Darum ist die Ludgeristraße in der Altstadt eine Ruckelstrecke

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Die Fahrt durch die Altstadt gleicht auf der Ludgeristraße entweder einer Slalom- oder einer Ruckelpiste. Das hat einen Grund.

Selm

, 26.08.2019, 15:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erika Peters hat öfter mal in der Altstadt zu tun. Die Seniorin fährt dann mit dem Auto über die Ludgeristraße. „Vor allem an der Einmündung Südkirchener Straße ist die Fahrbahn richtig abgesackt“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. „Es ist richtig rubbelig, sodass man das Lenkrad im Auto richtig festhalten muss.“ Und Einkäufe im Kofferraum gelte es stabil und gut zu verstauen. „Sonst fliegt nach einer Fahrt über die Ludgeristraße alles durcheinander.“ Die Mischung aus Asphalt und rund gelegtem Pflaster lasse Tempo 30, das auf der Straße gilt, gar nicht zu.

Nicht ordentlich verfüllt?

Warum die Fahrbahn so aussehe, wie sie ist, dafür habe sie eine Vermutung: „Als Ende der 1940er-/Anfang der 1950er-Jahre die Ludgeristraße neu gemacht wurde und endlich eine vernünftige Kanalisation verlegt wurde, sind uralte Reste von Knüppeldämmen verbaut worden.“ Knüppeldämme, das sind durch Rundholz oder Bohlen befestigte Wege. „Diese Knüppeldämme sind damals wohl nicht richtig zugeschüttet worden“, vermutet Erika Peters. Sie erinnere sich an die Zeit der Bauarbeiten: „Ich bin 1948 eingeschult worden und wir sind damals von der Ludgeristraße aus immer zur Baustelle gegangen und haben zugesehen.“

Nach und nach sei die Fahrbahn dann wohl abgesackt. Dabei sei die Lösung für sie denkbar einfach: „Die Fahrbahn glatt machen, das Abgesackte anheben.“ Die Altstadt sei schließlich der eigentliche Kern Selms.

Stadt: Schwerkräfte belasten Pflaster enorm

Ist das ein Lösungsansatz? Der stellvertretende Stadtsprecher Norbert Zolda hat sich auf Anfrage der Redaktion in der Fachverwaltung umgehört. Die Antworten auf die Anfrage bündelt er so: „Der Kreuzungspunkt Ludgeristraße/Südkirchener Straße liegt im Zentrum dieses Ortsteils und wurde deshalb auch großflächig aufgepflastert. Auf dieser Fläche liegt aber auch durch den abbiegenden Schulbusverkehr die größte Belastung. Durch die hier auftretenden Schwerkräfte wird die Pflasterfläche enorm belastet und musste deshalb in der Vergangenheit mehrmals reguliert werden. Dies wird auch in Zukunft erforderlich sein.“

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Verkehr disziplinieren

Die Ludgeristraße sei vor circa 20 Jahren mit Städtebaumitteln mit diesen Elementen (runde Pflastersteine, Anm. d. Red.) und der Begrünung umgestaltet worden, „um den Verkehr zu disziplinieren und das Dorf attraktiver zu gestalten“.

Darum ist die Ludgeristraße in der Altstadt eine Ruckelstrecke

Das runde Pflaster soll als Tempobremse dienen. © Arndt Brede

An der einen oder anderen Stelle seien auch schon kleinere Teilstücke wieder umgebaut worden, die der Belastung nicht Stand gehalten haben. „Ein Umbau mit einer durchgehend asphaltierten Fahrbahn wäre aber ein Schritt zurück, hin zu den damaligen Verkehrsproblemen wie zum Beispiel einem zu hohen Geschwindigkeitsniveau“, stellt Zolda klar.

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