Cappenberg fast von der Außenwelt abgeschnitten: Störung bei Unitymedia

hzKabelnetzbetreiber

Kein Fernsehen, kein Internet, kein Festnetztelefon - mehr als 24 Stunden lang mussten Unitymedia-Kunden aus Nordlünen, Cappenberg und Selm darauf verzichten. Das sorgte für Ärger.

von Julian Beimdiecke

Cappenberg

, 09.10.2020, 19:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen Mittag konnte Thorsten Garber am Donnerstag, 8. 10., in seinem Haus im Baugebiet Kreutzkampswiese in Cappenberg noch ganz normal im Internet surfen - kurze Zeit später war das nicht mehr möglich. Ab 14.30 Uhr war das Internet weg, daneben war auch kein Kabel-TV empfangbar und auch mit dem Festnetztelefon konnte er nicht mehr telefonieren. „Es war wirklich ein Totalsystemabsturz“, so Garber.

Für Garber erst einmal nichts Ungewöhnliches: Immer wieder habe es in der Vergangenheit Probleme mit dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia gegeben. „Das Internet war in der Vergangenheit nicht stabil, Telefonate rissen einfach so ab. Auch das Fernsehen war zur Prime-Time manchmal einfach weg. Zuverlässig ist das Netz hier wirklich nicht“, klagt er.

24 Stunden, 1500 Haushalte

Allerdings: So schlimm wie dieses Mal sei es noch nie gewesen. Mehr als 24 Stunden hielt die Störung an, erst am Freitag gegen 16.00 Uhr lief bei ihm alles wieder einwandfrei. Vodafone, das Unitymedia 2018 übernommen hat, bestätigte am Freitag auf Anfrage, dass es eine Störung gegeben habe - und die ging sogar weit über Cappenberg hinaus: 1500 Haushalte in Selm, Cappenberg und Lünen-Nord mussten auf Fernsehen, Festnetztelefon und Internet verzichten. Die Ursache sei ein Glasfaserschaden, sagte eine Vodafone-Sprecherin auf Anfrage. Technik-Spezialisten seien unter Hochdruck im Einsatz gewesen, um die Störung zu beseitigen, als diese akut war.

Bei Garber allerdings entstand nicht der Eindruck, dass Unitymedia sich so stark für die Behebung der Störung einsetzt. Ein Grund dafür: Ein Nachbar, der ebenfalls betroffen war und mit dem er sich in Verbindung setzte, hatte noch am Donnerstagabend gegen 21 Uhr eine SMS des Kundenservices von Unitymedia bekommen - in der hieß es, dass die Störung behoben sei. „Das war ganz offensichtlich gelogen, denn es war ja noch gar nichts behoben“, so Garber. Dementsprechend zeigte er sich vom Kundenmanagement und der Kommunikation des Kabelnetzbetreibers enttäuscht.

Problem: Arbeiten im Home-Office

Gerne würde er seinen Anbieter wechseln, aber: „Es gibt ja keine Alternative. Als Kunde ist man da ein Stück weit ohnmächtig“, klagt er. Für ihn bleibt nur die Hoffnung auf Besserung - und das möglichst schnell: Denn wie viele andere auch arbeitet er im Moment im Homeoffice, weshalb ihn die Störung doppelt ärgerte. „Arbeiten im Homeoffice ohne Telefon und Internet ist ja kaum möglich. Für mich führt das daher zu einem Verdienstausfall, wenn ich von zuhause aus nicht arbeiten kann.“

Immerhin: Vodafone entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden für die Unannehmlichkeiten - für Garber dürfte das allerdings ein schwacher Trost gewesen sein.

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