Wegen Warnstufe Rot: Massentests in den Seniorenheimen des Kreises Unna

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Die Warnstufe Rot im Kreis Unna hat nun automatisch auch Corona-Tests in sämtlichen Senioren- und Pflegeeinrichtungen des Kreises ausgelöst. Tausende müssen ab sofort getestet werden.

Kreis Unna

, 14.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die von Seniorenheimen schon vor Monaten geforderten regelmäßigen Corona-Tests bei Bewohnern und Mitarbeitern laufen seit diesem Dienstag an. Auslöser ist die Warnstufe Rot im Kreis Unna. Ein einziges Labor muss Tausende testen.

Weil die sogenannte 7-Tage-Inzidenz von 50 akut Infizierten auf 100.000 Einwohner im Kreisgebiet seit Kurzem überschritten ist, läuft hier ab sofort eine der größten Testreihen seit Ausbruch des Coronavirus im Frühjahr an.

Gesundheitsministerium ordnet Corona-Tests an

Eine Allgemeinverfügung des NRW-Gesundheitsministeriums ordnet seit dem 27. August Tests für Bewohner, Patienten und Mitarbeiter sämtlicher Senioren- und Pflegeeinrichtungen, von Senioren-Wohngruppen sowie der Tages- und Nachtpflege und der Einrichtungen für Behinderte an.

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»Der Kreis dreht sich so lange, bis wir wieder auf der sicheren Seite sind.«
Constanze Rauert, Pressesprecherin Kreis Unna

Der Kreis betont auf Nachfrage, dass unterhalb des Wertes von 50 Infektionen die Testungen in Seniorenheimen lediglich empfohlen werden; der Kreis Unna hatte die Vorwarnstufe von 35 Fällen bereits am 5. Oktober überschritten.

Das Kreisgesundheitsamt hat mit den Corona-Tests jetzt ein privates Labor beauftragt, dass in drei Seniorenheimen in Fröndenberg, Kamen und Bergkamen mit den Untersuchungen beginnt.

Nach und nach müssen 135 Einrichtungen im Kreisgebiet mit 5670 Betten bzw. Plätzen und Tausenden Mitarbeitern aufgesucht werden, bestätigte Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna.

Start der Massentest war am Dienstag unter anderem im Schmallenbach-Haus in Fröndenberg und im Hermann-Görlitz-Seniorenheim in Bergkamen.

Man sei nach Überschreiten des Inzidenzwertes „relativ schnell handlungsfähig gewesen“. Allerdings gibt es eine Krux bei den Testungen: So lange der Wert 50 im Kreis Unna nicht wieder unterschritten wird, müssen die Corona-Abstriche alle 14 Tage aufs Neue in den Einrichtungen vorgenommen werden.

Labor arbeitet an sechs Tagen in der Woche

Wie lange das Labor für eine einzige Testreihe benötigt, sei dagegen überhaupt nicht abschätzbar. Rauert: „Der Kreis dreht sich so lange, bis wir wieder auf der sicheren Seite sind.“ Das Labor werde jedenfalls an sechs Tagen in der Woche arbeiten und mehrere Heime täglich besuchen.

Im Fall positiver Testergebnisse werde man das Vorgehen von der konkreten Situation in den betroffenen Einrichtungen abhängig machen. Die Schutzmaßnahmen wie Quarantäne und Besuchsverbote für Angehörige könnten je nach Ausbruch der Infektion in einem geschlossenen Wohntrakt, einer Station mit Einzelzimmern oder in einem „offenen Haus“ völlig unterschiedlich aussehen.

Zur Sache

Allein 4300 Betten in Seniorenheimen

  • Das Corona-Testlabor hat eine Mammutaufgabe zu bewältigen: Abstriche müssen allein in 53 Alten- und Pflegeheimen mit 4300 Betten vorgenommen werden.
  • Hinzu kommen 17 Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Behinderte mit 550 Menschen sowie 38 Senioren-Wohngruppen mit 380 Bewohnern und 27 Tagespflegeeinrichtungen mit 440 Besuchern.
  • Die Zahl der zu testenden Mitarbeiter einschließlich Teilzeitkräften oder Bufdis lässt sich wegen unterschiedlicher Pflegeschlüssel nicht verlässlich beziffern, sie liegt aber wohl im hohen einstelligen Tausenderbereich.

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