Darum verzögert sich der Bau des Kreisverkehrs Cappenberger Damm

hzKreisverkehr Cappenberg

Das grobe Datum für den Sanierungsstart des Cappenberger Damms steht mit Mitte September fest. Bisher war jedoch der Baubeginn des Kreisverkehrs mit der Werner Straße unklar. Bisher.

Cappenberg

, 05.09.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt nicht wenige, die den Beginn des Kreisverkehrs an der viel befahrenen Kreuzung Cappenberger Damm / Werner Straße / Selmer Landstraße regelrecht herbeisehnen. Das dürften nicht nur Cappenberger sein, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

Denn zum einen ist es bei hohem Verkehrsaufkommen nicht gerade einfach, über die Kreuzung zu fahren. Zum anderen haben sich dort in der Vergangenheit einige zum Teil schwere Unfälle ereignet.

Seit Jahren steht fest, dass ein Kreisverkehr die geeignetste Maßnahme zur Entschärfung dort wäre. Seit Jahren steht nicht fest, wann es mit dem Bau losgeht. Aber zumindest eine Tendenz ist abzusehen.

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Möglicher Beginn: Frühjahr 2021

Und die liefert Joachim Kaminski, Projektleiter in der Planungsabteilung von Straßen.NRW, am Dienstag, 3. September, auf Anfrage der Redaktion: „Im Frühjahr 2021 könnte mit dem Bau des Radweges und des Kreisverkehrs begonnen werden.“

Was einem früheren Beginn der Arbeiten entgegen steht, berichtet er auch: „Da der Flächenbedarf für einen Kreisverkehr größer ist als durch den bestehenden Knotenpunkt zur Verfügung steht, müssen hier Flächen erworben werden.“ Verhandlungen zum Grunderwerb laufen laut Kaminski.

Könnte der Bau des Kreisverkehrs scheitern, weil Flächen nicht erworben werden können? Joachim Kaminski dazu: „Ich gehe davon aus, dass die Grunderwerbsgespräche positiv verlaufen und die Umsetzung der Maßnahme nicht daran scheitern wird.“

Artenschutzprüfung muss überarbeitet werden

Diese Grunderwerbsverhandlungen sind aber nicht der einzige Grund, warum der Kreisverkehr noch nicht gebaut werden kann. Die Artenschutzprüfung muss überarbeitet werden. „Der Auftrag ist vergeben“, berichtet der Projektleiter. „Die Kartierung beginnt Anfang nächsten Jahres.“ Das Ergebnis der Kartierung sei im Herbst 2020 zu erwarten.

Bei der Artenschutzprüfung wird laut Kaminski nachgeschaut, ob gefährdete Tierarten durch die Maßnahme betroffen sein könnten. „Hierzu werden Ortsbegehungen durchgeführt.“

Darum verzögert sich der Bau des Kreisverkehrs Cappenberger Damm

An der Kreuzung soll ein Kreisverkehr gebaut werden. Laut Straßen.NRW wird der Verkehr in der Zeit per Baustellenampel geregelt. © Arndt Brede

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Aufkommen schutzwürdiger Arten den Bau des Kreisverkehrs scheitern oder verzögern lässt und was ist in solch einem Fall zu tun? Kaminski antwortet so: „Ich gehe aktuell nicht davon aus, dass der Umbau des Knotenpunktes dadurch scheitern wird. Sollten entsprechende Tierarten angetroffen werden, gibt es die Möglichkeiten Ersatzmaßnahmen zu treffen.“ Das könne zum Beispiel das Angebot von alternativen Nistplätzen sein.

Gewässer muss verlegt werden

Neben den Grundstücksverhandlungen und der Artenschutzprüfung gibt es Grund Nummer 3, der einen schnelleren Baubeginn des Kreisverkehrs verhindert: „Es erfolgen noch Abstimmungen hinsichtlich der Gewässerverlegung mit den zuständigen Fachbehörden.“ Das ist damit gemeint: „Der parallel an der L810 verlaufende Seitengraben ist als Gewässer eingestuft. Durch den Bau des Radweges wird der Graben verlegt und in diesem Zusammenhang naturnah umgestaltet. Die zuständige Fachbehörde ist die untere Wasserbehörde des Kreises Unna.“

Dies alles zusammengenommen, spreche für einen Baubeginn im Frühjahr 2021, erklärt Joachim Kaminski. Auf die Frage, ob der Kreisverkehr und der Lückenschluss beim Radweg zwischen Cappenberg und Südkirchen in einem Zuge gebaut werden oder ob das zeitlich getrennte Maßnahmen werden, sagt Kaminski: „Es wird geprüft, ob der Bau des Kreisverkehrs vorgezogen werden kann. Grundsätzlich werden beide Maßnahmen aufeinander abgestimmt, damit es nicht zu gegenseitigen Behinderungen kommt.“

Muss die Kreuzung während des Baus des Kreisverkehrs abgesperrt werden? „Die Kreuzung wird ,unter Verkehr‘ umgebaut“, berichtet Kaminski. „In der Regel wird für die Verkehrsführung eine Baustellenampel vorgesehen. Einzelheiten werden rechtzeitig mit den Städten und den Rettungskräften abgestimmt.“

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