Frühling im Dezember? So wird das Weihnachtswetter in Olfen, Nordkirchen und Selm

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Weihnachtswetter geht eigentlich anders. Laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird es Heiligabend um die 7 Grad warm werden - kein Vergleich zu der Temperatur am Weihnachtsfest 1977.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 21.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Tage vor Heiligabend herrschte Frühlingswetter: 16 Grad zeigte das Thermometer an der Volksbank am 19. Dezember in Olfen. Waltrop hat einen landesweiten Spitzenwert mit 17 Grad. Normal ist das nicht.

Jürgen Michalski vom Deutschen Wetterdienst in Essen hat die Daten der Wetterstation in Lüdinghausen ausgewertet. Die Station gibt es seit 2004. Seitdem liefert sie rund um die Uhr Wetterdaten.

Der durchschnittliche Dezembertag ist 3,3 Grad warm

Im Jahr 2015 registrierte sie den wärmsten Dezembertag mit 9,4 Grad. 2010 den kältesten mit minus 3,4 Grad. Der Durchschnittswert aller gemessenen Dezembertage liegt bei plus 3,3 Grad. Der aktuelle Dezember ist milder.

Michalski hat die ersten 20 Dezembertage des Jahres 2019 zusammengezählt und den Durchschnitt ausgerechnet: 5,6 Grad - und damit etwa so warm wie zum bevorstehenden Weihnachtsfest.

Weiße Weihnachten bleiben ein frommer Wunsch

Da braucht man kein Meteorologe zu sein, um zu wissen: Mit weißen Weihnachten wird das nichts, „es sei denn, man fährt auf den Kahlen Asten“, sagt Ines von Hollen, die beim Deutschen Wetterdienst für die Wettervorhersagen zuständig ist.

Wer hier bleibt, sollte den Schirm nicht vergessen. An Heiligabend werde es regnerisch. Der erste Weihnachtstag sei ein echter Schauertag. Nur am zweiten Feiertag werde es „relativ trocken“. Manchmal bestehe sogar die Chance, dass sich die Sonne zeige. Wer einen großen Spaziergang an den Feiertagen plane: Das sei der beste Tag.

Frühlingstemperaturen zu Weihnachten gab es auch schon früher

Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Schnee und Kälte. „Ja“, sagt von Hollen. Es gibt aber auch ein Aber. Heiligabend 1977 hat der Deutsche Wetterdienst im rheinischen Elsdorf 17,6 Grad gemessen - Rekord. Knapp gefolgt von einem Wert vom zweiten Weihnachtstag 2015 in Köln: 17,5 Grad.

„Das sind Ausreißer“, sagt Michalski: eben Wetterkapriolen, die es immer schon gab. Der Mann vom Wetterdienst kann aber auch den Klimawandel festmachen. Verglichen mit den Temperaturaufzeichnungen zwischen 1850 und 1900 sei es inzwischen 1,4 Grad wärmer geworden.

Die Folgen des Klimawandels

Damit verbunden nahm die Anzahl der kalten und sehr kalten Tage ab und die der warmen und sehr warmen Tage zu. „Es gibt einen klaren Trend zum Temperaturanstieg, und das liegt am Klimawandel.“

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