Endlich wächst die Umgehungsstraße: Vierter Arm könnte neuen Gewerbebetrieb anschließen

hzZeche-Hermann-Wall

Es tut sich was: Nachdem der vierte Arm des Kreisverkehrs Zeche-Hermann-Wall/Neue Werner Straße seit vier Jahren ins Nichts führte, haben am Donnerstag Straßenbauer mit der Arbeit begonnen.

Selm

, 13.06.2019, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende August 2015 fiel der Startschuss. Seitdem ist die Selmer Umgehungsstraße, der Zeche-Hermann-Wall (K 44n), für den Verkehr freigegeben. Von der Kreisstraße geht es im Nu zur Werner Straße, ohne durchs Zentrum fahren zu müssen. Am Kreisel Zeche-Hermann-Wall, Werner Straße ist zurzeit die Fahrt gen Norden zuende - noch.

Hinter dem vierten Arm, der bislang ins Nichts führt, sind am Donnerstag, 13. Juni, Bagger und Planierraupen aufgetaucht. „Ja“, bestätigt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage. Es handele sich um den ausstehenden Straßenbau in Richtung Norden. Allerdings nicht um den Startschuss für eine Fortführung der Umgehungsstraße bis zur Lüdinghausener Straße - so, wie es ursprünglich einmal geplant war.

„Es wird dort zunächst in einem ersten Abschnitt die Anbindung des vierten Armes an die bestehende Kochstraße vorgenommen“, sagt Woesmann. Diese Arbeiten sollen Ende August beendet sein. Anschließend erfolgen noch eine Erschließung in östlicher Richtung sowie der Kanalbau.

Verhandlungen mit Großhändler laufen noch

Der vierte Arm wird nicht nur als Anbindung der Kochstraße an die Ortsumgehung dienen - etwa für die Zulieferer des Gartenbau-Unternehmens Volmary und seine 60 Mitarbeiter. Er soll auch der Erschließung einer neuen Gewerbefläche dienen.

Vielleicht auch für den Großhändler für Haus- und Sanitärtechnik Cordes und Graefe Bremen KG, mit dem die Stadt seit Monaten über eine Ansiedlung verhandelt? Die Stadt erhofft sich von der Ansiedlung bis zu 800 Arbeitsplätze.

„Darüber kann nur die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Unna Auskunft geben“, sagt Woesmann. Könnte sie zumindest, wenn es schon etwas Spruchreifes geben würde. „Die Verhandlungen laufen noch“, sagt Elke Böinghoff, Sprecherin der WFG. Und: „Noch gibt es keinen rechtskräftigen Bebauungsplan für die Fläche.“ Aber Pläne - und zwar nicht nur für den Großhändler.

Weiterbau zu Lüdinghausener Straße?

Der würde sich auf der östlichen Seite des vierten Arms der Umgehungsstraße ansiedeln. Platz gibt es aber auch noch auf der westlichen Seite - in Richtung des Unternehmens Saria.

Als die Selmer Umgehungsstraße Zeche-Hermann-Wall vor rund zehn Jahren geplant wurde, war der Anschluss an die Lüdinghausener Straße eine Option. Diese Pläne hatten sich zwischenzeitlich zerschlagen. „Ich glaube, in meiner Amtszeit nicht mehr“, sagte Bürgermeister Mario Löhr Ende 2015 im RN-Interview. Ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren würde rund zehn Jahre in Anspruch nehmen, „und ich glaube, dass derzeit auch nicht die Gelder dafür da sind“.

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