Corona-Krise in Selm: Bistum Münster fordert, Taufen und Trauungen abzusagen

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Die Corona-Krise schränkt das öffentliche Leben massiv ein. Geschäfte haben geschlossen. Auch im ganz privaten Bereich gibt es einschneidende Maßnahmen, die der Corona-Krise geschuldet sind.

Selm

, 19.03.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bistum Münster hat am Donnerstag, 19. März, Informationen herausgegeben, die die Ernsthaftigkeit der Situation nochmal verdeutlichen. Nach Auskunft von Claus Themann, dem Leitenden Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Ludger, gilt demnach folgende Anweisung: „Nach Rücksprache mit den Behörden sind Taufen und Trauungen ab sofort auch im kleinsten Familienkreis nicht mehr möglich. Sofern nicht schon geschehen, müssen alle Taufen und Trauungen bis vorerst 19. April 2020 definitiv abgesagt werden.“

Nur der engste Familienkreis

Auch Beerdigungen werden in diesen Zeiten anders ablaufen müssen als üblich:

Für Beerdigungen gelte, dass sie im engsten Familienkreis (maximal bis zu 20 Personen) stattfinden können, sofern die üblichen Hygienevorschriften (Abstand von zwei Metern) gewahrt werden. So heißt es vom Bistum Münster. Doch sollten sie möglichst nur im Freien erfolgen. Auf die Nutzung der Trauer- beziehungsweise Friedhofshalle sei – sollten die Wetterbedingungen nicht völlig widrig sein – zu verzichten. Die kommunalen Entscheidungen bezüglich der Nutzung der Trauer- beziehungsweise Friedhofshallen seien natürlich zu beachten. Grundsätzlich seien die Verfügungen der Kreise, Städte und Kommunen strengstens zu beachten.

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Hinsichtlich der Trauerzeremonie am Grab gibt es zwar keine präzise Regelung. Bürgermeister Mario Löhr richtet aber einen Appell an die Bürger, die Maßgabe, soziale Kontakte zu vermeiden, um Infektionsketten zu unterbrechen oder zu minimieren, einzuhalten: „Jeder ist in eigener Verantwortung dazu verpflichtet.“ Das gelte auch für das Trauer-Kaffeetrinken in Wohnungen.

Verständnis für Einschränkungen

Bei all diesen Einschränkungen im privatesten Bereich sollte man annehmen, dass es Protest hagelt. Irrtum. „Wir bemerken eine immer größere Sensibilität bei den Menschen“, sagt Claus Themann, Leitender Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Ludger. Wenn Ehejubiläen verschoben werden, wie es die Gemeinde derzeit handhabe, gebe es bei den Jubilaren viel Verständnis dafür. Das gelte auch für Taufen. „Sie werden auch verschoben und können nach der Corona-Krise nachgeholt werden“, berichtet Themann.

Wie sieht es bei Hochzeiten aus? Antwort des Pfarrers: „Hochzeiten sind derzeit nicht angemeldet.“

Trauerfeier kurz halten

Beerdigungen seien zwar angemeldet gewesen, sagt Claus Themann, aber bei einer Beerdigung habe es keine Eucharistiefeier gegeben. „Bei einer anderen Beerdigung hatte aber auch die Familie bereits von sich aus den Kreis der Teilnehmer auf vier Personen reduziert.“

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Die Trauerfeier am Grab selber halte die Kirchengemeinde derzeit kurz. Und auch die Teilnehmerzahl werde eher klein gehalten. „Wobei man ja auch bei 20 Teilnehmern den nötigen Abstand halten kann“, sagt Pfarrer Claus Themann.

„Aktuelle Situation trifft uns massiv“

Wie geht es nun denen, die gerade zu Beerdigungen zum Kaffeetrinken Räume angeboten haben? Wir haben bei Familie Bock vom Selmer Hof nachgefragt, der ja auf die Durchführung von Veranstaltungen ausgelegt ist. „Daher trifft uns die aktuelle Situation natürlich massiv“, heißt es von der Familie Bock. Alle Termine bis Mitte April seien abgesagt. Darunter fallen nicht nur die Kneipennacht, sondern auch Geburtstage und sonstige Familienfeiern, Veranstaltungen der Schützen, die Proben des Polizeichores Quartettverein sowie mehrere Jahreshauptversammlungen, die seit Jahren obligatorisch im März abgehalten werden. „Ein Standbein unseres Betriebes ist darüber hinaus die Durchführung von Beerdigungskaffeetrinken. Bereits in dieser Woche mussten wir zwei Familien absagen“, erklärt Familie Bock. Der Schutz der Gäste, aber auch des Personals stehe jetzt im Vordergrund.

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