Caritas und Stadtverwaltung Selm Setzt der Politik besser keine Pistole auf die Brust

Auf dem ehemaligen Marktplatz will die Caritas nach wie vor ihr neues Altenheim bauen. © Günther Goldstein
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Dass es doch noch einmal ganz schnell gehen könnte mit dem Bau des Altenheims auf dem ehemaligen Marktplatz, hat in Bork niemand mehr ernsthaft geglaubt. Schließlich liegt das leer geräumte Baugrundstück seit mehr als viereinhalb Jahren im Dornröschenschlaf. Dass das ganze Projekt jetzt auf der Kippe stehen soll, ausgerechnet wegen lächerlicher zwei Wochen Bedenkzeit, ist eine Lachnummer.

Ich freue mich, dass Politikerinnen und Politiker einen Moment innehalten, bevor sie Anträge auf zusätzliche Steuergelder durchpeitschen (immerhin fast 240.000 Euro). Das ist ihre Aufgabe – erst recht bei diesem Projekt, bei dem die Stadtverwaltung geschlampert hat, sonst gäbe es die Sanierungskosten für das Grundstück ja gar nicht.

Die Caritas hatte 2018 um Verständnis gebeten, dass sie erst in anderen Teilen ihres Verbandsgebietes Bauvorhaben fertigstellt, bevor sie in Bork beginnt. Später warb sie um Verständnis, dass sich der Bau nur lohnen würde, wenn statt 39 nun 52 Pflegeplätze geschaffen würden. Dass ausgerechnet diese Caritas nun selbst kein Verständnis haben sollte, wenn der Rat statt am 17. November erst am 15. Dezember über Mehrkosten für die Sanierung des Baugrundstücks entscheidet, kann ich nicht glauben. Dass sich ein Bürgermeister so etwas gefallen ließe, erst recht nicht. Oder geht es am Ende tatsächlich nur darum, jemandem den schwarzen Peter für das Scheitern des Projekts zuzuschieben? Unglaublich erscheint inzwischen ja nichts mehr.