Förderschule Selm bleibt vorerst bestehen

Sonderstatus für Pestalozzischule

Inklusion, integrativer Unterricht, Recht auf Lernen an der Regelschule – wo bleiben bei diesem Konzept die Förderschulen? Ein Wissenschaftler schlägt dem Kreis Unna vor, einen großen Teil auslaufen zu lassen. Auch Selm ist betroffen. Die Pestalozzischule genießt aber einen Sonderstatus und bekommt etwas mehr Zeit.

SELM

, 26.09.2014, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Pestalozzi-Schule könnte bald zum Teilstandort werden.

Die Pestalozzi-Schule könnte bald zum Teilstandort werden.

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Das Konzept des Gutachters sieht als Standorte für den Sekundarbereich I die Friedrich-Ebert-Schule in Lünen sowie die Harkortschule in Unna vor. Für den Grundschulbereich sieht der Vorschlag Teilstandorte in Bergkamen-Rünthe und Fröndenberg. Der Kreis Unna hat das Gutachten wegen der sinkenden Schülerzahlen in Auftrag gegeben „Wenn wir nichts tun, liegen früher oder später alle Förderschulen unter der vorgegebenen Messzahl und müssen aufgelöst werden“, so Kreis-Schuldezernent Detlef Timpe. Allerdings nimmt Selms Pestalozzischule eine Sonderstellung ein. Die Schule am Pädagogenweg besuchen derzeit 177 Schüler, sagte Leiterin Doris Kraft im Gespräch mit unserer Redaktion.

Damit liegen die Schülerzahlen dort deutlich über dem für Förderschulen notwendigen Wert von 144 Schülern. Die Pestalozzischule verzeichnet in den vergangenen Jahren laut Kraft steigende statt sinkende Schülerzahlen – im Unterschied zum Trend im Kreis Unna. Das Konzept des Schulforschers sieht deshalb vor, dass die Förderschule in Selm zunächst als Teilstandort Lünen bestehen bleibt. Die Förderschulen in Bergkamen, Werne, Fröndenberg, Schwerte und Kamen dagegen sollen 2016 auslaufen. Das heißt nicht, dass die Pestalozzischule Bestandsschutz hat. Die Förderschule bleibt bestehen, solange sie eben genügend Schüler hat. Für einen Teilstandort sind das laut Stadtverwaltung Selm 56 Schüler nötig.

„Die Eltern entscheiden“, sagt Doris Kraft. Sie sei zufrieden mit der mittelfristigen Perspektive: „Wir müssen nicht in zwei Jahren alles umkrempeln.“ Die Schulleiterin zeigt sich gleichwohl realistisch: „Wir müssen uns öffnen für einen neuen Trend, wenn die Eltern sich nicht mehr für die Förderschule entscheiden.“ Was sich bei Umsetzung des Konzeptes schon früher ändert, ist die Ausrichtung der Schule. Denn der Grundschulbereich würde für den Schwerpunkt Sprache und emotionale und soziale Entwicklung für Selmer Schüler nach Bergkamen-Rünthe verlegt und damit in zumutbarer Entfernung, so die Verwaltung. Die Pestalozzischule würde Förderschule für den Sekundarbereich I mit den Schwerpunkten Lernen und emotionale und soziale Entwicklung. Nach einer Gesetzesänderung haben Eltern außerdem seit diesem Schuljahr die Möglichkeit, Kinder mit Unterstützungsbedarf an Regelschulen unterrichten zu lassen.

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Entschieden ist bisher nichts. In der Sitzung des Schulausschusses am 3. November wird Schulforscher Habeck das Konzept vorstellen. Dann sollen Politik und Verwaltungen in den betroffenen Städten entscheiden. 

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