Kirchengemeinde verschenkt zum Jubiläum aus besonderem Grund Obstbäume

hzEv. Kirche Selm

Prächtige Geschenke hat die evangelische Kirchengemeinde Selm am Sonntagmorgen zu ihrem Jubiläum verteilt - verbunden mit zwei „besonderen Hausaufgaben“ für die Empfänger.

Selm

, 04.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

100 Jahre evangelische Kirchengemeinde Selm ist natürlich ein herausragender Grund für eine Feier. Doch mit einer Aktion wollte es die Gemeinde eigentlich nicht bewenden lassen. Ein umfangreiches Programm war für das Jahr 2020 geplant, das Spuren hinterlassen sollte. Doch dann kam Corona. Ein Vorhaben hat die Gemeinde am Sonntag aber umsetzen können.

„Wir haben vor, 100 Bäume zu pflanzen“, so die Ankündigung von Gemeinde-Diakonin Petra Grohnert vor einigen Monaten. „Am Ende sind es 33 Bäume geworden“, sagte Grohnert am Sonntag nach dem Gottesdienst mit anschließender Baumübergabe - und auch Pflanzaktion auf dem Kirchengrundstück.

Baumübergabe mit besonderem Impuls verbunden

Eine Zahl, mit der die Gemeindediakonin in dieser ungewöhnlichen Zeit absolut zufrieden ist. Zumal Gottesdienst und Aktion mit einem besonderen Impuls verbunden waren. Am Sonntagmorgen war Volker Hardt aus Recklinghausen zu Gast. Er hat in „seiner“ Stadt einen Hain der Menschenrechte iniziiert. „Es ist nicht hoffnungslos“, sagte Hardt vor der Übergabe der Bäume und erinnerte an zwei bekannte Menschen.

So wird Martin Luther das Zitat zugeschrieben: „Und wenn morgen die Welt unterginge, würd ich heut noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Eine Aufgabe, die jetzt neben den Selmer Privatpersonen auch zwei Schulen in Selm und Castrop-Rauxel haben. Hausaufgabe 1 also.

Gemeinde-Diakonin Petra Grohnert im Gespräch mit Volker Hardt aus Recklinghausen, der dort den Hain der Menschenrechte iniziierte und bei der Baumübergabe am Sonntag die Bedeutung der Menschenrechte betonte.

Gemeinde-Diakonin Petra Grohnert im Gespräch mit Volker Hardt aus Recklinghausen, der dort den Hain der Menschenrechte iniziierte und bei der Baumübergabe am Sonntag die Bedeutung der Menschenrechte betonte. © Thomas Aschwer

Zudem erinnerte Hardt an Korbinian Aigner, der während seiner Gefangenschaft im KZ Dachau den nach ihm benannten Korbiniansapfelbaum gezüchtet hat. „Ein Korbiniansapfel ist einer der 30 Bäume für die 30 Menschenrechte im Hain in Recklinghausen“, sagte Hardt. So sind die am Sonntag 33 verschenkten Obstbäume auch ein Zeichen der Hoffnung, wie es die Diakonin im Gottesdienst betonte. Sie verteilte deshalb bei der Übergabe der Bäume die zweite Hausaufgabe an die Empfänger, die 30 Menschenrechte mal wieder zu lesen.

Aktion zu Weihnachten: Mal mir einen Stern

Wie wichtig der Natur- und Umweltschutz ist, machte Volker Hardt vor der Baumübergabe deutlich: „Vier Fünftel aller Pflanzen müssen von Insekten bestäubt werden.“ So auch fast alle Obstbäume und Beerensträucher. „Weiter machen, weiter machen“, ergänzte Petra Grohnert - und sprach damit neben dem Thema Ökologie auch den Einsatz für Menschenrechte an.

Zum Erntedankfest verschenkte die evangelische Kirchengemeinde Selm im Jubiläumsjahr Apfelbäume.

Zum Erntedankfest verschenkte die evangelische Kirchengemeinde Selm im Jubiläumsjahr Apfelbäume. © Thomas Aschwer

Sie warb zugleich für eine weitere Aktion im Jubiläumsjahr der Kirchengemeinde - „Mal mir einen Stern“. Vorgaben gibt es nicht - alles ist erlaubt. Es können Bilder sein, aber auch Skulpturen, Nadel- und Faden-Werke oder andere Ansätze. Die Werke werden am 1. Januar in einer Ausstellung rund um die evangelische Kirche zu sehen sein und später zu Gunsten des Kinder- und Hospizdienstes Lünen versteigert. Abgabetermin ist der vierte Advent.

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