Corona-Krise in Selm: Jugendarbeit läuft zurzeit auf digitalen Kanälen

hzJugendzentrum Sunshine

Die Corona-Krise hat auch dazu geführt, dass das gerade wiedereröffnete Jugendzentrum Sunshine in Selm geschlossen ist. Wie läuft die Jugendarbeit jetzt?

Selm

, 02.04.2020, 10:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zweieinhalb Jahre hatte es gedauert, bis das Jugendzentrum Sunshine nach aufwändigem und umfangreichem Umbau wieder eröffnen konnte. Und der Andrang war riesig. Dann kam die Corona-Krise. Und mit ihr kam das Kontaktverbot. Mit ihm kam die Schließung von Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Sunshine. Und mit der Schließung des Jugendzentrums Sunshine kam ... ja was denn? Frust? Nein. Im Gegenteil. Die offene Jugendarbeit geht weiter. Wenn auch anders. Aber für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen dann doch wiederum normal.

Das Team des Sunshines hat den Instagram-Kanal ins Leben gerufen, damit der Kontakt zur Zielgruppe während der Corona-Krise bestehen bleibt.

Das Team des Sunshines hat den Instagram-Kanal ins Leben gerufen, damit der Kontakt zur Zielgruppe während der Corona-Krise bestehen bleibt. © Screenshot Eller

Alle Welt setzt jetzt auf Video-Chats oder -Konferenzen, trifft sich auf digitalen Plattformen im Internet. Das ist die Welt der Zielgruppe des Jugendzentrums Sunshine. Warum also nicht auch in Zeiten von Corona-Krise, Kontaktverbot und Sunshine-Schließung?

Man begegnet sich bei WhatsApp oder bei Instagram. Und das geht so: „Schon um die Zeit der Wiedereröffnung des Sunshine habe ich den Instagram-Account ins Leben gerufen“, sagt Carina Eller, pädagogische Mitarbeiterin im städtischen Team Jugendförderung. Unter „JUZSunshine“ finde man den Kanal des Jugendzentrums bei Instagram.

Team fotografiert eigenen Alltag

„Unser wichtigstes Anliegen auch über diesen Kanal ist, dass wir den Jugendlichen nochmal klar machen, dass es wichtig ist, dass sie wirklich zuhause bleiben, dass sie nicht draußen rumlaufen, dass sie sich nicht in Gruppen treffen“, berichtet Carina Eller. „Und dafür machen wir gerade eine Aktion mit den Honorarkräften als ganzes Team zusammen, dass wir uns in unserem eigenen Alltag fotografieren und zu verschiedenen Themen Foto-Collagen hochladen.“

Auch das Thema Kochen verarbeiten die Sunshine-Mitarbeiter mit Vorschlägen, die sie kreativ fotografiert haben.

Auch das Thema Kochen verarbeiten die Sunshine-Mitarbeiter mit Vorschlägen, die sie kreativ fotografiert haben. © Sunshine

Zum Beispiel mit Vorschlägen, „was man zurzeit zuhause mit seiner Zeit alles Cooles machen kann“.

Es gab auch schon verschiedene Vorschläge zu Themen: Kochen, Backen, auf Facetime mit Freunden Kontakt aufnehmen, Zeit mit den Haustieren verbringen, Sport treiben. Das Ganze kam jeweils mit Bildern, Texten und Grüßen von den Honorarkräften via Instagram auf die Bildschirme der Jugendlichen.

Yoga, Puzzlen, sich mit den Haustieren beschäftigen: Das sind Vorschläge des Sunshine-Teams für Jugendliche in Zeiten des Kontaktverbotes.

Yoga, Puzzlen, sich mit den Haustieren beschäftigen: Das sind Vorschläge des Sunshine-Teams für Jugendliche in Zeiten des Kontaktverbotes. © Sunshine

Wie läuft eigentlich die Kommunikation zwischen Team und Zielgruppe über Instagram hinaus? „Das geht zurzeit nur über Privat-Chats“, erklärt Carina Eller. „Die Jugendlichen können Direkt-Nachrichten an die Instagram-Seite des Sunshine schicken. Die beantworte ich dann.“ Diese Möglichkeit sei auch schon genutzt worden. Welche Themen liegen den Jugendlichen denn in diesen Chats am Herzen? „Liebeskummer; wie es im Sunshine weiter geht; Bands nutzen das, um auf dem Laufenden zu bleiben“, listet die Sunshine-Mitarbeiterin auf. Diese Chats mit teilweise wirklich sehr privaten Inhalten seien nicht öffentlich einzusehen.

Jetzt lesen

Also alles irgendwie normal im Sunshine. Denn auch, wenn das Jugendzentrum geöffnet hat, beschäftigen sich die jungen Besucher kreativ. Und wenn jemand ein Problem hat, zieht er sich mit jemandem vom Sunshine-Team in einen separaten Raum zurück und bespricht es abseits des Geschehens.

Die neue Normalität

Zu dieser neuen Normalität in der Corona-Krise gehört, dass die Jugendlichen auf digitalen Wegen auch untereinander kommunizieren: „Sie haben private WhatsApp-Sunshine-Gruppen“, berichtet Carina Eller. Video-Chats oder -Konferenzen seien derzeit nur innerhalb des Sunshine-Teams geplant, um sich abzusprechen. Denn auch das Team arbeitet im Homeoffice oder baut Überstunden ab.

Vielleicht gibt es aber doch bald die Möglichkeit, dass die Zielgruppe auch in Corona-Zeiten noch näher an das Sunshine-Team heranrückt. Carina Eller: „Es gibt bei Instagram die Möglichkeit, Livestreams zu machen. Wir werden im Team besprechen, ob das Sinn macht.“ Immerhin folgen 96 Leute dem Sunshine auf Instagram.

Kreative, offene Jugendarbeit im Sunshine in der Corona-Krise. Indem man vorhandene Möglichkeiten einfach ausnutzt. In digitalen Treffpunkten.

Lesen Sie jetzt