Viele neue Corona-Fälle in Selm: Gibt es jetzt wieder mehr Kontrollen von der Stadt?

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Die Coronazahlen in Selm steigen seit Tagen kontinuierlich. 15 neue Fälle wurden am Montag gemeldet, fünf am Dienstag. Die zweite Welle ist da in Selm. Der Kreis hat schon reagiert, zieht die Stadt auch Konsequenzen?

Selm

, 07.10.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahlen sprechen derzeit eine ziemlich eindeutige Sprache: Die Neuinfektionen im Kreis Unna steigen seit ein paar Tagen kontinuierlich deutlich an, 25 Menschen sind derzeit allein in Selm aktiv mit Corona infiziert. Wenn man bedenkt, dass es im gesamten Verlauf der Krise insgesamt 94 Ansteckungen in Selm gab, ist das eine ziemlich hohe Zahl.

Das gilt nicht nur für Selm, sondern für den gesamten Kreis Unna. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner des Landkreises liegt dort derzeit bei über 40. Der Kreis befindet sich derzeit in Abstimmung mit der Bezirksregierung - um Sicherheitsmaßnahmen aufzustellen.

Muss angesichts der steigenden Zahlen jetzt eigentlich auch die Stadtverwaltung Selm irgendwie reagieren? Sind zum Beispiel wieder verstärkt Kontrollen geplant? „Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Unna ist deutlich geworden, dass ein Großteil der Neuinfektionen auf eine private Feierlichkeit außerhalb von Selm zurück zu führen ist. Eine Reaktion in Form von verstärkten Kontrollen in Selm ist daher nach Ansicht des Ordnungsamtes nicht erforderlich“, erklärt Stadt-Sprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion.

Keine Verstöße im September und Oktober

Wie berichtet stehen viele (eine genaue Zahl gibt es nicht) Fälle in Selm in Zusammenhang mit einer Hochzeit in Ascheberg. Dort hatten sich mehrere Menschen infiziert - unter anderem in Olfen und Selm.

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Die Kontrollen der Corona-Regeln, so teilt es Malte Woesmann mit, gibt es weiter „in bewährter Form“. Sie werden, so sagt er, im regulären Dienstbetrieb durchgeführt. Auch am Wochenende. „Es sind bis zu sechs Mitarbeiter im Wechseldienst eingesetzt“, so der Stadtsprecher. Verstöße haben sie in letzter Zeit nicht festgestellt. „Im September/Oktober gab es keinen Verstoß, der ein Bußgeld nach sich gezogen hat“, erklärt Woesmann. Seit Beginn der Krise hatte es in Selm 16 solcher Verstöße gegeben.

Änderung für Regeln von privaten Feiern

Gerade auch in Bezug auf private Feiern im öffentlichen und angemieteten Raum haben die steigenden Werte Konsequenzen: Durch den Inzidenz-Wert von über 35 Fällen dürfen nicht mal als maximal 50 Personen daran teilnehmen - vorher waren es 150. „Es gilt weiterhin, dass Feierlichkeiten dem Ordnungsamt gemeldet werden müssen. Dies war erstmals in die Coronaschutzverordnung mit Gültigkeitsbeginn 1. Oktober 2020 geschrieben worden“, klärt der Stadtsprecher auf.

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Private Feiern im öffentlichen Raum müssen drei Tage vor dem Termin dem Ordnungsamt gemeldet werden. „Dort muss unter anderem eine für die Feier verantwortliche Person und die zu erwartende Gästezahl benannt werden. Für die Veranstaltung muss eine Gästeliste geführt und während der Veranstaltung aktualisiert werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführen, sondern lediglich die Anmeldung erfolgt“, so Woesmann weiter.

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