Ein Licht im Dunkeln: So leuchtet Selm trotz Corona am St.-Martinstag

hzAktion Laternen-Fenster

Es ist das Jahr der Absagen: Wegen Corona findet 2020 kaum etwas wie gewohnt statt. Die Lichter und Laternen zu St. Martin sollen aber trotz der Pandemie nicht erlöschen - jeder kann helfen.

Selm

, 23.10.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Für die Kinder ist dieses Jahr schon so vieles ausgefallen“, weiß Julia Habernoll, eine Tagesmutter aus Selm. „Und St. Martin ist ein so schöner Brauch. Es wäre schade, ihn einfach ausfallen zu lassen.“

Das selbe hat sich auch Jennifer Brenzinger aus St. Leon Rot in Baden-Württemberg gedacht. Im Kindergarten ihrer beiden Töchter sei dann das Gespräch auf ihre Bastelkünste und den Laser, den die Familie durch eine Lichtschneiderei hat, gekommen. „Biete doch Bastelsets an!“, kam die Idee auf - die Geburtsstunde der Aktion „Laternen-Fenster“.

Was sind „Laternen-Fenster“?

Bei den „Laternen-Fenstern“ handelt es sich um eine Aktion, die zumindest zum Teil den jährlichen St.-Martins-Umzug ersetzen und den Kindern sowie allen Leuten Freude bereiten soll.

Jeder und jede kann sich beteiligen, indem man Laternen, oder Lichterketten in die Fenster hängt. Beim Wandern durch die Straßen oder beim kleinen St. Martins-Spaziergang im engen Kreis der Familie soll so das Funkeln der Lichter Hoffnung und Gemeinschaftsgefühl in diesen schwierigen Zeiten schenken.

Eine kleine Aktion findet deutschlandweit Anhänger

Die Initiative von Brenzinger erregt mittlerweile deutschlandweit Aufsehen und bekommt mehr und mehr Anhänger, denn nachdem Brenzingers Idee bei der Kindergartenleitung ihrer Töchter, sowie bei Verwandten und Freunden in Nachbarstädten auf Begeisterung gestoßen ist, hat sie einen Flyer entworfen und ihn in den sozialen Medien geteilt, um die Aktion zu verbreiten.

Die Initiatorin der „Laternen-Fenster"-Aktion Jennifer Brenzinger mit Ehemann Matthias Brenzinger und den beiden Töchtern.

Die Initiatorin der „Laternen-Fenster"-Aktion Jennifer Brenzinger mit Ehemann Matthias Brenzinger und den beiden Töchtern. © Jennifer Brenzinger

„Ursprünglich habe ich gedacht, dass es eine ganz schöne Aktion für meine Kinder sei. Aber dann habe ich mich gefragt, warum man das nicht auch für alle anderen anbieten soll.“

Und das Angebot kommt auch hier super an: Nach dem Hochladen kann Jennifer Brenzinger sich vor positiven Kommentaren und Anfragen kaum noch retten: „Die Leute rufen mich aus Ostfriesland an, aus Bonn, aus München. Alle wollen bei der Aktion mitmachen“, freut sich Brenzinger.

Auch Selm soll Teil der Laternen-Fenster-Aktion werden

Und so ist die Aktion auch in Selm angekommen. „Meine Kinder waren sofort Feuer und Flamme dafür! Es ist wirklich ein schöner Ersatz“, findet Julia Habernoll, die die Aktion selbst auf Facebook geteilt hat, um möglichst viele Leute zum Mitmachen zu animieren.

„Ich habe bereits richtig viele positive Nachrichten zurück bekommen und fände es toll, wenn möglichst viele mitmachen würden. Eine Lichterkette hat jeder zuhause. Und wie ich die Selmer kenne, bin ich guter Dinge, dass wir viele Unterstützer für die Laternenfenster finden.“

Elf Tage lassen genügend Zeit fürs Genießen mit Abstand

Die Aktion soll vom 1. bis zum 11. November laufen. „In den elf Tagen hat man genug Zeit, einzeln durch die Straßen zu laufen und die Lichter mit seiner Familie zu genießen“, findet Habernoll, „Und man findet bestimmt einen Abend, an dem nicht so viele unterwegs sind, um die Abstandsregeln einhalten zu können.“

Alle die wollen, können also fleißig drauf los basteln, oder schon vorhandene Laternen und Lichterketten in die Fenster hängen. Außerdem hat Jennifer Brenzinger auf ihrer Internetseite auch eine Bastelvorlage für alle zur Verfügung gestellt.

So kann trotz der Pandemie zusammen der Gedanke der Gemeinschaft und der Nächstenliebe von St. Martin weitergegeben und geteilt werden.

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