Corona-Krise: Einzelhandel in Selm kämpft mobil um jeden einzelnen Kunden

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Einzelhandelsgeschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, haben wegen der Corona-Krise geschlossen. Das Geschäft liegt aber nicht brach. Der Handel in Selm lässt sich was einfallen.

Selm

, 26.03.2020, 21:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zurzeit haben Christian Kokesch und Birgit Schemmel von der Selmer Marktbuchhandlung ganz besonders ein offenes Ohr für die Kunden. Weil sie derzeit ihr Geschäft zwar wegen der Corona-Krise nicht öffnen dürfen, dafür aber Bestellungen telefonisch entgegen nehmen. Und? Wie läuft‘s? Wird die Marktbuchhandlung in diesen Zeiten von Bestellungen überrannt?

„Wir werden nicht überrannt, aber die Angebote werden gut angenommen“, sagt Christian Kokesch. Wobei die Marktbuchhandlung zwei Wege anbietet, um Medien bestellen zu können und geliefert zu bekommen. Da ist zum einen die Möglichkeit, telefonisch oder per E-Mail zu bestellen. Da ist aber auch der Onlineshop. „Da haben wir deutlich mehr Bestellungen als vorher.“

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Was bestellt wird, kommt per Paketdienst oder Post bei den Kunden an. In Corona-Krisen-Zeiten ist aber ein weiterer Vertriebsweg dazu gekommen: „Ich habe am Wochenende auch persönlich ausgeliefert“, sagt Christian Kokesch. Das gehe dann kontaktlos: „Ich stelle die Tüte vor die Tür; das Geld liegt dann meist passend im Kuvert auch schon vor der Tür.“ Auch andere Geschäfte in Selm bieten Lieferservices an.

Dringender Appell der Werbegemeinschaft

Die Werbegemeinschaft Selm, also der Zusammenschluss der Kaufleute im Selmer Zentrum, in der Altstadt und in Bork, richtet im Zusammenhang mit der Corona-Krise aktuell einen dringenden Appell an die Selmer Bürger: „Wie in anderen Städten auch, gibt es schon einige Geschäfte, die einen Lieferservice anbieten. Der Vorstand der Werbegemeinschaft appelliert an alle Selmer Bürger, dieses Serviceangebot unbedingt zu nutzen. In dieser Zeit ist es wichtiger denn je, den stationären Handel zu unterstützen.“

Die Werbegemeinschaft hat die Services der Händler im Internet zusammengefasst, damit die Kunden einen bessern Überblick haben. Auf Facebook bietet die Seite „Selm liefert“ ebenso einen Überblick wie die Internetseite www.selmnet.de. Darüber hinaus können Interessierte unter www.werbegemeinschaftmeinselm.de viele Internetadressen von ortsansässigen Geschäften nachlesen und sich dort über das jeweilige Angebot informieren.

Das Second-Hand-Geschäft Mondeule, Rewe, Nadel und Faden, PeGa-Moden, Sport Angersbach, Knümann, die Bären-Apotheke, Blumen Kersting, Spielen und Träumen: Das sind bereits Einzelhandelsgeschäfte, die Lieferservices anbieten und die zum Großteil beispielsweise auf der Facebook-Seite „Selm liefert“ und auf der Homepage der Werbegemeinschaft Selm aufgeführt sind.

Dass die Werbegemeinschaft über diese Wege die Geschäfte unterstützt, findet Buchhändler Christian Kokesch „total wichtig“. Sei es, dass auf diesem Weg die Bürger sich über Lieferservices informieren können oder Kontakt bekommen, “um beispielsweise Gutscheine zu kaufen“, sagt Kokesch. Das habe den Vorteil, dass der Händler sofort Geld bekomme „und nicht erst in sechs Wochen“. Und wenn die Geschäfte dann wieder öffnen dürfen, könne der Kunde diese Gutscheine dann einlösen.

Können diese Liefer-Angebote das wieder wettmachen, was mangels persönlicher Bedienung der Kunden wegbricht? „Ich vermute, nein“, sagt Kokesch.

Hoffen auf staatliche Zuschüsse

Es ist zudem eine Zwickmühle, in der sich der Handel derzeit befindet. Auch wenn Einnahmen zurück gehen sollten, bleiben ja noch die Fixkosten wie Miete oder Strom. Nun sind ja staatliche Hilfen auch für kleinere Betriebe in Aussicht gestellt. „Ich warte darauf, dass das Formular freigeschaltet wird, wo Zuschüsse beantragt werden können“, sagt Buchhändler Christian Kokesch. Er hoffe, dass solch ein Zuschuss dann auch schnell und unbürokratisch ankomme. Staatliche Hilfen wie diese seien gerade für kleinere Unternehmen ganz wichtig: „Wenn wir so wie jetzt noch zwei, drei Monate weitermachen müssten, würde das ohne einen Zuschuss nicht funktionieren.“

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