Feuerwehrmann aus Selm steht vor Gericht

Brandstiftung in drei Fällen

Er soll als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Selm mindestens drei Brände gelegt haben, im Januar wurde er verhaftet: Ab Dienstag, 25. Juli, steht Benjamin P. in Dortmund vor Gericht. Welche Brandstiftungen dem 27-Jährigen vorgeworfen werden, wann verhandelt wird und welche Zeugen aussagen sollen - ein Überblick zum Prozess.

SELM

, 24.07.2017, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Holzschuppen an der Kurt-Schumacher-Straße brannte nieder.

Ein Holzschuppen an der Kurt-Schumacher-Straße brannte nieder.

Welche Brände werden Benjamin P. zu Last gelegt? 

Drei Fälle von Brandstiftung, davon zwei schwere, werden in der Anklageschrift genannt:

  • Der Selmer soll am 14. Januar gegen 23.45 Uhr durch ein Kellerfenster eines mehrgeschossigen Hauses an der Kurt-Schumacher-Straße einen Brandsatz geworfen haben. Das Feuer wurde schnell entdeckt und gelöscht. 
  • Am 17. Januar soll er gegen 2.45 Uhr brennende Holzkohle auf den Fenstervorsprung eines Hauses an der Südkirchener Straße gelegt haben. Das Fensterrollo fing Feuer, wurde von den Bewohnern entdeckt. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.
  • Am 24. Januar soll der Angeklagte gegen 23 Uhr mit einer brennbaren Flüssigkeit eine Gartenlaube an der Seilandstraße angezündet haben. Die Gartenlaube brannte vollständig nieder.

 

Wie geriet der Ex-Feuerwehrmann ins Visier der Ermittler?

Die Polizei nahm dem 27-Jährigen bei dem Brand am 24. Januar fest: In dieser Nacht war er als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr mit zu dem Einsatz ausgerückt. Nachdem es im Januar und in den Monaten zuvor mehrere Brandstiftungen in Selm gegeben hatte, habe man eine "gute Spur, die zu dem 27-Jährigen führte", gehabt, so Thomas Röwekamp, Sprecher der Kreispolizei. Zu diesem Zeitpunkt war der Selmer bereits seit zwei Jahren bei der Feuerwehr aktiv. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er sofort suspendiert, so Thomas Isermann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Selm.

 

Hat sich der Ex-Feuerwehrmann zu den Vorwürfen geäußert?

Die Brandstiftung am 24. Januar, als eine Gartenlaube an der Seilandstraße brannte, hat der 27-Jährige über seinen Rechtsanwalt eingeräumt - das teilte die Staatsanwaltschaft mit, als sie Ende Mai Anklage erhob. Die anderen beiden Fälle, die in der Anklageschrift aufgeführt werden, bestreitet Benjamin P., der seit seiner Festnahme in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar in Untersuchungshaft sitzt.

 

Wie lange wird das Verfahren voraussichtlich dauern?

Zunächst ist das Verfahren auf vier Tage angesetzt. Verhandelt werden soll am Dienstag, 25. Juli, Donnerstag, 27. Juli, Montag, 31. Juli, und am Mittwoch, 2. August.

 

Wie viele Zeugen sollen aussagen?

Wie Thomas Jungkamp, Dezernent für Pressearbeit am Landgericht auf Anfrage erklärte, seien bisher sieben Zeugen vorgesehen. Zudem sei ein medizinisches Gutachten in Auftrag gegeben worden. „Es kann natürlich sein, dass weitere Zeugen im Laufe des Verfahrens geladen werden“, so Thomas Jungkamp.

 

Was ist zum Prozessauftakt geplant?

Am ersten Verhandlungstag stehe die Verlesung der Anklageschrift und die Einlassung des Angeklagten im Mittelpunkt. Zeugen sind ebenfalls geladen. So bestätigte Wehrführer Thomas Isermann, er habe für den ersten Verhandlungstag eine Ladung erhalten. Weitere Zeugenladungen sein, so Thomas Jungkamp vom Landgericht, sicherlich auch von der Einlassung des Angeklagten abhängig.

 

Welche Strafe droht Benjamin P. bei einer Verurteilung? 

Laut Staatsanwalt Henner Kruse sieht das Gesetz für eine schwere Brandstiftung einen Strafrahmen von ein bis 15 Jahren, für einfache Brandstiftung von ein bis zehn Jahren vor.

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