Deshalb ruhen die Bauarbeiten für HEM-Tankstelle und Burger King an der Kreisstraße in Selm

hzRüschkamp-Gelände

Wenn die Aral-Tankstelle an der Kreisstraße schließt, sollte die HEM-Tankstelle 500 Meter weiter am Kreisel öffnen. Das war der Plan. Daraus wird nichts. Schuld ist ein Rechtsstreit.

Selm

, 07.11.2019, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Straße ist fertig. Der vierte Arm des Kreisverkehrs Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall führt zu einem neuen Versorgungszentrum der besonderen Art: mit Tankstelle, Burger King und einem Saug-Wasch- und Ladepark. Das Problem dabei. Diese drei neuen Angebote existieren bislang nur auf dem Papier. Da sollen sie auch bleiben, wenn es nach einem Selmer Ehepaar geht.

HEM-Tankstelle sollte noch 2019 öffnen

Ende 2018 hatten die Erdarbeiten begonnen. Bagger und Raupen verwandelten die ehemalige Feuchtwiese in ein ebenes Grundstück. Inzwischen sind Versorgungsleitungen verlegt und ist die Straße gebaut. Sogar Laternen stehen schon auf der 12.000 Quadratmeter großen Fläche. Von der HEM-Tankstelle, die als erste der drei Gebäude noch 2019 öffnen sollte, ist aber noch nichts zu sehen.

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Schon im Mai hatte ein Selmer Ehepaar Widerspruch angemeldet. Die Stadt hätte die Baugenehmigung nicht erteilen dürfen. Das Paar macht sich Sorgen wegen der Grundwasserabsenkung und des zu erwartenden Lärms - nicht ganz unbegründet, wie das Verwaltungsgericht im August im Eilverfahren entschied.

Verwaltungsgericht hatte Lärmgutachten kritisiert

Unterm Strich hatte das Gericht die Klage zwar abgewiesen, aber nicht, ohne Kritik zu üben. Die vom Kreis Unna genehmigte Grundwasserabsenkung, zu der es tatsächlich gekommen ist, hatte damit aber nichts zu tun. Die rund 50 Meter entfernt wohnenden Anwohner hätten dadurch keinen Schaden, hieß es damals. Beim Lärm sah das anders aus.

Nicht ganz plausibel empfand das Gericht die Angaben des von der Stadt Selm beauftragten Gutachters zur Lärmentwicklung, insbesondere in der Nachtzeit. Das, so befand das Gericht, sei ein Grund, eventuell nachzubessern - aber kein Klagegrund, hieß es im Eilverfahren. Das muss aber nicht das letzte Wort sein im Streitfall.

Am vierten Arm des Kreisels herrscht Stillstand

Im Moment herrscht Stillstand - nicht nur auf dem Baugrundstück. Nachdem die Entscheidung im Eilverfahren rechtskräftig geworden war, warte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zurzeit, sagt Wolfgang Thewes, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht. Die Klägerseite sei am Zug.

Das Ehepaar und sein Rechtsbeistand müssten entscheiden, „ob das Hauptsacheverfahren fortgeführt werden soll. Dafür läuft noch eine Frist zur Stellungnahme bis Ende dieses Monats.“

Aral-Tankstelle muss Platz machen für Rewe und Aldi

So lange ruhen die Bauarbeiter - zumindest auf dem Baugrundstück am Kreisverkehrsplatz. „Der vereinbarte Rückbautermin lässt sich aber nicht absagen“, sagt Michael Wilke mit Blick auf die Araltankstelle neben dem Autohaus Rüschkamp an der Kreisstraße.

Auf dem Gelände wird ein Nahversorgungszentrum entstehen: mit 1800 Quadratmeter großem Rewe-Markt, 1300 Quadratmeter großem Aldi und 80 Quadratmeter großem Backshop entstehen. Die Verträge sind unterzeichnet. Die Investoren stehen in den Startlöchern. Eine Verschiebung sei nicht drin.

Aral-Tankstelle schließt am 16. Dezember

Eigentlich war das anders geplant, wie Rüschkamp-Geschäftsführer Michael Wilke sagt. Wenn die bisherige Aral-Tankstelle schließt - am 15. Dezember ist sie zum letzten Mal geöffnet - , sollte die neue Tankstelle 500 Meter weiter nördlich bereis geöffnet haben, wie Wilke sagt. Der Rechtsstreit hat einen Strich durch diese Rechnung gemacht: „Leider.“

Wilke ist optimistisch, dass der Rechtsstreit gut ausgehen wird. Einfach weiter bauen wollte er aber nicht. Das Risiko, notfalls abreißen zu müssen, besteht schließlich. Er, das beauftragte Bauunternehmen und die beklagte Stadt Selm wissen Ende des Monats mehr. Vielleicht müssen sie danach noch länger warten.

„Falls die Klägerseite an dem Klageverfahren festhalten möchte“, sagt der Vorsitzende Richter Thewes, „ ist ein abschließendes Urteil in diesem Jahr allerdings nicht mehr zu erwarten.“

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