Corona-Krise legt auch die Polizeiausbildung im LAFP in Bork lahm

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Vieles, was normal erschien, ist in Zeiten der Corona-Krise nicht mehr möglich. Um soziale Kontakte zu vermeiden, schließen Geschäfte und Einrichtungen. Und wie läuft es beim LAFP in Bork?

Bork

, 19.03.2020, 13:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man stelle sich das mal vor: Hunderte von Frauen und Männern drängeln sich in der Mensa des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) der Polizei NRW am Standort Bork. In diesen Zeiten eigentlich ein Unding. Die Gefahr der Infektion mit dem Coronavirus würde, sollte das Szenario wie beschrieben immer noch so ablaufen, immens steigen. Wir haben beim LAFP nachgefragt, wie es dort zurzeit aussieht.

Die Polizeistudenten - hier ein Teil des aktuellen Jahrgangs bei der Einführung - werden zurzeit in ihren Einstellungs- und Ausbildungsbehörden eingesetzt.

Die Polizeistudenten - hier ein Teil des aktuellen Jahrgangs bei der Einführung - werden zurzeit in ihren Einstellungs- und Ausbildungsbehörden eingesetzt. © Arndt Brede (A)

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf die Arbeit beim LAFP in Bork? Wenn ja, welche? Läuft die Ausbildung mit Hunderten von Studenten durch die Lehrer normal weiter? Es kommen Hunderte von Menschen ja auch in der Mensa zusammen. Gibt es in der Hinsicht Maßnahmen des LAFP? Sollte der Betrieb des LAFP bisher nicht zurückgefahren worden sein: Trägt sich das LAFP mit dem Gedanken, Studenten (und auch Lehrer eventuell) nach Hause zu schicken? Oder gibt es das Recht sogar her, dass Studenten in Polizeiwachen in Zeiten, in denen zum Beispiel wegen Corona Ausbildung ausgesetzt ist, Dienst tun? Das sind die Fragen, die wir gestellt haben. LAFP-Pressesprecher Victor Ocansey hat uns geantwortet.

Im LAFP in Bork wird zwar noch gearbeitet, aber nicht mehr in voller Besetzung.

Im LAFP in Bork wird zwar noch gearbeitet, aber nicht mehr in voller Besetzung. © Arndt Brede

Ausbildung ist ausgesetzt

„Die Ausbildung des Einstellungsjahrgangs 2018 als auch die Fortbildung der Polizei NRW wurden durch das LAFP NRW landesweit ausgesetzt.“ In diesem Fall bezieht sich der Begriff Ausbildung auf das Training, das die Studenten in Bork neben dem theoretischen Unterricht an anderen Standorten absolvieren. Insofern stellt Ocansey klar: „Im Zusammenhang mit der aktuellen Lage rund um das Coronavirus werden zunächst bis zum 19. April die Ausbildung (Training) sowie alle zentralen und dezentralen Fortbildungen ausgesetzt.“

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Zum Hintergrund: In NRW erfolgt die Ausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst laut Victor Ocansey in zehn Einstellungs- und Ausbildungsbehörden (Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen, Münster und Köln) im Rahmen eines dreijährigen Bachelor-Studiengangs. Die Vermittlung der theoretischen Studieninhalte erfolge durch die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) an fünf Standorten (Bielefeld, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen, Münster und Köln). Die fachpraktische Ausbildung erfolgt einerseits in Form von Trainings beim LAFP NRW in den drei Ausbildungsstandorten Selm, Brühl und Schloss Holte-Stukenbrock sowie im Rahmen von Praktika in den 47 Kreispolizeibehörden. Die Inhalte der drei Ausbildungsträger seien miteinander verzahnt und folgen einer festgelegten wiederkehrenden Abfolge.

Mit aktuellen Stand befinden sich rund 7.000 Kommissaranwärterinnen und Kommissaranwärter, verteilt auf drei Einstellungsjahrgänge (2019, 2018, 2017), in der dreijährigen Bachelor-Ausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst des Landes NRW.

Je nach Ausbildungsabschnitt befinden sich diese Studierenden an der HSPV NRW (Theorie), dem LAFP NRW (Training) oder in den Kreispolizeibehörden des Landes NRW (Praktikum).

Auf dem LAFP-Parkplatz herrscht zurzeit gähnende Leere.

Auf dem LAFP-Parkplatz herrscht zurzeit gähnende Leere. © Arndt Brede

Die Corona-Krise hat laut Victor Ocansey zu folgender Entscheidung geführt: Die Studierenden versehen ab sofort Dienst in ihren jeweiligen Einstellungs- und Ausbildungsbehörden.“ Die Lehrenden des LAFP NRW gehen laut Ocansey bis auf Weiteres „anderen Arbeitsraten und Aufträgen in Präsenzdiensten vor Ort oder in Telearbeit von zu Hause nach“. Darüber hinaus stehen sie im Bedarfsfall zur personellen Unterstützung der 47 Kreispolizeibehörden des Landes zur Verfügung.

Im LAFP in Bork wird zwar noch gearbeitet, aber nicht mehr in voller Besetzung.

Im LAFP in Bork wird zwar noch gearbeitet, aber nicht mehr in voller Besetzung. © Arndt Brede

Verwaist sei das LAFP in Bork derzeit nicht: „Der Selmer Standort des LAFP NRW bleibt auch weiterhin mit einem verkleinerten Personalkörper (vom Leitungsstab über die Verwaltung bis hin zu unserem Unterkunfts- und Küchenpersonal) besetzt“, so Ocansay. Das LAFP stelle einen höchstmöglichen Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter sicher.

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