Fehlende Spielgeräte? Spielplatz im Auenpark sorgt auch für Kritik

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Es ist zweifelsfrei der Höhepunkt des neuen Auenparks: der Spielplatz mit dem mehrere Meter hohen Klettergerüst. Bei der Eröffnung Ende Juli war die Freude groß. Doch nun gibt es Kritik.

Selm

, 21.08.2020, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Publikumsmagnet ist der neue Spielplatz im Auenpark in jedem Fall: Gerade an den Sommertagen tummeln sich hier viele Kinder. In Kombination mit dem nahen Bolzplatz, der Skaterbahn und dem Hügel als Aussichtspunkt ergibt sich hier ein stimmiges Ensemble für Kinder, Jugendliche und deren Eltern.

Allerdings hat sich in die anfängliche Begeisterung nun auch Kritik gemischt. In den Sozialen Netzwerken äußern viele Eltern ihre Enttäuschung darüber, dass der Spielplatz zwar viel biete - aber eben nur für ältere Kinder gedacht sei. „Warum gibt es nicht auch ein Spielangebot für Kleinkinder?“, lässt sich die Stimmungslage zusammenfassen.

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Wir treffen uns vor Ort mit einer Mutter, die gerne anonym bleiben möchte - und die ebenfalls der Meinung ist, dass Selm hier nachbessern sollte. „Wir haben uns wirklich auf den Spielplatz gefreut, und für ältere Kinder ist er auch toll.“ Aber sie selbst habe beispielsweise zwei Kleinkinder, beide jünger als drei Jahre. „Für die ist das hier nichts.“

Kleine Rutsche eine große Herausforderung

Die Matschbahn, auf die die Stadt gerne verweist, wenn es um Kleinkinder geht, sei keine wirkliche Alternative: „Abgesehen davon, dass sie eine Woche nach der Eröffnung schon außer Funktion war, ist das ja kein Bewegungsangebot.“ Nach Meinung der Selmerin fehlen Wippen, eine kleine Schaukel - und selbst die kleine Rutsche ist für kleine Kinder noch eine zu große Herausforderung.

Die Mutter betont auch, dass das natürlich „Jammern auf hohem Niveau“ sei - aber die Enttäuschung sei eben groß, weil sich der lang ersehnte Ausflug in den Auenpark nun nicht wirklich lohne. „So viel teurer wäre es doch wohl nicht gewesen, hier noch Spielgeräte für die Kleinsten hinzustellen.“

Die Kosten des Spielplatzes hat die Stadt mit 480.000 Euro angegeben. „10.000 Euro mehr hätten den Kohl jetzt auch nicht mehr fett gemacht“, so der pragmatische Ansatz der Selmerin, den auch viele in den Sozialen Netzwerken teilen. Zumal der ursprüngliche Entwurf für den Spielplatz anders ausgesehen habe: „Anscheinend hat man einiges raus gestrichen“, vermutet die Mutter. Eine entsprechende Anfrage an die Stadt wurde bis jetzt nicht beantwortet.

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Immerhin: Die Selmer Familien haben natürlich Alternativen, die auch kleineren Kindern Spiel und Bewegung ermöglichen. Zum Beispiel der erneuerte Spielplatz an der Römerstraße - der liegt zwar weniger zentral als das neue Schmuckstück, bietet dafür aber dank der umstehenden Bäume auch mehr Schatten als der Auenpark. Bis hier die Bäume ein mächtiges Dachgeflecht bilden, wird es noch etwas dauern - weshalb es einen weiteren Elternwunsch gibt: „Etwas mehr Sonnenschutz wäre schön.“

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