Förderschule: Muss die Pestalozzischule umziehen?

Stadt berät über Zukunft

Wie geht es mit der Pestalozzischule in Selm weiter? Bleibt sie als eigenständige Förderschule bestehen oder wird sie zu einem Teilstandort der Schule in Lünen? Neben einer Aufteilung steht auch der Standort in Frage.

Selm

, 19.06.2015, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufgrund der guten Schülerzahlen ist die Schule zurzeit noch eigenständig. „Wir wissen aber nicht, wie es in den nächsten Jahren aussehen wird“, erklärte Beigeordnete Sylvia Engemann anlässlich einer Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport.

Aus Sicht der Schulverwaltung werde Handlungsbedarf gesehen. Engemann: „Wir würden lieber jetzt agieren, als wenn wir später reagieren müssten.“ So sei ein Verbund mit der Schule in Lünen der richtige Weg. Die Trägerschaft würde der Kreis Unna übernehmen.

Standort ist noch offen

Offen sei der zukünftige Standort, so Sylvia Engemann. Man prüfe zurzeit die Möglichkeit, die Pestalozzischule an den Standort der Erich-Kästner-Hauptschule zu verlegen. „Eine zeitlang hätten wir dann dort zwei Systeme. Langfristig sehen wir an dem Standort in Bork bessere Möglichkeiten zur Erhaltung der Förderschule“, so die Beigeordnete.

Der Kreis würde das ausgewählte Gebäude für zehn Jahre pachten. Die Einsparungen für die Stadt Selm schätzt Engemann auf rund 250.000 Euro. „Wir möchten, dass es die Schule in Selm so lange wie möglich gibt. Wenn wir diesen Weg gehen, haben wir Planungssicherheit für zehn Jahre.“

Beschluss beim Kreis nach Sommerpause

Wie Sylvia Engemann mitteilte, werde der Kreis Unna nach der Sommerpause eine Entscheidung über die Trägerschaft treffen. In Selm könnte am 9. November der Ausschuss für Schule das Thema beraten und einen Beschluss fassen. Sylvia Engemann stellte dem Ausschuss Eckpunkte zum weiteren Vorgehen vor, die nach einer Sitzung des Ältestenrats mit Dr. Detlef Timpe von der Kreisverwaltung skizziert wurden.

  • Die bestehende Primarstufe der Pestalozzischule soll mit Blick auf die sinkenden Schülerzahlen als Übergangslösung im neuen System auslaufen. Sollte sich die Situation aber in Zukunft wieder verändern, soll über eine Erweiterung des Schulangebots beraten werden.
  • Für das Förderzentrum Nord mit den Standorten Lünen und Selm ist langfristig mit durchschnittlich 200 Schülern zu rechnen.
  • Die Einführung des gebundenen Ganztags soll am Teilstandort Selm unter gleichen Qualitätsbedingungen wie am Standort Lünen erfolgen.
  • Die Verbundschule wird mit zwei gleichberechtigten Standorten geführt, bis ein Teilstandort keine hinreichende Auslastung mehr hat. Dann erfolgt ein Rückzug nach Lünen, da Lünen zentraler liegt und ein Berufskolleg hat. Eine dauerhafte Lösung mit zwei Teilstandorten ist aber bei hoher Auslastung in der Sekundarstufe I denkbar.
  • Eine Weiterführung der Eigenständigkeit der Pestalozzischule bei entsprechenden Schülerzahlen ist grundsätzlich möglich, jedoch nicht empfehlenswert. Ein direktes Zusammengehen von Beginn an eröffnet gestalterische Möglichkeiten. Eine zeitliche Versetzung führt dazu, sich in ein bestehendes Konzept einfügen zu müssen.
  • Hinsichtlich der Präsenz einer Schulleitung und stellvertretenden Schulleitung am Teilstandort Selm können Lösungen gefunden werden. Es wird nur eine Leitungsstelle für die Verbundschule geben.
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