Eichenprozessionsspinner: Erste Nester entfernt - Selmer sollen weiter Augen offen halten

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Die Raupen des Eichenprozessionsspinners, die an Bäumen an der Overbergschule gefunden worden waren, sind jetzt entfernt. Neue Raupennester sollen der Stadt schnell gemeldet werden.

Selm

, 29.05.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eichenprozessionsspinner ist an verschiedenen Stellen des Stadtgebiets wieder aufgetaucht. So war ein Baum in der Nähe der Overbergschule von den Raupen befallen, deren giftige Brennhaare auch für Menschen gesundheitsschädigend sein können.

Die Prozessionen der fiesen Raupen haben nun zumindest an der Overbergschule ein Ende gefunden. „Der Bereich der Overbergschule wurde am 25. Mai und am heutigen Tage durch ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen behandelt“, meldet Norbert Zolda von der Stadt Selm auf Anfrage unserer Redaktion am Dienstag. „Dort bestehen derzeit keine Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner.“

Viele weitere Eichen können auserkoren werden

Doch im Stadtgebiet gibt es noch viele weitere Eichen, die von den kriechenden Tieren auserkoren werden können. Deshalb haben wir nachgefragt, wie viele Mitarbeiter der Stadtwerke unterwegs sind, um die Bäume im Stadtgebiet zu checken.

Dazu sagt Norbert Zolda: „Befallene Bäume werden von den Bürgern per Telefon, Email oder über die sozialen Medien gemeldet. Die Stadtwerke überprüfen im Rahmen der Grünpflege diverse Bereiche im Stadtgebiet, gehen Hinweisen nach und führen Sicherungsmaßnahmen durch.“

Weiterhin befände sich der ordnungsbehördliche Außendienst im Dauereinsatz: „Nach einer umfassenden Sichtung werden an den betroffenen Stellen Warnhinweise angebracht und gegebenenfalls wird abgesperrt.“ Derzeit werden zwei Unternehmen mit der Entfernung des Eichenprozessionsspinners beauftragt: Angelkort und Sonnenburg.

Brennhaare können gefährliche Allergien auslösen

Der Eichenprozessionsspinner ist ein nachaktiver Schmetterling. Der Name stammt von den oft in langen Prozessionen umher wandernden Raupen. Die Weibchen legen ihren Eivorrat - bis zu 300 Stück - innerhalb weniger Tage an ein- bis dreijährige Zweige.

Bereits im Herbst entwickeln sich die Raupen. Sie schlüpfen in der ersten Aprilhälfte. Sie sind von Anfang an stark behaart und entwickeln mit Widerhaken versehene Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopein. Dann sind sie für Mensch und Tier sehr gefährlich.

Eichenprozessionsspinner: Erste Nester entfernt - Selmer sollen weiter Augen offen halten

Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm. © dpa

Die Schädlingsbekämpfungsunternehmen arbeiten deshalb mit Sicherheitskleidung und Mundschutz, denn die feinen Haare können bei Wind auch eingeatmet werden und allergische Reaktionen verursachen. Die Raupen werden dabei mit großen „Staubsaugern“ von den Bäumen abgesaugt.

Ob vorbeugende Maßnahmen geholfen haben, bleibt abzuwarten

Die Schädlingsbekämpfungsunternehmen erwarten in den kommenden Monaten wegen des trockenen Sommers 2018 einen noch größeren Befall mit Eichenprozessionsspinnerraupen als im Jahr zuvor.

Schon im Vorfeld hatte die Stadt Selm versucht, gemeinsam mit den beiden Schädlingsbekämpfungsunternehmen vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. „Die Firma Sonnenburg hat vor einiger Zeit prophylaktische Maßnahmen an den Eichen im Freibad durchgeführt, der Firma Angelkort stand ein weiteres Testfeld am Spielplatz ,Am Angelkamp‘ zur Verfügung“, so Zolda.

Eichenprozessionsspinner: Erste Nester entfernt - Selmer sollen weiter Augen offen halten

Mitarbeiter der Firma Sonnenburg, behandeln Eichen am Spielplatz an der Eichenstraße in Südkirchen prophylaktisch. © Sabine Geschwinder

Die Maßnahmen seien leider nur in einem bestimmten Entwicklungsstadium der Raupe wirksam, zudem spielten Witterungseinflüsse eine große Rolle. Zolda hofft jedoch, dass man so in Zukunft die Verbreitung der Raupen stoppen kann. „Sollte die Testphase erfolgreich verlaufen, könnte dieses Verfahren in Zukunft in besonders gefährdeten Bereichen (z.B. Schulen, Kitas, Spielplätzen) zur Anwendung kommen.“

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