In Selm und Bork bereiten sich bereits viele Menschen auf die Ostereinkäufe vor. Einfrieren ist das Mittel der Wahl. © Sophie Godelmann
Ostereinkauf

Einkaufen für die Ostertage: „Die Leute machen sich verrückt“

Wer für die Feiertage einkaufen will hat weniger Zeit, auch ohne zusätzlichen Feiertag. Zeichnet sich das schon jetzt bei den Kunden ab? Wir haben uns am Samstag in Sem und Bork umgeschaut.

Samstagvormittag in Selm und Bork: Sowohl vor dem dem Edeka Geldmann in Selm sowie vor dem Lidl in Bork sind die Parkplätze voll. Der erste Ansturm für das Ostermenü mitten im Lockdown?

Die Menschen, die man dort antrifft machen jedenfalls einen entspannten Eindruck. Der erst angekündigte Ruhetag für den Gründonnerstag, der jetzt doch nicht kommt, scheint sie jedenfalls in ihren Einkaufsplänen nicht zu beeinflussen.

So zum Beispiel Fredi und Sandra Raack, die in Bork einkaufen: „Wir sind auch vor Corona nie am letzten Tag einkaufen gegangen, weil es da sehr voll in den Supermärkten ist“, so Fredi Raack. Ihre Taktik ist, das Essen für die Feiertage einzufrieren. Arbeitsbedingt findet sie dies auch am praktischsten. Von hamstern halten die beiden nichts. „Das ist doch Quatsch“, meint Sandra Raack.

„Die Leute machen sich verrückt“

Der gleichen Meinung ist auch Sieglinde Trapp, die an diesem Vormittag auf dem Parkplatz vor dem Edeka Geldmann ihren Einkauf in ihr Auto räumt. „Man hat doch alles zu Hause“, sagt sie. „Natürlich kann es sein, dass ich nächste Woche noch einmal los muss, wenn ich zum Beispiel Milch brauche, aber ich versuche da nicht mehr gehen zu müssen.“ Auch sie nutzt die Tiefkühltruhe für das Essen während der Feiertage.

Hamstern gibt es in Selm und Bork an diesem Samstag nicht. © Sophie Godelmann © Sophie Godelmann

Letztes Jahr, als das Klopapier so knapp war, habe sich Trapp zwar im Nachhinein gefragt, warum sie beim letzten Einkauf nicht mehr Klopapier gekauft hätte. „Aber wenn man die leeren Regale sieht, dann drehen die Leute doch durch und fangen an zu hamstern“, schlussfolgert sie.

„Die Leute machen sich verrückt. Die wissen doch, was auf sie vor den Feiertagen zukommt.“ Trapp sei zumindest vorbereitet; so einen gewissen Grundbestand an Lebensmitteln habe ja schließlich jeder zu Hause.

„Ich habe nie gehamstert“

Es ist aber auch möglich, dass man mehr einkaufen muss, da man beispielsweise Verwandte versorgen muss, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen gar nicht mehr selber einkaufen können.

Das ist bei Michael Madon der Fall. Er sieht das ganze Einkaufen vor den Feiertagen ziemlich gelassen, auch dann, wenn es einen Ruhetag gegeben hätte. „Ich habe nie gehamstert. Was bringt es mir denn, wenn ich 1000 Rollen Klopapier hamstere und der Nächste dann Löschpapier benutzen muss?“

Er und seine Frau seien vor den Feiertagen auf volle Supermärkte eingestellt. Das wollen sie sich nicht antun. „Zur Not bringt meine Frau noch etwas mit. Sie arbeitet nämlich im Lebensmittelhandel.“ Auch Madon friere das Essen für die Feiertage ein.

Eine Kundin vor dem Lidl in Bork ist kein Fan vom Einfrieren. „Die frischen Sachen kaufe ich meistens am letzten Tag vor den Feiertagen“, sagt sie. Sie habe den Großteil schon eingekauft und gehe daher nicht mehr so oft und lange einkaufen. „Verhungern tun wir ja nicht“, ist sie sich sicher.

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