Kleinere Häuser sind gerade voll im Trend - dafür gibt es verschiedene Gründe. Einige Menschen wollen sich auf Wesentliches beschränken, andere müssen sich aus finanziellen Aspekten beschränken. © picture alliance / dpa
Meinung

Der Druck wächst: SPD und Planer müssen Linien deutlich klarer ziehen

Das Projekt „Kleines Wohnen“ in Südkirchen passt perfekt in die Zeit. Doch der Weg scheint nur halb zu Ende gegangen, findet unser Autor. Er würde sich mehr Mut bei der Umsetzung wünschen.

Wer auf die Animation für das „Kleine Wohnen“ in Südkirchen schaut, entdeckt zunächst wenig Überraschendes. Zur Hälfte füllen Doppelhäuser die Fläche – und auch die andere Hälfe scheint nicht wahnsinnig innovativ. Initiatoren und Befürworter des Projektes dürften das ganz anders sehen: Sie werden auf die mobile und digitalen Angebote wie ein Lieferdienstkonzept verweisen.

Richtig so! Diese Angebote sind in Tat innovativ und können bei guter Umsetzung ein Vorbild für künftige Wohnquartiere sein. Bei Aspekten wie der Verkehrsführung aber enttäuscht das Projekt. Im Kreis Coesfeld werden gerade Wohnquartiere entwickelt, bei denen Haus- oder Wohnungsbesitzer ihr Auto nicht direkt am Haus parken können. Sicher ist hier noch Überzeugungsarbeit notwendig, aber die Mühe würde sich im Sinne der Wohnqualität lohnen.

Den Finger in die Wunde gelegt haben CDU und Grüne bei der Gemeinschaftsfläche mitten im Quartier. Sie für eine weitere Verdichtung zu opfern, konterkarierte den Gemeinschaftsansatz. Dass die SPD den Plan nach eigener Ansage dennoch durchgewunken hätte, macht ein besonderes Problem in Nordkirchen deutlich – die Doppelfunktion von Lothar Steinhoff als Planer und Ratsmitglied: Die SPD verteidigte hochemotional den neuen Plan ihres Fraktionsmitgliedes, das bei den Beratungen (zwangsweise) außen vor war. Der Druck auf SPD und Planer, die Linien klarer zu ziehen, ist seit Donnerstag jedenfalls gestiegen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.