Frau rächte sich an Prügel-Partner

Prozess in Dortmund

SELM/DORTMUND Es müssen unvorstellbar grausame Szenen gewesen sein. Vor dreieinhalb Jahren wurde ein Mann aus Selm aus seiner Wohnung gezerrt und brutal zusammengeschlagen. Auch seine damalige Lebensgefährtin gehörte zu den Tätern.

von Von Jörn Hartwig

, 10.07.2009, 10:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Amtsgericht Lünen hatte die dreifache Mutter deshalb schon im vergangenen Sommer zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Berufung zurückgezogen Vor dem Dortmunder Landgericht hat die 39-Jährige diese Strafe nun endgültig akzeptiert und ihre ursprünglich eingelegte Berufung zurückgezogen.

Ihr Partner hatte damals schlimmste Verletzungen erlitten. Die Ärzte stellten unter anderem einen Trommelfellriss, eine Lähmung der linken Gesichthälfte, Zahnschäden und Rippenbrüche fest.

Der Mann war kaum bekleidet aus seiner Wohnung an der Lange Straße gezogen, durch den gesamten Garten geprügelt und zu guter Letzt auch noch in einen mit einer dünnen Eisschicht überzogenen Swimmingpool gestoßen worden.Beziehung von Gewalt geprägt

Aber war der Mann wirklich nur Opfer? Die Beziehung zu der 39-Jährigen war geprägt von Gewalt - das steht fest. "Wenn der was getrunken hatte, war der richtig gefährlich", sagte die dreifache Mutter vor dem Dortmunder Landgericht.

In der Vergangenheit war offenbar immer sie das Opfer gewesen. Am Tattag habe sie schließlich beschlossen, ihren Peiniger zur Rechenschaft zu ziehen.Zwei Mittäter

Gemeinsam mit zwei Bekannten holte sie ihren damaligen Lebensgefährten von der Couch und übte fürchterlich Rache. Die 39-Jährige soll unter anderem mit einem Porzellan-Aschenbecher auf das Opfer eingeschlagen haben.

Einer ihrer Mittäter war später sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Wie es heißt, hat der Mann allerdings auch schon Berufung eingelegt.

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