadt Selm erfährt. Dort baut ein BVB-Profi die neue Kita.

Selm

, 29.02.2020, 21:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die Stadt Selm ihre neue Kita nicht selbst bauen würde, steht schon seit 2018 fest. Damals entschied sich der Rat für ein Investorenmodell: Ein privates Unternehmen tritt als Investor auf und plant und realisiert das Bauprojekt auf eigene Rechnung, um es anschließend an die öffentliche Hand zu vermieten: ein gängiges Modell, wenn Kommunen das nötige Kapital fehlt - anders als den Kapitalgebern. Im Fall der Kita in Selm ist das ein echter Promi.

Topverdiener beim BVB legt Geld an

„Marco Reus baut unsere neu Kita.“ Das hat Bürgermeister Mario Löhr beim Neubürgerempfang verraten. Marco Reus: gebürtig aus Dortmund-Körne, 30 Jahre alt, erfolgreicher Fußballer, Kapitän bei seiner Heimatmannschaft, dem BVB - und dort ein Topverdiener.

Sein Jahreseinkommen soll bei 12 Millionen Euro liegen: Geld, das gut angelegt sein will - zum Beispiel in Immobilien. Aber auch für Reus gilt: Über Geld spricht man nicht.

BVB-Star Marco Reus und seine Frau Scarlett Gartmann haben inzwischen ein Töchterchen. Für Selmer Kinder baut er eine Kita.

BVB-Star Marco Reus und seine Frau Scarlett Gartmann haben inzwischen ein Töchterchen. Für Selmer Kinder baut er eine Kita. © picture alliance/dpa

Der Stürmer, der seit dem 4. Februar wegen einer Verletzung aussetzen muss, möchte nur mit sportlichen Leistungen in der Öffentlichkeit stehen. Das weiß man auch in Selm. Aber so einen Geschäftspartner hat man dort auch nicht alle Tage - und dann noch in einer Stadt, in der das Gros der Fans schwarzgelb liebt. Da rutscht einem Bürgermeister vor lauter Vorfreude schon einmal der Name heraus.

Kita entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule

Die Kita für 75 Kinder soll zwischen Pädagogenweg und Buchenwaldstraße entstehen. Geplant und gebaut wird sie von dem Lüner Unternehmen Benthaus, genauso wie die drei Häuser mit 20 Wohnungen daneben.

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Eigentlich sollten die Bauarbeiten für die Kita bereits laufen. Zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August 2020 beginnt, sollte die Tageseinrichtung im Grünen ursprünglich fertig sein: ein Termin, der sich nicht halten ließ.

Eröffnung verschiebt sich um acht Monate

Den Grund dafür formuliert Stadtsprecher Malte Woesmann kompliziert: „In den vergangenen Monaten hat es umfangreiche Absprachen bezüglich der Einbindung von Fördermitteln und in Sachen Vergaberecht bei dem gewählten Investorenmodell gegeben.“ Löhr sagt es einfacher: „Es dauerte einfach länger, alles in trockene Tücher zu bringen.“ Jetzt sei es so weit.

Die Stadt rechnet damit, im April 2021 die neue Kita eröffnen zu können, die dringend benötigte Entlastung verspricht bei der Kinderbetreuung. Sowohl die Kita St. Martin an der Albert-Schweitzer-Straße als auch die Kita Konfetti am Bockmühlenweg wollen in der zweiten Jahreshälfte Anbauten für jeweils eine Gruppe eröffnen. Für den Übergang setzt die Stadt auf die Betreuung der Kinder durch Tageseltern.

Ob Marco Reus „seine“ Kita in Selm einmal besuchen wird? Unwahrscheinlich. Aber wer weiß. Schließlich ist er seit einem Jahr selbst Vater.

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